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Der erste Finalist steht fest

Der EV Zug legt in der Serie gegen Davos 3:2 vor. Bern muss für den Finaleinzug gegen Lugano über die volle Distanz.

Weichen Richtung Final gestellt: Der EV Zug legt in der Serie gegen Davos 3:2 vor und braucht nur noch einen Sieg.
Weichen Richtung Final gestellt: Der EV Zug legt in der Serie gegen Davos 3:2 vor und braucht nur noch einen Sieg.
Urs Flueeler, Keystone
Zug gegen Davos – Das bedeutet auch im 5. Spiel Kampf, Leidenschaft und Spektakel! Zanggers Tor zum 4:2 ist die Vorentscheidung.
Zug gegen Davos – Das bedeutet auch im 5. Spiel Kampf, Leidenschaft und Spektakel! Zanggers Tor zum 4:2 ist die Vorentscheidung.
Urs Flueeler, Keystone
Marc Wieser verkürzt kurz vor Schluss nochmals auf 3:4, aber in der Folge gibt es kein Durchkommen mehr beim starken Zuger-Schlussmann Tobias Stephan.
Marc Wieser verkürzt kurz vor Schluss nochmals auf 3:4, aber in der Folge gibt es kein Durchkommen mehr beim starken Zuger-Schlussmann Tobias Stephan.
Urs Flueeler, Keystone
Bis ins Penaltyschiessen: Der SC Bern muss für den Finaleinzug und damit den Halbfinalsieg gegen Lugano über die volle Distanz.
Bis ins Penaltyschiessen: Der SC Bern muss für den Finaleinzug und damit den Halbfinalsieg gegen Lugano über die volle Distanz.
Peter Schneider, Keystone
Lugano führt auswärts 2:0 und 3:2, kann den Sieg aber nicht über die Zeit retten und kassiert 3 Minuten vor dem regulären Ende den 3:3-Ausgleich.
Lugano führt auswärts 2:0 und 3:2, kann den Sieg aber nicht über die Zeit retten und kassiert 3 Minuten vor dem regulären Ende den 3:3-Ausgleich.
Peter Schneider, Keystone
Es kommt zum Penaltyschiessen, wo Topskorer Arcobello den entscheidenden Treffer für den Meister markiert. Luganos Saison ist vorbei.
Es kommt zum Penaltyschiessen, wo Topskorer Arcobello den entscheidenden Treffer für den Meister markiert. Luganos Saison ist vorbei.
Peter Schneider, Keystone
Ambri muss in die Ligaqualifikation: Die Leventiner enttäuschen erneut und müssen sich Freiburg deutlich geschlagen geben (2:5).
Ambri muss in die Ligaqualifikation: Die Leventiner enttäuschen erneut und müssen sich Freiburg deutlich geschlagen geben (2:5).
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Im Gegensatz zum vergangenen Samstag, als Zug die Davoser nach einer 3:1-Führung nochmals ins Spiel kommen liessen und am Ende verlor, liess sich das Team von Coach Harold Kreis diesmal die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Aber erneut mussten die Zuger nach einer Zweitore-Führung nochmals zittern. Marc Wieser leitete mit seinem Powerplaytor aus spitzem Winkel zum 4:3 acht Minuten vor dem Ende eine hektische Schlussphase ein.

Der HCD drückte mit allen Kräften und kam noch zu erstklassigen Chancen, doch es reichte nicht mehr zum Ausgleich - auch nicht in den letzten 66 Sekunden in Überzahl. Beim Siegtreffer hatte Dominic Lammer in der 48. Minute den Puck zwischen den Beinen von HCD-Goalie Gilles Senn hindurch gestochert.

Nach einem furiosen Startdrittel zeigten die beiden Teams im mittleren Abschnitt erstmals leichte Ermüdungserscheinungen. Es brauchte schon ein Powerplay für Zug, damit Jarkko Immonen mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte die Zuger Führung erzielen konnte. Davor hatten die Zentralschweizer eine fast zweiminütige doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen lassen.

Spektakel im ersten Drittel

Aus den Startblöcken waren die beiden Spektakelteams wieder wie Furien gekommen. Es dauerte nur gerade eine Minute, ehe Beat Forster völlig frei zum Schuss kam. Der Appenzeller Veteran liess sich nicht zweimal bitten. Im fünften Spiel der Halbfinalserie war es erstmals der HC Davos, der das 1:0 erzielte.

