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Luganos Revanche – Bern und Davos auf Kurs

Der HC Lugano bezwingt die ZSC Lions in der Resega 4:3 und gleicht damit die hochbrisante Playoff-Affiche aus. Zug, Davos und Bern erhöhen in ihren Serien allesamt auf 2:0.

Die Serie ist lanciert: Die Bianconeri gleichen dank einem hart erkämpften 4:3-Sieg über die Lions diese hitzige Playoff-Affiche aus.
Die Serie ist lanciert: Die Bianconeri gleichen dank einem hart erkämpften 4:3-Sieg über die Lions diese hitzige Playoff-Affiche aus.
Gabriele Putzu, Keystone
Blitzstart nach Mass: Keine Minute nachdem die Trillerpfeife des Schiedsrichters diese zweite Playoff-Partie eröffnet, bringt Topskorer Linus Klasen die Resega ein erstes Mal zum toben.
Blitzstart nach Mass: Keine Minute nachdem die Trillerpfeife des Schiedsrichters diese zweite Playoff-Partie eröffnet, bringt Topskorer Linus Klasen die Resega ein erstes Mal zum toben.
Gabriele Putzu, Keystone
Genf-Servette blamiert sich aufgrund einer 2:5-Klatsche gegen Zug vor eigenem Publikum. Die äusserst undiszipliniert agierenden Westschweizer zeigen ihren Fans eine miserable Leistung und liegen nach dem Break in der Serie mit 0:2 zurück.
Genf-Servette blamiert sich aufgrund einer 2:5-Klatsche gegen Zug vor eigenem Publikum. Die äusserst undiszipliniert agierenden Westschweizer zeigen ihren Fans eine miserable Leistung und liegen nach dem Break in der Serie mit 0:2 zurück.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
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Zweimal machten die ZSC Lions eine Führung Luganos wett – und dies verdientermassen. Am Ende sorgte aber mit Luca Fazzini ein Eigengewächs für die Entscheidung. Der Tessiner, der nächste Woche seinen 22. Geburtstag feiert, erzielte das 3:2 und und 4:2 im Schlussdrittel. Die Zürcher waren im Sottoceneri zwar die aktivere und spielerisch bessere Mannschaft, Lugano aber kaltblütiger und effizienter. David Rundblad brachte fünfeinhalb Minuten vor Schluss mit dem 4:3 zwar nochmals Spannung - und Hektik - zurück, der starke Lugano-Goalie Elvis Merzlikins liess sich aber nicht mehr bezwingen.

Das 2:2 nach zwei Dritteln hatte den Tessinern geschmeichelt. Am Ende zeigte die Schussstatistik 23 Abschlüsse Luganos und 46 der Gäste an. Den Löwen fehlte aber wohl die Kreativität ihres verletzten Topskorers Robert Nilsson. Mehr jedenfalls, als die Bianconeri den ebenfalls verletzten Damien Brunner und den gesperrten Julien Vauclair vermissten. Der Kanadier Ryan Wilson ersetzte Vauclair, dafür musste Stürmer Patrik Zackrisson auf die Tribüne. Wilson fügte sich gut ein und bereitete das 1:0 durch den zuletzt enttäuschenden Linus Klasen magistral vor.

Gardner korrigiert seinen Fauxpas

Pius Suter glich diesen ersten Rückstand nach einem Fehler Ryan Gardners aus, dieser revanchierte sich aber mit dem 2:1 nach gutem Forechecking. Das 2:2 gelang Inti Pestoni im Powerplay. Mit je vier kleinen Strafen war die Partie zwar intensiv, aber nicht übertrieben hart.

Genf-Servette blamiert sich zu Hause

Eine miserable Leistung bringt Servette in der Serie gegen Zug arg in Rücklage. Die Genfer gehen im ersten Heimspiel mit 2:5 unter.Das Team von Chris McSorley legte die schwächste Saisonleistung aufs Eis. Nicht einmal bei der 1:7-Heimniederlage Anfang Dezember gegen Davos hatte Servette derart schwach, emotionslos und vor allem dumm gespielt.

