Warum der HC Davos einen ausländischen Goalie holt

Knall beim HCD: Das Goalie-Experiment mit den jungen Schweizer Goalies ist beendet. Der Schwede Anders Lindbäck kommt.

Goalie Anders Lindbäck, hier im Dress der Nashville Predators.

Goalie Anders Lindbäck, hier im Dress der Nashville Predators. Bild: Darryl Dyck/Keystone

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Zwei Saisons lang spielte der HC Davos mit Gilles Senn und Joren van Pottelberghe als Goalie-Duo. Die beiden sind mit aktuell 22 respektive 21 Jahren die jüngsten regelmässig eingesetzten Torhüter der National League. Beide haben eigentlich Verträge in Davos bis Sommer 2019.

Doch nun hat der HCD einen Schlussstrich hinter das Experiment mit jungen Torhütern gezogen. Der 30-jährige Schwede Anders Lindbäck kommt für eine Saison. Er hat die letzte Saison in der AHL bei Milwaukee, dem Farmteam der Nashville Predators, bestritten. In der NHL schaffte es der knapp 2 Meter grosse Schwede aus Gävle bei vier Teams zum Ersatz-Torhüter.

Die Verpflichtung Lindbäcks überrascht. Sie sei aus Davoser Sicht aber notwendig geworden. Sagt HCD-Präsident Gaudenz Domenig. Sowohl Van Pottelberghe als auch Senn, beide in der NHL gedraftet, liebäugeln mit einem Wechsel nach Nordamerika nächste Saison. Dort dürften sie dann wahrscheinlich in AHL-Teams zum Einsatz kommen.

«Keine Ausbildung für ausländische Clubs»

«Wir haben mit beiden keine längerfristige Lösung gefunden», sagt Domenig. Darum liege der Fokus des Clubs nun bei sich selbst: «Der Goalie ist die vielleicht wichtigste Position im Eishockey, der Entscheid ist darum im Interesse des HCD. Unser Fokus liegt nicht auf der Ausbildung von Spielern von ausländischen Clubs.»

Offenbar, auch wenn das so beim HCD niemand bestätigt, war der Club nicht mehr bereit, auch die dritte Saison mit dem Duo zu bestreiten, wenn es den Club so oder so verlassen wird. Es sei, so Domenig, «ein langes und schwieriges Abwägen» gewesen.

Dieser Entscheid wird in Davos, aber auch im ganzen Schweizer Eishockeykosmos für Wirbel sorgen. Der HCD wird damit mit drei Goalies in die Saison starten – keine Situation für eine ganze Saison … «Wir werden das nun anschauen», so Domenig.

Ausländersuche nicht abgeschlossen

Mit der Verpflichtung des neuen Goalies hat der HCD nun zwar fünf Ausländer unter Vertrag: Lindbäck, Verteidiger Magnus Nygren und die Stürmer Shane Prince, Perttu Lindgren und Sami Sandell. Eingesetzt werden dürfen pro Match nur vier. Und dennoch ist wahrscheinlich, dass Davos noch einen weiteren Söldner holt, wohl einen Center.

Denn Mittelstürmer Lindgren hat erst diese Woche sein Comeback nach einem Jahr Pause wegen einer Hüftverletzung gegeben. Wie schnell und ob er wieder der Alte wird, ist offen – vor zwei Jahren wurde der Finne noch zum MVP der Schweizer Meisterschaft gekrönt. Sein Landsmann Sandell, ebenfalls als Center eingeplant, ist derzeit verletzt, sein Status ist unklar. Wann er ins Lineup zurückkehrt, ist offen.

Die Stationen von Anders Lindbäck: (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.09.2018, 13:14 Uhr

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