Die Führung hielt immerhin fast achteinhalb Minuten. Dann drehten die Zuger durch einen Doppelschlag innerhalb von 30 Sekunden die Partie. Erst fälschte Carl Klingberg am Ende einer doppelten Überzahl wieder einmal entscheidend ab, dann verwertete Sven Senteler einen Abpraller bei Gilles Senn. Für einmal musste der junge Schlussmann, der ansonsten in seinen ersten Playoffs mit soliden Vorstellungen beeindruckt, eine Mitschuld an der Niederlage auf sich nehmen. Bis zur ersten Drittelspause glichen die Bündner dank eines Eigentores von Robin Grossmann, der einen Pass von Mauro Jörg ablenkte, aber wieder aus.

Bern behält bis zum Schluss die Nerven

Den entscheidenden Penalty verwandelte Marc Arcobello zum 2:1. Anschliessend bot sich Luganos «Bösewicht» Maxim Lapierre noch die Chance zum Ausgleich. Torhüter Leonardo Genoni liess sich aber nicht mehr bezwingen. Vorher hatten im Penaltyschiessen Damien Brunner für Lugano und Verteidiger Justin Krueger für Bern getroffen.

Lugano liess für das letzte Saisonspiel zwei Schlüsselspieler vorzeitig zurückkehren. Damien Brunner und Julien Vauclair taten wieder mit. Beide hätten nach ihren Verletzungen wohl erst am Samstag wieder gespielt, hätte nicht das Ausscheiden gedroht. Damien Brunners Comeback erwies sich nicht nur wegen des verwandelten Penalty für Lugano als Gewinn. Brunner stand während der regulären Spielzeit bei zwei der drei Luganeser Tore auf dem Eis. Weniger erfolgreich verlief die Rückkehr von «Julio» Vauclair, der nach 16 Minuten bereits wieder verletzt in die Kabine musste.

Bianconeri geben zweimal Vorsprung preis

Am Ende nützte Lugano aller Einsatz nichts. Die Tessiner führten in Spiel 5 während 28 Minuten, verloren am Ende die Serie aber in fünf Partien - genau gleich wie vor einem Jahr den Final. Während der zwei Verlängerungen besass Maxim Lapierre in der 71. Minute die grösste Chance, ein sechstes Spiel in Lugano zu erzwingen. Nächste Saison wird es nicht mehr möglich sein, dass für eine Mannschaft die Saison mit einem verlorenen Penaltyschiessen zu Ende geht. Aber der Saison 2017/18 werden alle Playoff-Verlängerungen bis zu einem Siegtor («sudden death») ausgespielt.

Vor der Overtime konzentrierte sich die «Action» auf den zweiten Abschnitt, in dem fünf Tore fielen. Lugano ging innerhalb von 227 Sekunden durch Maxim Lapierre und Alessio Bertaggia 2:0 in Führung. Bern glich binnen 239 Sekunden durch Mark Arcobello und Ryan Lasch aus. Raffaele Sannitz brachte Lugano aber 56,6 Sekunden vor der zweiten Pause erneut in Führung. Sannitz traf das offene Goal, nachdem Torhüter Leonardo Genoni den Schuss von Bertaggia nach vorne hatte abprallen lassen. Genoni kassierte im zweiten Abschnitt drei Gegentore bei nur fünf Paraden.

Blum schiesst SCB in die Verlängerung

Wer danach im Finish einen Berner Sturmlauf erwartete, der wurde lange enttäuscht. Gewiss erspielten sich die Berner Möglichkeiten. Ryan Lasch (41.), Thomas Ruefenacht (49.) und Martin Plüss (50.) boten sich Chancen. Andererseits gelang es Lugano im Schlussabschnitt erstmals in der Serie überhaupt, die Berner minutenlang in deren Zone einzuschnüren. Den Tessinern hatte sich durchaus die Möglichkeit geboten, vorzeitig alles klar zu machen.

213 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit gelang Bern doch noch der Ausgleich. Verteidiger Eric Blum traf mit einem Handgelenkschuss genau unter die Latte. In allen fünf Spielen der Serie erzielten Berner «Backs» mindestens ein Tor.