Am Samstag, als Genf in Zug nur 7,4 Sekunden zum Sieg gefehlt hatten, realisierte Zug mit zwei Powerplaytoren die späte Wende zum 3:2 nach Verlängerung. Und was tat Servette in Spiel 2? Die Servettiens leisteten sich eine dumme Strafe nach der anderen. Cody Almond behinderte schon nach 18 Sekunden ohne Not den Gegenspieler. Tim Traber fuhr Zugs Goalie Tobias Stephan über den Haufen. Juray Simek liess seine Faust sprechen. Der EV Zug spielte fast nur Überzahl. Und das tat er gut. Dank vier Powerplaytreffern führte der Gast aus der Innerschweiz nach 18 Sekunden im Schlussabschnitt mit 5:0.

Disziplin ist gefragt

Servette besann sich viel zu spät aufs Hockeyspielen. Erst nach 46 Minuten verkürzte Servette innerhalb von 25 Sekunden auf 2:5. Zu mehr reichte es den Genfern nicht mehr. Nur wenn die Genfer am Donnerstag in Zug diszipliniert auftreten, kriegen sie in der Serie noch eine Chance.

Glücklose Lausanner

Lausanne kämpfte bislang in der Serie glücklos. Am Samstag verspielten die Waadtländer auf dem Weg in die 3:5-Niederlage eine 3:0-Führung. Und in Davos fehlten am Dienstag in der Schlussphase mehrmals nur wenige Zentimeter zum 2:2-Ausgleich. Sven Ryser schob in der 50. Minute den Puck vor dem Tor durch. Topskorer Dustin Jeffrey lupfte die Scheibe über das offene Goal (55.). Dustin Jeffrey und Harri Pesonen vergaben zwei Minuten vor Schluss die letzten Lausanner Grosschancen.

Bei Davos ärgerte sich Coach Arno Del Curto über das Zittern im Schlussabschnitt, weil sein Team die Partie in den ersten 40 Minuten längst hätte entscheiden müssen. Denn Lausanne agierte im Bündnerland naiv. Lausanne spielte undiszipliniert, wollte ungestüm Härte in die Serie bringen. Und zuweilen mussten Lausanner foulen, weil die Davoser ihnen furios um die Ohren liefen. Lausanne geriet in den ersten 40 Minuten acht Mal in Unterzahl und konnte selber nur einmal Powerplay spielen. 17:3 lautete im zweiten Abschnitt das Schussverhältnis zu Gunsten des HCD.

Gebrüder Wieser

Aber Davos führte durch Dino und Marc Wieser nur 2:0. Die beiden Brüder skorten bislang fünf der sieben Davoser Goals in der Serie. Und als Philippe Schelling mit der erst zweiten Lausanner Torchance des gesamten Spiels nach 45 Minuten auf 1:2 verkürzte, gerieten die Bündner ins Schwimmen. Dennoch spricht vor Spiel 3 fast alles für Davos. Seit der längsten Siegesserie in der NLA der Klubgeschichte (9 Siege hintereinander bis Mitte Januar) gewann Lausannes Hockey Club bloss noch zwei von 13 Spielen. Die Negativserie muss am Donnerstag beendet werden, sonst droht schon diese Woche das Saisonende.

Der SC Bern ist auf Kurs

Bern kommt gegen Biel souverän zum zweiten Sieg. Anders als noch am Samstag in Bern, als sich der Qualifikationssieger und Titelverteidiger gegen den Kantonsrivalen mit Ach und Krach erst nach Verlängerung durchsetzte, legte die Mannschaft von Kari Jalonen drei Tage später auf fremdem Terrain einen souveränen Auftritt hin. Exakt zwei Minuten waren gespielt, als der SCB ein erstes Mal jubeln konnte. Rückkehrer Simon Bodenmann hatte für Andrew Ebbett aufgelegt, der Kanadier erwischte Biel-Goalie Jonas Hiller zwischen den Beinen. Eine Mitschuld bei diesem Gegentreffer traf mit Thomas Wellinger ein anderer Rückkehrer. Der Bieler Verteidiger, dessen Saisonende nach einer Schulterverletzung praktisch feststand, kam zu spät und konnte Bodenmann nicht mehr am Querpass hindern.

