Wieder ideenlos, weiter sieglos

Viel zu passive Flyers stehen nach dem 1:3 in Davos vor dem frühen Saisonende.

Klotener Frust: Den Flyers – in der Mitte Goalie Boltshauser – fehlte auch im dritten Spiel der Durchblick. Foto: G. Ehrenzeller (Keystone)

Klotener Frust: Den Flyers – in der Mitte Goalie Boltshauser – fehlte auch im dritten Spiel der Durchblick. Foto: G. Ehrenzeller (Keystone)

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War es Zufall, war es Hohn? Im Mitteldrittel dröhnte «Uprising» durch die Davoser Arena, der Hit der britischen Band Muse, den die Flyers jahrelang bei Heimspielen zum Einlaufen hörten. Das passte, denn genau so war auch der Auftritt der Klotener: als seien sie beim Einspielen. Die Folge war die dritte Niederlage im dritten Spiel. Die zweite, bei der Kloten ohne erkennbares Konzept auftrat. Immerhin: Das Resultat war mit 1:3 etwas schmeichelhafter als beim 1:4 fünf Tage zuvor.

«Aufstand» heisst der Muse-Song übersetzt, doch Widerstand leistete das Team von Sean Simpson fünfzig Minuten lang wenig. Das Startdrittel war ein ­Spiegelbild von Spiel 1: Wieder gewannen die Davoser fast jeden Zweikampf, wieder kamen die Klotener kaum aus dem eigenen Drittel.

Und als bittere Ironie wurde einer der wenigen gefährlichen Zürcher Angriffe auch noch mit dem 0:1 bestraft. Genoni spitzelte einen Querpass vor dem heranstürmenden Kolarik weg, Ambühl zog auf der Aussenbahn los, ­düpierte Ver­teidiger Harlacher und bezwang den diesmal starken Torhüter Boltshauser.

Es war nicht das einzige Mal, dass Harlacher schlecht aussah. Er stand mit einem Fehlpass auch am Ursprung des 0:2 (18.). Und doch kann dem 20-Jährigen so wenig ein Vorwurf gemacht werden wie am Samstag Boltshauser. Beide haben kaum NLA-Erfahrung, beide ­verpassten diese Saison Monate wegen Verletzungen, beide haben eine schöne Zukunft vor sich. Sie wurden durch die Ausfälle von Nummer-1-Goalie-Gerber (angeschlagen) sowie den Stammverteidigern Back (verletzt) und Collenberg (gesperrt) schlicht in Rollen gedrängt, die im Playoff doch ziemlich gross sind.

«Mehr Widerstand leisten»

Die Frage ist viel mehr, wo die Widerwehr der Etablierten gestern war. Wo der Aufstand blieb von Nationalspielern à la Hollenstein, Bieber oder von Gunten, von Ausländern à la Gustafsson, Sheppard, Santala oder Kolarik. Und last, but not least vom Etabliertesten von allen: Sean Simpson. Als Sportchef hat der Kanadier ein Viertel des gestern auf dem Eis befindlichen Personals verpflichtet. Als Trainer ist er für Match­vorbereitung und Coaching zuständig.

Nimmt man gestern zum Massstab, ist sein Einfluss aufs Personal gering. Im ersten Drittel war Kloten nicht bereit. Im zweiten fand es nicht statt. Und im dritten, als Davos sich unerklärlicherweise aufs Verwalten konzentrierte, kam von den Flyers ebenso unerklärlicherweise lange nichts. Es brauchte eine Einzelleistung von Verteidiger Frick, bis Kloten nach 56 Minuten doch noch ein Tor gelang. Für ein zweites reichte die Zeit nicht mehr. 18 Sekunden nach dem deutlichsten ­Lebenszeichen auf der Gästebank – Simpson winkte Boltshauser vom Feld – besiegelte Axelsson mit dem 3:1 den nächsten HCD-Sieg.

Kein einziges Timeout nahmen die Flyers in diesem Viertelfinal bisher, ­total nur sechs Sekunden lagen sie in Front. «Wir müssen mehr Widerstand leisten», sagte Hollenstein vor dem morgigen, womöglich letzten Spiel in dieser Serie. Auf den Einwand, das hätten sich die Flyers doch bestimmt auch gestern ­vorgenommen, meinte der Captain: «Wir müssen es einfach auch machen.»

Erstellt: 08.03.2016, 23:17 Uhr

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