Schrecksekunde bei Elvis

Bemerkenswertes spielte sich noch bei Spielmitte ab. Zuerst musste Luganos Goalie Elvis Merzlikins am Hals behandelt werden, weil ihn die Kufe von Aaron Gagnons Schlittschuh «rasiert» hatte. Merzlikins konnte unhandicapiert weiterspielen. Mit seiner nächsten Parade - 78 Sekunden nach der Pflege gegen Justin Krueger - erspielte er sich ein Assist zu Bertaggias 2:0.

Kurioses ereignete sich auch beim ersten Berner Goal. Raffaele Sannitz gewann das Bully, anschliessend fälschte Sebastien Reuille den nach hinten flitzenden Puck unhaltbar für Merzlikins ins eigene Goal ab. Der Treffer wurde vorerst Mark Arcobello gutgeschrieben. Allerdings berührte der Kanadier beim «Bully» die Scheibe nicht. Gut möglich, dass nachträglich jenem Berner das Tor gutgeschrieben wird, der beim vorausgehenden Einsatz als letzter den Puck berührt hatte. Wer das gewesen ist, wusste am Donnerstagabend im ersten Moment kein Berner Spieler.

Freiburg schickt Ambri in die Ligaqualifikation

Grossen Anteil am Sieg von Fribourg hatte einmal mehr Julien Sprunger. Der Captain brachte Gottéron mit dem 3:2 (33.) zum ersten Mal in Führung. Zudem liess er sich vier Assists gutschreiben. Das 3:2 hätte allerdings nie fallen dürfen, erwischte doch Sprunger Ambris Goalie Sandro Zurkirchen mit einem Schuss aus einem «unmöglichen» Winkel, nämlich von der Torlinie aus. Überhaupt war Sprunger mit fünf Toren und fünf Assists der überragende Spieler in dieser Serie.

Eine besondere Geschichte schrieb Ryan Vesce. Der amerikanische Center erzielte jeweils in doppelter Überzahl das 4:2 (54.) sowie 5:2 (57.) und entschied damit die Partie. In seinen ersten zehn Spielen für Fribourg war er ohne Skorerpunkt geblieben. Vesce kam nur deshalb zum Einsatz, weil Christopher Rivera gesperrt war und sich Benjamin Neukom zwei Tage zuvor am Fuss verletzt hatte. Bereits die ersten beiden Tore hatte Gottéron in Überzahl erzielt. Insgesamt schoss Fribourg nicht weniger als elf Powerplay-Treffer in dieser Serie. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

Ambri muss nun die Ligaqualifikation bestreiten, in der die Leventiner entweder auf Langenthal oder die Rapperswil-Jona Lakers treffen. Im NLB-Final steht es 2:2. Trotz des 1:4 nach Siegen gegen Fribourg zeigten die Tessiner zuletzt aufsteigende Tendenz. Insbesondere das Powerplay lief besser, erzielte doch Ambri in den letzten beiden Partien fünf Tore in Überzahl. Am Donnerstagabend waren Jason Fuchs (18.) und Matt D'Agostini (26.) bei fünf gegen vier Feldspielern erfolgreich.

TelegrammZug - Davos 4:3 (2:2, 1:0, 1:1) 7015 Zuschauer (ausverkauft).- SR Koch/Wehrli, Kovacs/Wüst. Tore: 2. Forster (Dino Wieser, Marc Wieser) 0:1. 10. (09:27) Klingberg (McIntyre, Holden/Ausschluss Dino Wieser) 1:1. 10. (09:57) Senteler (Grossmann, Immonen) 2:1. 13. Jörg (Simion, Paschoud/Ausschluss Morant) 2:2. 38. Immonen (Alatalo, Zangger/Ausschluss Schneeberger) 3:2. 48. Lammer (McIntyre, Alatalo/Ausschlüsse Diem; Marc Wieser) 4:2. 52. Marc Wieser (Corvi/Ausschluss Lammer) 4:3. - Strafen: je 7mal 2 Minuten.- PostFinance-Topskorer: Martschini; Ambühl. Zug: Stephan; Diaz, Morant; Helbling, Grossmann; Schlumpf, Alatalo; Lüthi; Martschini, Holden, Suri; Klingberg, Immonen, Senteler; Zangger, McIntyre, Lammer; Schnyder, Diem, Peter; Fohrler. Davos: Senn; Du Bois, Rahimi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung; Sciaroni, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Dino Wieser; Simion, Kousal, Jörg; Egli, Walser, Kessler; Ruutu. Bemerkungen: Zug ohne Erni (verletzt), Markanen und Järvinen, Davos ohne Vaskivuo (alles überzählige Ausländer) und Spylo (verletzt). 42. Pfostenschuss Dino Wieser. 48. Timeout Davos. Davos ab 58:04 ohne Goalie.

