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NHL-Crack fährt nicht zur WM

Nationaltrainer Patrick Fischer muss an der Eishockey-WM in Moskau mit grosser Sicherheit ohne den NHL-Spieler Sven Bärtschi auskommen. Dafür steht Sven Andrighetto bereit.

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WM-Teilnahme kein Thema: Sven Bärtschi während eines NHL-Spiels der Vancouver Canucks im Januar 2016.
WM-Teilnahme kein Thema: Sven Bärtschi während eines NHL-Spiels der Vancouver Canucks im Januar 2016.
Darryl Dyck, Keystone

Der Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer bietet für die erste WM-Vorbereitungswoche 20 Spieler auf. Mit Luca Boltshauser (Kloten Flyers) und Pius Suter (ZSC Lions) sind auch zwei Neulinge dabei. Auf die Dienste von NHL-Spieler Sven Bärtschi muss Fischer höchst wahrscheinlich verzichten.

Zwar haben die Vancouver Canucks die Playoffs verpasst, allerdings läuft der Vertrag von Sven Bärtschi Ende Saison aus. Deshalb will der 23-jährige Langenthaler kein Risiko eingehen, umso mehr, als er aufgrund seiner starken Leistungen (15 Tore, 13 Assists) eine gute Position für die Verhandlungen besitzt. Die WM ist kein Thema", bestätigte Manager André Rufener gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Bärtschi reist nur dann nach Moskau, wenn der Kontrakt vorher unterschrieben ist.

Andrighetto steht bereit

Anders präsentiert sich die Situation bei Sven Andrighetto von den Montreal Canadiens, obwohl der Vertrag des Zürchers ebenfalls zu Ende geht. "Er spielt die WM", so Rufener, der in regelmässigem Kontakt mit Fischer steht. Für Andrighetto bietet die WM eine ideale Plattform, um seine Position für die Verhandlungen zu verbessern, damit er einen Einwegvertrag erhält. Der 23-Jährige hat in dieser Saison in 39 Partien für die Canadiens sieben Tore sowie neun Assists erzielt und ist mit seinem Speed auf jeden Fall eine Verstärkung für die Schweiz.

Auch für Reto Berra wäre eine WM-Teilnahme willkommen. Die Colorado Avalanche schoben den Zürcher Keeper trotz eines Einwegvertrages in die AHL ab. Nach einem guten Saisonstart in der NHL wurde Berra eine Fussverletzung zum Verhängnis. Eine Rückkehr in die Schweiz ist für ihn aber kein Thema. "Er kommt nicht nach Hause", sagte Rufener. Der frühere Profi erinnerte daran, wie schnell es in Nordamerika gehen kann.

Zwei Neulinge

Das Nationaltrainer-Triumvirat mit Patrick Fischer, Felix Hollenstein und Reto von Arx nominierte für die erste Testwoche mit den zwei Länderspielen in Schweden noch keine Akteure von Davos und Genf-Servette, die erst über Ostern aus den Playoffs ausgeschieden sind. Das erste Team stellt sich aus Akteuren der Viertelfinal-Verlierer (ZSC Lions, Kloten Flyers, Fribourg, Zug) und von Abstiegsrunden-Teilnehmern (Ambri, Lausanne) zusammen. Die Davoser und Genfer Spieler dürften ab der zweiten Vorbereitungswoche mit Aufgeboten rechnen können.

Bis zum ersten WM-Spiel am 7. Mai in Moskau bestreitet das Nationalteam zwei Trainingslager im Ausland (in Schweden und Weissrussland) und während vier Wochen insgesamt neun Länderspiele, fünf in der Schweiz.

Ein Dutzend Akteure, welche die Schweiz in den letzten drei Jahren (seit der WM 2013 in Schweden) an Weltmeisterschaften und den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi vertreten haben, fehlen im ersten Aufgebot, allen voran Severin Blindenbacher, Mathias Seger und Patrick von Gunten. Der 41-jährige Goalie Martin Gerber erhielt kein Aufgebot mehr, obwohl Zugs Tobias Stephan auf eine WM-Teilnahme verzichtet (er benötigt Zeit für die Regeneration). Die Goalies während der ersten Vorbereitungswoche sind Luca Boltshauser, Gerbers Nummer 2 in Kloten, und Sandro Zurkirchen (Ambri-Piotta).

Überraschenderweise reist die Schweiz nächste Woche mit nur sechs Verteidigern nach Schweden an die beiden Länderspiele in Ljungby und Ängelholm. «Wir haben für die erste Woche ein schmales Kader aufgeboten», so Fischer. «Unsere Spieler sollen so möglichst viel Eiszeit erhalten, um sich für das WM-Kader aufdrängen zu können.»

Das Aufgebot

Torhüter(2): Luca Boltshauser (Kloten Flyers), Sandro Zurkirchen (Ambri-Piotta).

Verteidigung(6): Lukas Frick (Kloten Flyers), Patrick Geering (ZSC Lions), Joël Genazzi (Lausanne), Robin Grossmann (Zug), Yannick Rathgeb (Fribourg-Gottéron), Dominik Schlumpf (Zug).

Sturm(12): Chris Baltisberger (ZSC Lions), Matthias Bieber (Kloten Flyers), Luca Cunti (ZSC Lions), Etienne Froidevaux (Lausanne), Fabrice Herzog (ZSC Lions), Denis Hollenstein (Kloten Flyers), Lino Martschini (Zug), Vincent Praplan (Kloten Flyers), Reto Schäppi (ZSC Lions), Reto Suri (Zug), Pius Suter (ZSC Lions), Morris Trachsler (ZSC Lions).

Coach: Patrick Fischer; Assistenten Felix Hollenstein, Reto von Arx.

(si)

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