Arcobello schiesst den SCB zur Tabellenführung

In einer spektakulären Partie gewinnt der SC Bern in Zug 4:3. Auch der ZSC gewinnt. Die Lions schlagen Lausanne 5:4.

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Trotz einem Schussverhältnis von 45:22 und einem Hattrick von Lino Martschini reicht es Zug gegen «Angstgegner» Bern erneut nicht zum Sieg. Bern dreht die Partie in den letzten drei Minuten.

57 Minuten lang war Mark Arcobello im Spitzenkampf nicht gross aufgefallen. Dann legte der Amerikaner des SCB zuerst im Powerplay Calle Andersson auf, der mit einem Weitschuss von der blauen Linie zum 3:3 ausglich. Und 2,4 Sekunden (!) vor dem Ende schoss Arcobello den effizienten SCB gar noch zum Sieg, dem achten in Folge gegen Zug. Bern ist damit zum ersten Mal seit dem 28. September wieder Leader.

Zuger haderten mehrmals an den Schiedsrichtern

Waren die Zuger in den letzten Vergleichen mit Bern oftmals ohne Siegchance geblieben, war diese Niederlage äusserst bitter. Der EVZ haderte mehrmals mit den Schiedsrichtern, nachdem diese schon in der 18. Minute nach einer Coaches Challenge des SCB den Führungstreffer (zurecht) aberkannten. Kurz darauf schoss Tristan Scherwey das 1:0 für die Gäste. Dem 2:1 der Berner ging zudem ein klarer Befreiungsschlag (Icing) voraus.

Zu überzeugen wusste bei Bern Torhüter Leonardo Genoni, der zum ersten Mal nach der Bekanntgabe seines Wechsels in Zug spielte und 42 Schüsse stoppte. Einzig Lino Martschini bezwang seinen künftigen Teamkollegen - dafür gleich dreimal. Der PostFinance-Topskorer der Zentralschweizer schoss als vierter Spieler in dieser Saison nach Dario Bürgler (Lugano), Toni Rajala (Biel) und Cody Almond (Genève-Servette) drei Tore in einer Partie.

Dem ZSC gelingt die Reaktion auf das CHL-Aus

Lausanne hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Nach zuletzt acht Siegen in Folge riss die Erfolgsserie, die Waadtländer verloren nach einem packenden Spiel gegen die ZSC Lions 4:5. Drei Tage nach dem bitteren Ausscheiden in der Champions League gegen Kärpät Oulu aus Finnland gelang den ZSC Lions die Reaktion. Die Zürcher drehten die Partie in der ausverkauften Lausanner Halle im Mitteldrittel mit drei Toren vom 1:2 zum 4:2 und fügten Lausanne die erste Niederlage seit genau einem Monat zu.

Den Lausannern kann kein Vorwurf gemacht werden. In einem intensiven Spiel blieben sie auch nach den drei Gegentreffern im mittleren Abschnitt stets dran. Und in der hektischen Schlussphase standen sie nach dem 4:5 durch Petteri Lindbohm (56.) - der finnische Verteidiger erzielte seinen ersten Saisontreffer - dem Ausgleich mehrmals sehr nahe. Am Ende setzten sich die ZSC Lions zum sechsten Mal in Folge gegen Lausanne durch. Den letzten Heimsieg gegen den Meister feierte Lausanne im Januar 2017.

Achte Heimniederlage in Folge für den HCD

Der HC Davos kann zuhause nicht mehr gewinnen. Beim 3:6 gegen Ambri-Piotta verliert der Rekordmeister das achte Heimspiel in Folge.

Die heimische Arena in Davos ist wegen des Umbaus eine einzige Baustelle - und in etwas genau gleich tritt die Mannschaft auf dem Eis auf. Im zehnten Heimspiel kassierte die Mannschaft von Arno Del Curto die Gegentore Nummer 43 bis 48. Ein einziger Heimsieg (ein 2:0 gegen Rapperswil-Jona am 25. September!) steht für die Bündner in dieser Saison zubuche. Immerhin brachen sie nach Gegentreffern nicht wie auch schon ein. Ein 0:2 nach 24 Minuten holte Davos durch Tore der Ausländer Magnus Nygren und Perttu Lindgren im Mitteldrittel auf, auch nach dem 2:4 verkürzte Marc Wieser acht Minuten vor Schluss nochmals. Erst in den Schlussminuten wurde die Rechnung noch gesalzen.

Ambri verfügte in der Offensive über mehr Qualität und agierte zielstrebiger und effizienter. Marco Müller zeichnete sich durch die beiden wichtigen Tore vom 2:2 zum 4:2 aus und liess sich noch einen Assist gutschreiben. Auch PostFinance-Topskorer Dominik Kubalik (1 Tor, 2 Assists) kam auf drei Skorerpunkte. Davos entwickelt sich zu einer Art Lieblingsgegner der Leventiner. Ambri gewann sechs der letzten sieben Duelle.