TelegrammBern - Lugano 4:3 (0:0, 2:3, 1:0, 0:0, 0:0) n.P. 17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli. Tore: 25. Lapierre (Philippe Furrer) 0:1. 29. Bertaggia (Damien Brunner, Merzlikins) 0:2. 32. Arcobello (Ausschluss Hirschi) 1:2. 36. Lasch (Untersander, Ebbett) 2:2. 40. Sannitz (Bertaggia) 2:3. 57. Blum (Arcobello) 3:3. - Penaltyschiessen: Lasch - (gehalten), Damien Brunner 0:1; Bodenmann - (gehalten), Klasen - (gehalten); Martin Plüss - (gehalten), Fazzini - (gehalten); Krueger 1:1, Bürgler - (gehalten); Arcobello 2:1, Lapierre - (gehalten). - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Alain Berger, Gagnon, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger. Lugano: Merzlikins; Chiesa, Philippe Furrer; Hirschi, Wilson; Stefan Ulmer, Julien Vauclair; Ronchetti, Sartori; Bürgler, Zackrisson, Gregory Hofmann; Fazzini, Lapierre, Klasen; Bertaggia, Sannitz, Damien Brunner; Walker, Gardner, Reuille. Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Reichert (beide verletzt) und Garnett, Lugano ohne Martensson (beide überzählige Ausländer). Julien Vauclair verletzt ausgeschieden (16.).

Telegramm Fribourg-Gottéron - Ambri-Piotta 5:2 (1:1, 2:1, 2:0)5623 Zuschauer. - SR Eichmann/Kurmann, Castelli/Küng. Tore: 18. (17:42) Jason Fuchs (Mäenpää/Ausschluss Cervenka) 0:1. 19. (18:25) Cervenka (Birner, Sprunger/Ausschluss Ngoy) 1:1. 26. D'Agostini (Mäenpää/Ausschlüsse Mottet, Schilt; Trunz) 1:2. 30. Birner (Sprunger, Mauldin/Ausschluss Jelovac) 2:2. 33. Sprunger (Schilt) 3:2. 54. Vesce (Birner, Sprunger/Ausschlüsse Emmerton, Hall) 4:2. 57. Vesce (Birner, Sprunger/Ausschlüsse Hall, Zgraggen) 5:2. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 8mal 2 plus 5 Minuten (Hall) plus Spieldauer (Hall) gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Sprunger; Emmerton. Fribourg-Gottéron: Conz; Glauser, Leeger; Stalder, Schilt; Kienzle, Abplanalp; Fritsche, Mauldin, Vauclair; Sprunger, Cervenka, Birner; Mottet, Vesce, Marchon; Neuenschwander, Chiquet, Steiner. Ambri-Piotta: Zurkirchen; Berger, Mäenpää; Ngoy, Jelovac; Trunz, Collenberg; Zgraggen; Kostner, Hall, Lauper; Guggisberg, Emmerton, D'Agostini; Duca, Goi, Bastl; Stucki, Jason Fuchs, Lhotak; Trisconi. Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Picard (überzähliger Ausländer), Rivera (gesperrt), Neukom, Loichat, Schmutz, Bykow und Rathgeb. Ambri-Piotta ohne Gautschi, Monnet, Descloux (alle verletzt), Fora (gesperrt), Pesonen und Balej (überzählige Ausländer). - 42. Lattenschuss Jelovac. - Timeouts: Fribourg (56.), Ambri (60.). - Ambri von 58:40 bis 59:30 und ab 59:42 ohne Goalie.

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