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Trio auf Werbetour

Bei der Arosa Challenge geht es für die neue Trainercrew um Patrick Fischer vor allem um positive Stimmung.

Schweizer Coachs für das Schweizer Team: Patrick Fischer, Felix Hollenstein und Reto von Arx (v. l.) nehmen Mass. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)
Schweizer Coachs für das Schweizer Team: Patrick Fischer, Felix Hollenstein und Reto von Arx (v. l.) nehmen Mass. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Es passt, dass drei der besten Schweizer Spieler der Geschichte heute gerade in Arosa ihren Einstand als Nationaltrainer geben. Es passt, weil das Turnier auf ­heimischem Boden stattfindet. Und es passt, weil auch die Arosa Challenge einst als Marketingidee begann. Die Bündner ­Feriendestination wollte an ihre grosse Eishockeyvergangenheit erinnern und zeigen, dass sich sportlich wieder ­etwas tut im Ort. Die Arosa Challenge begann 2010 als Imagekampagne.

Gar nicht so anders war es ja auch mit Patrick Fischer, Felix Hollenstein und Reto von Arx. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) hatte nach der Blitztrennung vom Kanadier Glen Hanlon ein neues Leitbild für die Nationaltrainer verkündet, das auf einheimisches Schaffen setzt. «Swissness» hiess das bei Geschäftsführer Florian Kohler, und nach dem Fiasko um Biels Kevin Schläpfer verpflichtete die SIHF im zweiten Anlauf drei Markenbotschafter, wie sie prominenter kaum sein könnten.

Patriotismus, Intensität, aggressive Taktik

Heute kann man die Arbeit des Trios erstmals begutachten. Roadshow heisst es im Jargon, wenn ein neues Produkt dem Publikum an wechselnden Schauplätzen vorgestellt wird. Und dazu macht Arosa den Auftakt. Bis am 7. Mai das erste Spiel ansteht, in dem es wirklich um etwas geht, der WM-Auftakt ­gegen Kasachstan, müssen Fischer und seine Assistenten vor allem eines: glaubhaft den Neuanfang vermitteln.

Bisher gelingt das. Gegenüber den Medien spricht Fischer von Patriotismus, Intensität, aggressiver Taktik. Und bei Spielern und Clubs geniesst das Trio offenbar Kredit. Abgesehen von WM und Olympia war schon lange kein Nationalteam mehr so prominent besetzt wie das von Arosa. Absagen gab es kaum, und selbst der HC Davos entsandte trotz bevorstehendem Spengler-Cup ein ganzes Quintett ins Nachbartal – die grosse Ausnahme in den letzten Jahren.

Es ist auch kaum Zufall, dass nicht weniger als neun Spieler in Arosa mit von der Partie sind, die 2013 zu jener Mannschaft gehörten, die sensationell WM-Silber gewann. Dass Fischer damals ebenfalls dabei war, wird seit seiner Vorstellung vor zwei Wochen immer wieder beschworen. Wenn auch die Rolle als Assistent, die er damals spielte, sich grundlegend von seiner heutigen unterscheidet.

Abschied von Arosa

Bis auf weiteres sind Resultate darum zweitrangig. Die Arosa Challenge ist vor allem ein PR-Anlass, und Fischer klingt manchmal fast wie ein Animateur. Er hoffe, ein Stimmungshoch zu schaffen, so der 40-Jährige, und «als Trainer kann man rund um ein Turnier viel bewirken, damit ein Nationalmannschaftszusammenzug für die Spieler zu einem positiven Erlebnis wird».

Rein sportlich bietet das Turnier wenig Neues. Die Schweizer Gegner kommen traditionell aus Norwegen, Weissrussland sowie der Slowakei; und selbst ein ­erfolgreiches Abschneiden bietet keinerlei Gewähr für Nachhaltigkeit. Unter Hanlon gewann die Schweiz vor einem Jahr den Siegerpreis – einen Bergkristall – und verbesserte die Bilanz des Kanadiers auf total vier Siege in fünf Spielen. Zehn Monate später war er dennoch nicht mehr im Amt.

Während mit Fischer, Hollenstein und von Arx nun die nächste Ära beginnt, nimmt Arosa zugleich Abschied. Der Vertrag mit der SIHF läuft aus, es ist die letzte Challenge – die erhöhten finan­ziellen Forderungen für die Ausrichtung des Schweizer Heimturniers konnte der Ferienort nicht mehr erfüllen. Künftig will die SIHF ihre Roadshow vor mehr ­Publikum in der Westschweiz zeigen.

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