Bieler Hoch scheint beendet zu sein

Biel verliert nach fast zwei Monaten die Leaderposition in der National League. Die Seeländer verlieren 1:6 in Genf. Neuer Spitzenreiter ist Kantonsrivale Bern. Das Bieler Hoch scheint vorerst beendet zu sein. Die Berner Seeländer, die seit dem 30. September an der Tabellenspitze stehen, kassierten bei Genève-Servette bereits die sechste Niederlage aus den letzten acht Spielen.

Lugano besiegte Fribourg-Gottéron gleich 6:0 und feierte den fünften Heimsieg in Folge. Den ersten Auswärtspunkt überhaupt holte Rapperswil-Jona. Die St. Galler lagen in Langnau bis kurz vor Schluss in Führung, kassierten aber noch den Ausgleich und später die Niederlage in der Verlängerung.

Telegramme:

Zug - Bern 3:4 (0:1, 1:1, 2:2)

7145 Zuschauer. - SR Lemelin/Hebeisen, Kovacs/Schlegel.

Tore: 20. (19:01) Scherwey (Sciaroni) 0:1. 31. Martschini 1:1. 36. Moser (Ebbett) 1:2. 43. Martschini (Ausschluss Klingberg!) 2:2 (Penalty). 51. Martschini (Everberg/Ausschlüsse Almquist, Krueger) 3:2. 58. Andersson (Arcobello/Ausschluss Thiry) 3:3. 60. (59:58) Arcobello 3:4. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Bern. PostFinance-Topskorer: Martschini; Arcobello.

Zug: Stephan; Schlumpf, Stadler; Thiry, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Klingberg, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Suri; Lammer, Senteler, Simion; Schnyder, Albrecht, Zehnder; Leuenberger.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Boychuk, Ebbett, Kämpf; Sciaroni, Haas, Scherwey; Berger, Heim, Bieber; Grassi.

Bemerkungen: Zug ohne Morant und Diaz, Bern ohne Marti, Untersander (alle verletzt) und Mursak (überzähliger Ausländer). Tor von Zryd nach Coaches Challenge (Offside) aberkannt (18.). Timeout Bern (57.

Davos - Ambri-Piotta 3:6 (0:1, 2:2, 1:3)

3757 Zuschauer. - SR Wiegand/Mollard, Dreyfus/Cattaneo.

Tore: 15. Kubalik (Müller, Ngoy) 0:1. 25. Guerra (Trisconi, Bianchi) 0:2. 32. Nygren (Meyer, Bader/Ausschluss Zwerger) 1:2. 35. Lindgren (Marc Wieser, Pestoni) 2:2. 39. Müller (Kubalik, Zwerger) 2:3 (Eigentor Heldner). 43. Müller (Kubalik, Zwerger/Ausschluss Du Bois) 2:4. 53. Marc Wieser (Ambühl, Du Bois) 3:4. 56. Hofer 3:5. 59. Zwerger 3:6 (ins leere Tor). Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Ambri. PostFinance-Topskorer: Pestoni; Kubalik.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Jung; Nygren, Barandun; Heldner, Kparghai; Payr, Buchli; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Pestoni, Bader, Hischier; Kessler, Egli, Dino Wieser; Frehner, Aeschlimann, Meyer.

Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Dotti; Fischer, Guerra; Ngoy, Jelovac; Kienzle; Trisconi, Kostner, Bianchi; Hofer, Novotny, Lerg; Zwerger, Müller, Kubalik; Lauper, Goi, Incir; Kneubuehler.

Bemerkungen: Davos ohne Paschoud (krank), Stoop, Corvi und Rödin, Ambri ohne Fora, Pinana und D'Agostini (alle verletzt). Pfostenschüsse Lerg (28.), Zwerger (33.). Timeout Ambri (55.). Davos von 58:24 bis 58:29 ohne Goalie.

Lausanne - ZSC Lions 4:5 (2:1, 1:3, 1:1)

6700 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Kika (CZE), Fuchs/Altmann.

Tore: 5. Jeffrey (Junland, Vermin/Ausschluss Blindenbacher) 1:0. 8. Prassl 1:1. 11. Vermin (Lindbohm, Jeffrey) 2:1. 22. Chris Baltisberger (Prassl) 2:2. 33. Klein 2:3. 36. Bodenmann (Pettersson) 2:4. 40. (39:01) Leone 3:4. 55. (54:00) Hollenstein (Klein) 3:5. 56. (55:19) Lindbohm 4:5. Strafen: keine gegen Lausanne, 3mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. PostFinance-Topskorer: Junland; Noreau.

Lausanne: Boltshauser; Junland, Frick; Nodari, Genazzi; Lindbohm, Grossmann; Trutmann, Borlat; Vermin, Jeffrey, Leone; Bertschy, Emmerton, Kenins; Moy, In-Albon, Antonietti; Traber, Froidevaux, Simic.

ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Noreau, Geering; Blindenbacher, Marti; Berni; Pettersson, Schäppi, Bodenmann; Miranda, Shore, Hollenstein; Chris Baltisberger, Prassl, Bachofner; Karrer, Hinterkircher, Herzog.

Bemerkungen: Lausanne ohne Herren, Zangger (beide verletzt) und Mitchell (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Cervenka, Nilsson, Suter, Sutter und Wick (alle verletzt). Pfostenschuss Blindenbacher (7.). Timeout Lausanne (57:54). Lausanne ab 57:54 ohne Torhüter.

Lugano - Fribourg-Gottéron 6:0 (2:0, 3:0, 1:0)

6047 Zuschauer. - SR Salonen/Koch, Wolf/Duarte. Tore: 8. Chiesa 1:0. 18. Lapierre (Sannitz) 2:0. 22. Ulmer (Klasen) 3:0. 24. Fazzini (Chorney, Hofmann/Ausschluss Marco Forrer) 4:0. 31. Klasen (Loeffel) 5:0. 57. Lajunen 6:0 (Eigentor Stalder). Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg. PostFinance-Topskorer: Hofmann; Sprunger.

Lugano: Merzlikins; Ulmer, Wellinger; Loeffel, Julien Vauclair; Chiesa, Chorney; Riva; Walker, Lajunen, Jörg; Lapierre, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Morini, Klasen; Fazzini, Romanenghi, Bertaggia; Reuille.

Fribourg-Gottéron: Berra (24. Waeber); Schneeberger, Schilt; Abplanalp, Stalder; Holös, Chavaillaz; Marco Forrer; Mottet, Slater, Marchon; Rossi, Bykow, Micflikier; Sprunger, Walser, Miller; Tristan Vauclair, Schmutz, Lhotak; Holdener.

Bemerkungen: Lugano ohne Haapala (überzähliger Ausländer), Ronchetti, Cunti und Sartori, Fribourg ohne Sandro Forrer und Furrer (alle verletzt). Timeout Fribourg (28.). Lattenschuss Bertaggia (35.).

Genève-Servette - Biel 6:1 (1:0, 2:1, 3:0)

6036 Zuschauer. - SR Massy/Dipietro, Wüst/Gnemmi.

Tore: 13. Rod (Fransson) 1:0. 24. Richard (Winnik, Wingels/Ausschluss Egli) 2:0. 28. Rubin (Berthon) 3:0. 37. Salmela (Rajala) 3:1. 42. Douay 4:1. 47. Richard 5:1. 58. Wick (Douay, Berthon) 6:1. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Servette, 3mal 2 Minuten gegen Biel. PostFinance-Topskorer: Almond; Rajala.

Genève-Servette: Descloux (41. Mayer); Vukovic, Fransson; Völlmin, Mercier; Jacquemet, Kast; Antonietti; Wingels, Richard, Winnik; Skille, Almond, Rod; Wick, Romy, Douay; Rubin, Berthon, Bozon; Maillard.

Biel: Hiller (47. Paupe); Egli, Salmela; Dufner, Sataric; Moser, Maurer; Suleski; Pouliot, Pedretti, Rajala; Brunner, Fuchs, Earl; Riat, Diem, Künzle; Schmutz, Neuenschwander, Hügli; Tschantré.

Bemerkungen: Servette ohne Bouma, Simek, Fritsche und Tömmernes, Biel ohne Fey, Forster, Kreis und Lüthi (alle verletzt). Dufner verletzt ausgeschieden (4.). Pfostenschuss Rajala (56.).

SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers 2:1 (0:1, 0:0, 1:0, 1:0) n.V.

5436 Zuschauer. - SR Stricker/Tscherrig, Kehrli/Castelli. -

Tore: 10. Spiller 0:1. 59. Elo (DiDomenico/Ausschlüsse Hächler, Ness) 1:1. 63. Erni (Glauser) 2:1. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 4mal 2 plus 10 Minuten (Maier) gegen die Rapperswil-Jona Lakers. PostFinance-Topskorer: Pesonen; Ness.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Randegger, Kindschi; Elo, Pascal Berger, Dostoinov; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Neukom; Rüegsegger, Diem, Gerber.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Gilroy, Sven Berger; Gähler, Profico; Iglesias, Schmuckli; Hächler, Maier; Spiller, Knelsen, Casutt; Kristo, Schlagenhauf, Wellman; Mosimann, Mason, Hüsler; Primeau, Ness, Lindemann.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Gagnon, Blaser und Nils Berger, Rapperswil-Jona Lakers ohne Helbling, Schweri (alle verletzt), Aulin und Rizzello (beide überzählig). Pfostenschuss DiDomenico (3.). Timeouts Rapperswil-Jona Lakers (57:30) und SCL Tigers (58:07). (dho/sda)

Erstellt: 23.11.2018, 23:27 Uhr

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