ZSC verliert das Topspiel nach Overtime

Der ZSC ging nach fünf Ligasiegen wieder als Verlierer vom Eis. Ambri gewinnt das Tessiner Derby.

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Der Spitzenkampf in Biel bot Spannung und Emotionen bis zum Schluss. Die ZSC Lions wähnten sich in der Overtime schon als Sieger, nachdem Suter nach einer feinen Einzelleistung zum 4:3 getroffen hatte. Doch das Schiedsrichterduo Hebeisen/Müller aberkannte das Tor nach Videostudium, weil Geering den Bieler Goalie Paupe zuvor mit dem Rücken touchiert hatte. ZSC-Coach Rikard Grönborg war ausser sich vor Ärger, und seine Laune verschlechterte sich noch mehr, als Fuchs in der 64. Minute das Spiel für die Bieler entschied.

Damit erlitten die ZSC Lions erstmals nach fünf Siegen wieder einmal eine Niederlage - eine vermeidbare. Sie hatten im dritten Abschnitt von der 41. bis 48. Minute die Partie von 0:2 auf 3:2 gedreht. Und die Bieler wirkten im zweiten Spiel innert 24 Stunden nun plötzlich müde. Doch die Zürcher verpassten den K.o.-Schlag. Insbesondere Suter, der in der 54. Minute alleine vor Paupe scheiterte. Und so glich Pouliot (57.) mit dem zweiten Bieler Powerplay-Tor noch aus und wurde Fuchs zum Matchwinner.

Die Bieler waren in den ersten zwei Abschnitten das bessere Team gewesen, hatten mehr fürs Spiel getan und Paupe gut abgeschirmt. Der Nummer-2-Goalie kam zum Zug, weil Hiller bereits am Montag in Langnau bei 2:3 nach Penaltys gespielt hatte. Und Paupe machte seine Sache gut. Mit dem Sieg verkürzten die Bieler den Rückstand auf die führenden Zürcher auf fünf Punkte. Hätte Suters Overtime-Tor gezählt, wären es sieben gewesen. Vielleicht wird das ja noch einmal entscheidend.

Berra patzt, Bern verliert trotzdem

Ein Geschenk war genug. Dachte sich wohl Reto Berra. Freiburgs Goalie hatte dem SC Bern kurz vor Ende des Mitteldrittels mit einem Ausflug hinter das Gehäuse den Treffer zum 1:2 durch Ebbett ermöglicht. Es sollte das letzte Tor des Abends sein, weil Berra in den Schlussminuten dicht hielt, als die Berner mit zusätzlichem Feldspieler auf den Ausgleich drängten. So aber holten die Freiburger in Bern einen ihrer seltenen Siege. In den zwölf Partien zuvor hatten sie in der Postfinance-Arena nur zweimal reüssiert.

Am Dienstag genügte dem Team von Christian Dubé eine solide, gute Leistung zu drei Punkten. Was wiederum dem SCB zu denken geben muss. Nach sanfter Aufwärtstendenz in der Vorwoche war die Leistung im Zähringerderby ein klarer Schritt rückwärts. Die Mannschaft von Kari Jalonen wirkte uninspiriert, spielte ohne Durchschlagskraft. Nach einem Scherwey-Fehlpass traf Gundersson von der blauen Linie. Der US-Amerikaner stand auch am Ursprung des zweiten Treffers. Rossi lenkte den Schuss des Verteidigers noch ab. In der Folge brachte der Gast den Vorsprung über die Zeit.

Beim SCB kommt derweil zum Unvermögen noch Pech dazu: Center Mursak verletzte sich im Aufwärmen. Weil mit Heim, Pestoni und Jeremi Gerber drei weitere Stürmer abwesend waren, musste Verteidiger Colin Gerber am Flügel aushelfen. Ob Mursak länger ausfällt, wird eine MRI-Untersuchung ergeben.

Ambri setzt mit Derbysieg ein Ausrufezeichen

Der HC Ambri-Piotta lebt noch. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge fanden die Leventiner ausgerechnet auswärts im Derby gegen Lugano zum Siegen zurück. Sie besiegten den Kantonsrivalen, der seinerseits zuvor drei Spiele in Folge gewonnen hatte, mit 4:3 nach Penaltyschiessen. Weil aber Fribourg gegen Bern drei Punkte holten, sind die Leventiner trotz diesem Ausrufezeichen das neue Tabellenschlusslicht. Ambri düpierte Lugano zunächst mit einer 3:0-Führung bis zur 37. Minute. Brian Flynn, Tommaso Goi und Marco Müller erzielten die Tore. Doch die Bianconeri gaben sich nicht geschlagen und schafften in Extremis tatsächlich noch den Ausgleich.

Nachdem Dario Bürgler und Timo Haussener verkürzen konnten, gelang Elia Riva 36 Sekunden vor Schluss der Ausgleich. Lugano hatte zu diesem Zeitpunkt Goalie Sandro Zurkirchen durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Zum Sieg verhalf dieses imposante Comeback den Gastgebern trotzdem nicht. Im Penaltyschiessen trafen die Ambri-Spieler Flynn, D’Agostini,, Müller und Zwerger, aber für Lugano nur Lammer.

