Von Plüss verabschiedet

Mit dem 2:3 in Bern verpasst Kloten das Playoff. Die Enttäuschung ist gross, doch es lockt ein Wiedersehen.

Händeschütteln trotz verpasstem Playoff: Klotener Spieler und Matchwinner Martin Plüss.

Händeschütteln trotz verpasstem Playoff: Klotener Spieler und Matchwinner Martin Plüss. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Die letzte der drei Fragen, die sich an diesem Abend stellten, wurde um 21.49 Uhr beantwortet: Lugano eliminierte Kloten aus dem Rennen ums Playoff. Dass der EHC in Bern 2:3 verlor, war da schon klar. Offen bleibt nur ein Fragenkomplex: Was passiert mit Martin Plüss?

Darauf gibt es eine ganze Reihe von Antworten, nachdem der bald 40-Jährige und Arbeitgeber SCB verkündet hatten, die Zusammenarbeit Ende Saison zu beenden – ohne Angabe von Gründen.

Die erste Antwort also kam vor Matchbeginn von den Berner Fans, die ihrem Captain nach neun Jahren Clubtreue dankten. «Schade, dass du nicht bleibst, zeig noch mal, was du wert bist», verkündete ein Plakat. In Berndeutsch natürlich, auch wenn Plüss Zürcher Unterländer ist und noch eine Saison länger für Kloten spielte als für den SCB. Dazu hallte der Name des Centers tausendkehlig von der Stehrampe.

Die nächste Antwort kam auf dem Eis. In der 41. Minute nutzte Plüss einen Klotener Doppelausschluss zu seinem 17. Saisontreffer, dem 3:0, das sich als Game­winner erwies. Die Klotener kamen noch auf 2:3 heran, doch das Loch, das sie sich ­selbst gegraben hatten, vermochten sie nicht mehr ganz zu füllen.

«Wir haben zu viele Strafen genommen», musste Frick nach sieben kleinen Ausschlüssen feststellen, «die Enttäuschung ist gross, denn wir hatten ja ­immer noch theoretische Chancen, das Playoff zu erreichen.»

Plüss: «Alles ist offen»

Dafür, dass es nicht für einen Platz unter den ersten acht reichte, hatte er kurz nach Matchende keine Erklärung: «Wir wollen jetzt einfach diese Saison so erfolgreich wie möglich zu Ende bringen.»

Das will Martin Plüss ebenfalls – wenn auch mit anderen Vorzeichen. Nach Spielschluss fuhr er vor die Stehrampe und riss im Chor mit den Fans dreimal die Arme empor. Fast eine halbe Stunde später gab er einem Dutzend Journalisten Auskunft, die nur auf ihn gewartet hatten. «Es hat mich sehr gefreut, wie die Fans reagierten», so der für seine unaufgeregte Art bekannte Stürmer. Dass ihn die Reaktion «sehr berührt» habe, war schon fast ein Temperamentsausbruch.

Unter der Oberfläche sah es wohl anders aus, aber Plüss beantwortete die in allen Variationen gestellten Fragen nach seiner Zukunft mit grosser Geduld. «Mein Fokus liegt auf der Leistung», wiederholte er wie ein Mantra, das man ebenso als Begründung fürs Scheitern der Gespräche mit dem SCB verstehen konnte wie als Erklärung dafür, dass er nur über den Sport reden wollte.

«Alles ist offen», lautete die Replik, als einer wissen wollte, ob er weiter­spielen wolle oder an Rücktritt denke. Die gleiche Antwort gab es darauf, ob er sich vorstellen könnte, auf seinen Entscheid in Sachen SCB zurückzukommen oder gar nach Kloten heimzukehren.

Für die Unterländer ist das zumindest ein Zeichen. Bisher hatte man beim EHC stets betont, aus strategischen wie finanziellen Gründen sei Plüss kein Thema. Gestern klang es schon weniger endgültig. «Bisher gab es keinen Kontakt», sagte Sportchef Pascal Müller, «und ich habe keine Ahnung, was Plüss für Ideen hat. Ob das ein Thema werden kann, werden wir sehen.»

In Sachen Offenheit sind Kloten und sein verlorener Sohn jedenfalls auf einer Linie. Doch auch beim EHC steht vorerst der Sport im Fokus. Heute gegen Biel beginnt definitiv der Kampf gegen den Abstieg.

Erstellt: 18.02.2017, 00:56 Uhr

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