Auch zu Beginn des Mitteldrittels gelang Bern, das deutlich mehr Spielanteile hatte, ein Blitzstart. Wieder waren nur 81 Sekunden gespielt, als Luca Hischier auf Zuspiel von Martin Plüss zum 2:0 traf. Im Schlussabschnitt erhöhte Ebbett mit seinen zweiten persönlichen Treffer an diesem Abend schliesslich noch auf 3:0.

Keine Rückkehr in Sicht

Es deutet derzeit nichts daraufhin, als könnte Biel das Ruder in der Best-of-7-Serie nochmals herumreissen. Gerade in der Offensive liessen die Seeländer bei ihrem ersten Playoff-Auftritt vor heimischem Publikum einiges vermissen. Topskorer Robbie Earl vermochte ebenso wenig Akzente zu setzen wie Marc-Antoine Pouliot, der zwar stets bemüht war, aber oft glücklos agierte. Auch das Bieler Powerplay war harmlos. Keine der sechs Überzahlsituationen konnte der Gastgeber ausnutzen. SCB-Goalie Leonardo Genoni kam mit 21 Paraden zu einem relativ lockeren Shutout, sein sechster in dieser Saison.

Während Biel nun bereits seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet, verlängerte Bern seine Erfolgsserie auf acht Partien ohne Niederlage. Die letzte SCB-Niederlage datiert vom 4. Februar (1:2 n.V. gegen die ZSC Lions).

Meisterschaft NLA. Playoffs (Best of 7) Viertelfinals:

Biel (8.) - Bern (1.) 0:3 (0:1, 0:1, 0:1); Stand 0:2.

Lugano (7.) - ZSC Lions (2.) 4:3 (2:1, 0:1, 2:1); Stand 1:1.

Genève-Servette (6.) - Zug (3.) 2:5 (0:3, 0:1, 2:1); Stand 0:2.

Davos (5.) - Lausanne (4.) 2:1 (1:0, 1:0, 0:1); Stand 2:0.

Nächste Spiele am Donnerstag.

Lugano - ZSC Lions 4:3 (2:1, 0:1, 2:1)

6143 Zuschauer. - SR Mollard/Vinnerborg, Gnemmi/Obwegeser. Tore: 1. (0:51) Klasen (Wilson) 1:0. 4 Suter (Thoresen) 1:1. 18. Gardner (Romanenghi) 2:1. 35. Pestoni (Wick, Shannon/Ausschluss Sannitz) 2:2. 45. Fazzini (Chiesa) 3:2. 53. Fazzini (Klasen/Ausschluss Geering, Strafe gegen ZSC Lions angezeigt) 4:2. 55. Rundblad 4:3. Strafen: je 4mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Klasen; Thoresen. Lugano: Merzlikins; Furrer, Chiesa; Wilson, Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Bürgler, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Reuille; Hofmann, Sannitz, Bertaggia; Walker, Gardner, Morini; Romanenghi. ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Geering, Rundblad; Seger, Marti; Phil Baltisberger, Guerra; Herzog, Suter, Thoresen; Pestoni, Shannon, Wick; Künzle, Schäppi, Kenins; Bachofner, Trachsler, Chris Baltisberger. Bemerkungen: Lugano ohne Kparghai, Brunner (beide verletzt), Vauclair (gesperrt) und Zackrisson (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Sjögren und Nilsson (beide verletzt). 37. Pfostenschuss Hofmann. 58. (57:59) Timeout ZSC Lions, danach ohne Goalie.

