Was bringt der Kickboxer dem ZSC?

Die Zürcher verpflichteten das Zuger Raubein Johann Morant ab nächster Saison. Dabei machte er sich bei diesen schon mehrmals unbeliebt.

Auch schon ausfällig gegen die Zürcher: Raubein und ZSC-Zuzug Johann Morant, hier noch im Trikot des SCB.

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Es ist nicht so, dass sich Johan Morant bisher bei den ZSC Lions besonders beliebt gemacht hätte. Zu Beginn des Saison 2011/12 brach er Mathias Seger mit einem wuchtigen Schlag ins Gesicht das Jochbein. Der Zürcher Captain fiel vier Wochen aus. Und im Playoff-Final 2012, immer noch in Diensten des SC Bern, prügelte er wie von Sinnen auf Cyrill Bühler ein und stiess im Adrenalin auch noch einen Linienrichter um. ZSC-Geschäftsführer Peter Zahner sagte damals, Morant habe nur eine Gehirnzelle und im Eishockey nichts verloren. Der Franzose mit Schweizer Lizenz wurde drakonisch bestraft, für 14 Spiele gesperrt.

Und nun hat Morant also bei den ZSC Lions angeheuert: Der 33-jährige Verteidiger unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag ab nächster Saison. Sportchef Sven Leuenberger hatte ihn einst zum SCB gelotst, nun hat er ihn nach Zürich geholt. Dass er dafür nicht nur Applaus ernten würde, dürfte Leuenberger gewusst haben. Doch er sagt: «Die meisten sehen ihn als bösen Raufbold. Aber ich habe das Gefühl, dass er in den letzten Jahren in Zug sehr viel gelernt hat. Meist verteidigte er ja zusammen mit Raphael Diaz. Seine Lernkurve weist nach oben. Er ist zweikampfstark, ein explosiver Läufer und kann inzwischen einen soliden ersten Pass spielen.»

Er ist Hobby-Kickboxer

Es liegt auf der Hand, dass Morant bei den Zürchern primär eine defensive Rolle spielen soll. Die Marke von zehn Skorerpunkten erreichte er bisher nie in der National League. In dieser Saison verteidigte er meist im dritten Backpaar zusammen mit Jesse Zgraggen. Da habe er eine Führungsrolle übernommen, attestiert ihm Leuenberger. Und der Sportchef sagt auch: «Er bringt uns auch noch etwas, von dem wir zu wenig haben.» Damit meint er dessen Härte und Aggressivität. Morant ist auch Hobby-Kickboxer, bestreitet da allerdings keine Wettkämpfe, nur Trainings.

Mit seiner Verpflichtung lanciert Leuenberger die Transferkampagne auf nächste Saison. Dabei dürfte er den Fokus zuerst einmal auf die Defensive legen. Nur drei Verteidiger sind über diese Saison hinaus gebunden: Dario Trutmann (2021), Patrick Geering (2023) und Christian Marti (2024). Dave Sutter, der kaum mehr spielt, wird die Zürcher verlassen. Der junge Tim Berni plant, nach Nordamerika zu gehen. Mit Phil Baltisberger konnten sich die Lions noch nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Severin Blindenbachers Zukunft steht in den Sternen. Auch Maxim Noreaus Kontrakt läuft aus, doch Ausländer findet man immer.

Buhlen um Andersson

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Zürcher um Berns Calle Andersson bemühen. Doch der SCB würde den 25-jährigen Offensivverteidiger gerne halten. Auch Lugano, Lausanne und der EV Zug buhlen um den Schweden mit Schweizer Lizenz. Mit der Verpflichtung Morants hat Leuenberger jedenfalls schon einmal den ersten Schritt gemacht. Wie gross die Freude darüber in der ZSC-Kabine ist, darüber kann man nur spekulieren. Seine früheren Opfer Mathias Seger und Cyrill Bühler sind inzwischen ja zurückgetreten. Und man könnte es auch so sehen: Es ist angenehmer, einen Bösewicht im eigenen Team zu haben als beim Gegner.


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Erstellt: 28.10.2019, 19:29 Uhr

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