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Wieder Geschichte schreiben

Trotz des 3:1 im Final lief der ZSC in den Spielen meist hinterher. In der Finalissima braucht er eine neue Dynamik.

Vor dem entscheidenden Spiel sprechen viele Statistiken gegen die Zürcher (im Bild Pius Suter). Foto: Patrick Straub (Freshfocus)
Vor dem entscheidenden Spiel sprechen viele Statistiken gegen die Zürcher (im Bild Pius Suter). Foto: Patrick Straub (Freshfocus)

In den ersten zwei Playoff-Finals gegen Lugano schrieben die ZSC Lions jeweils Geschichte. Zuerst, indem sie 2000 ihren ersten Titel der Clubhistorie seit 1961 einfuhren. Im folgenden Jahr, ­indem sie die Finalserie nach einem 1:3 noch drehten – was in der Schweiz ­zuvor noch keinem Team gelungen war. Als die Luganesi in Spiel 5 in der Resega nach dem Titel griffen, war der Gästesektor kurzerhand zu einer zusätzlichen Heimkurve umfunktioniert worden. Doch die Meisterparty platzte, und wie Samuelsson Spiel 7 mit seinem ­Meisterschuss nach 70:07 entschied, ist unvergessen.

Wenn die ZSC Lions doch noch Meister werden wollen, nachdem sie einen 3:1-Vorsprung verspielt haben, müssen sie erneut Geschichte schreiben. Achtmal glich das Team mit Heimrecht nach einem 0:3 oder 1:3 eine Serie aus. Achtmal setzte es sich in Spiel 7 durch.

Fans kaufen sich Tickets für das Public Viewing in der Messe Oerlikon. Video: Tamedia

An Kloten ein Beispiel nehmen

Die Zürcher sollten sich, was dieser Tage seltsam klingen dürfte, ein Beispiel nehmen an den Klotenern. Denn die schafften im Halbfinal 2011 gegen den SC Bern das Kunststück, in Spiel 7 das Momentum nochmals auf ihre Seite zu ziehen, nachdem sie eine 3:0-Führung preisgegeben hatten. Im entscheidenden Match im Schluefweg stellten sie den Bernern den Strom ab, siegten sie 1:0.

Es kam schon sechsmal vor, dass ein Team nach zwei oder sogar drei verpassten Matchpucks die Serie trotzdem noch gewann – stets aber auf heimischem Eis. Für die Mannschaft von Hans Kossmann ist die vierte und letzte Reise nach ­Lugano ein Charaktertest. Die Frage ist, wie gut sie die Zentimeter-Entscheidung im Hallenstadion verdauen und wieder nach vorne schauen kann.

Schiedsrichter-Ärger bei den Lions. Video: Tamedia

Vey oder Pelletier für Pettersson

Gestern stand Regeneration auf dem Programm, aufs Eis gingen fast nur Spieler, die am Mittwoch zugeschaut hatten. Mindestens einer von ihnen wird heute eingreifen, denn Pettersson wurde wie erwartet für sein Frustfoul gegen ­Lapierre gesperrt. Weil die Spieldauer in eine Matchstrafe umgewandelt wurde, hatten die Zürcher auch keine Rekursmöglichkeit. Und realistisch gesehen, hätte ein Rekurs ohnehin nichts bewirkt – Pettersson muss mit mehreren Spielsperren rechnen. Kossmann hat also die Qual der Wahl, ob er den gewissen­haften, aber langsamen Pelletier oder den wiedergenesenen Vey anstelle des Schweden nominieren will. Verraten will er nichts, beide trainierten im grünen Leibchen der Überzähligen. Vey hat seit Spiel 5 des Halbfinals nicht mehr gespielt, Pelletier bestritt die Finalspiele 1 und 3. Möglich ist auch, dass Pestoni nochmals eine Chance bekommt. Kossmann dürfte überall nach neuem Schwung und Inspiration suchen.

Es würde bereits helfen, wenn die Zürcher wieder einmal in Führung ­gehen würden. Denn obschon sie in der Serie mit 3:1 führten, rannten sie in den Spielen fast immer hinterher. In sechs Partien spielten sie nur gerade 36 Minuten und 23 Sekunden mit einer Führung im Rücken, letztmals in Spiel 2. Sie brauchen eine neue Dynamik. Sollten sie für einmal das 1:0 erzielen, könnte das ihnen Flügel verleihen.

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