Genève-Servette - Zug 2:5 (0:3, 0:1, 2:1)

6606 Zuschauer. - SR Fischer/Stricker, Borga/Küng. Tore: 2. Sandro Zangger (Immonen, Alatalo/Ausschluss Almond) 0:1. 19. Alatalo (Sandro Zangger, Immonen/Ausschluss Simek) 0:2. 20. (19:41) Lammer (Fabian Schnyder, McIntyre) 0:3. 22. McIntyre (Diaz/Ausschluss Traber) 0:4. 41. (40:18) McIntyre (Klingberg, Martschini/Ausschluss Bezina) 0:5. 46. (45:27) Spaling (Fransson/Ausschluss Grossmann) 1:5. 46. (45:52) Spaling (Almond, Fransson/Ausschluss Grossmann) 2:5. Strafen: 13mal 2 plus 5 Minuten (Vukovic) plus 10 Minuten (Rubin) plus Spieldauer (Vukovic) gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 5 Minuten (Grossmann) plus Matchstrafe (Grossmann) gegen Zug. Genève-Servette: Robert Mayer (22. Bays); Loeffel, Mercier; Jacquemet, Fransson; Vukovic, Bezina; Petschenig; Gerbe, Almond, Spaling; Jeremy Wick, Slater, Rod; Simek, Romy, Riat; Traber, Rubin, Douay; Heinimann. Zug: Tobias Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Dominik Schlumpf, Erni; Fohrler, Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder. Bemerkungen: Genève-Servette ohne Kast (verletzt), Ehrhardt und Paré, Zug ohne Markkanen und Järvinen (alle überzählige Ausländer). - Timeout Servette (48.).

Davos - Lausanne 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

5291 Zuschauer. - SR Koch/Wehrli, Bürgi/Kovacs. Tore: 5. Dino Wieser (Paschoud, Schneeberger) 1:0. 34. Marc Wieser (Kousal, Schneeberger) 2:0. 45. Schelling (Genazzi, Déruns) 2:1. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 10mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Ambühl; Jeffrey. Davos: Senn; Félicien Du Bois, Kindschi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Rahimi; Ambühl, Ruutu, Kessler; Marc Wieser, Lindgren, Kousal; Sciaroni, Corvi, Dino Wieser; Simion, Samuel Walser, Jörg. Lausanne: Huet; Junland, Borlat; Dario Trutmann, Genazzi; Gobbi, Jannik Fischer; Lardi; Danielsson, Jeffrey, Sven Ryser; Herren, Froidevaux, Harri Pesonen; Déruns, Miéville, Schelling; Benjamin Antonietti, Kneubuehler, Augsburger; Florian Conz. Bemerkungen: Davos ohne Axelsson, Egli und Spylo, Lausanne ohne Paul Savary, Walsky (alle verletzt) und Per Ledin (überzähliger Ausländer). Borlat verletzt ausgeschieden (17.). - Timeouts: Davos (45.); Lausanne (58.). - Pfostenschüsse Lindgren (39./56.).

Biel - Bern 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

6521 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Kurmann, Abegglen/Kaderli. Tore: 3. Ebbett (Bodenmann) 0:1. 22. Hischier (Plüss) 0:2. 50. Ebbett 0:3. Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Biel, 6mal 2 Minuten gegen Bern. - Biel: Hiller; Dave Sutter, Lundin; Dufner, Wellinger; Steiner, Maurer; Hächler, Jecker; Schmutz, Earl, Rajala; Pedretti, Pouliot, Tschantré; Rossi, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Horansky, Fabian Sutter, Wetzel. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Noreau, Gerber; Andersson, Kamerzin; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Hischier, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Berger, Müller, Randegger. Bemerkungen: Biel ohne Haas, Fey, Joggi, Valentin Lüthi (alle verletzt) und Micflikier (überzähliger Ausländer), Bern ohne Reichert (verletzt) und Gagnon (überzähliger Ausländer).

SDA/nos

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