Diaz’ wichtiges erstes Saisontor und ein Kuriosum

Der EV Zug ist nach drei Niederlagen in Folge mit einem 4:2-Sieg in Genf wieder auf die Siegesstrasse zurückgekehrt. Die Zentralschweizer traten in der Anfangsphase sehr entschlossen auf und gingen durch einen herrlichen Treffer von Lino Martschini sowie einen haltbaren Handgelenkschuss durch Carl Klingberg mit 2:0 in Führung. Doch die Zuger waren nicht in der Lage, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und gaben das Heft wieder aus der Hand, was zeigt, dass sie derzeit noch immer mit Problemen zu kämpfen haben. Daniel Winnik und Eric Fehr brachten Servette mit zwei Powerplay-Treffern wieder zurück ins Geschäft. Die zweite Drittelspause rettete die Zuger und danach besannen sie sich wieder auf ihre Stärken. Schliesslich war es Captain Raphael Diaz mit seinem ersten Saisontor, der den EVZ in Überzahl wieder in Führung schoss. Die definitive Siegsicherung gelang Martschini mit seinem zweiten Treffer - ins leere Tor.

Eine kuriose Szene gab es in Genf beim Stand von 2:2. Servette-Goalie Mayer leistete sich einen unfassbaren Aussetzer und spielte den Puck von neben dem Tor aus völlig unbedrängt vor das Tor, direkt auf den Stock von Livio Langenegger. Doch der 21-jährige Nachwuchsstürmer brachte das Kunststück fertig, das leere Tor zu verfehlen. Langenegger dürfte mehr als nur froh sein, dass es mit dem Zuger Sieg in Genf trotzdem geklappt hat.

Verhängnisvolles zweites Drittel für die Lakers

Die Rapperswil-Jona Lakers erlebten gegen Lausanne zunächst einen Auftakt nach Mass. Casey Wellmann brachte die St. Galler mit seinem sechsten Saisontreffer in der 5. Minute mit 1:0 in Front. Die gute Ausgangslage wurde dann im zweiten Drittels vollends verspielt. Keine 9 Minuten brauchte Lausanne, um den Rückstand in eine 4:1-Führung zu verwandeln. Jonas Junland, Joël Genazzi, Etienne Froidevaux sowie Dustin Jeffrey gelangen die Tore - und die vorzeitige Entscheidung. Am Ende setzten sich die Waadtländer mit 5:2 durch. Damit haben die Rapperswiler auch das zweite Spiel ohne ihren Headcoach Jeff Tomlinson, der sich am vergangenen Donnerstag einer Nierentransplatation unterziehen musste, verloren.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Telegramme:

Biel - ZSC Lions 4:3 (1:0, 1:0, 1:3, 1:0) n.V.
5534 Zuschauer. - SR Hebeisen/Müller, Altmann/Wolf.
Tore: 8. Salmela (Cunti/Ausschluss Phil Baltisberger) 1:0. 26. Künzle 2:0. 41. (40:24) Roe (Pettersson, Noreau/Ausschluss Kreis) 2:1. 42. (41:16) Berni (Pettersson) 2:2. 48. Wick (Schäppi) 2:3. 57. Pouliot (Fuchs/Ausschluss Pettersson) 3:3. 64. (63:56) Fuchs (Fey) 4:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Biel, 5mal 2 Minuten gegen ZSC.
Biel: Paupe; Rathgeb, Forster; Fey, Salmela; Moser, Kreis; Sataric; Cunti, Pouliot, Rajala; Tschantré, Ullström, Kessler; Riat, Fuchs, Künzle; Ulmer, Neuenschwander, Kohler; Wüest.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher, Sutter; Pettersson, Roe, Suter; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Chris Baltisberger, Sigrist, Wick; Brüschweiler, Schäppi, Pedretti.
Bemerkungen: Biel ohne Schneider (überzähliger Ausländer), Lüthi, Gustafsson, Hügli und Brunner, ZSC Lions ohne Prassl, Simic, Diem (alle verletzt) und Ortio (überzähliger Ausländer). Tor von Wick wegen Goalie-Behinderung aberkannt (63.).

Bern - Fribourg-Gottéron 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)
16'768 Zuschauer. - SR Tscherrig/Kaukokari, Progin/Cattaneo.
Tore: 6. Gunderson (Stalberg) 0:1. 25. Rossi (Gunderson, Schmutz) 0:2. 37. Ebbett (Praplan) 1:2.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 2mal 2 Minuten gegen Fribourg.
Bern: Schlegel; Untersander, Koivisto; Andersson, MacDonald; Burren, Blum; Henauer; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Ebbett, Kämpf; Sciaroni, Bieber, Scherwey; Grassi, Berger, Colin Gerber.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Kamerzin; Furrer, Stalder; Abplanalp, Chavaillaz; Schneeberger, Marti; Marchon, Walser, Vauclair; Brodin, Schmutz, Stalberg; Rossi, Desharnais, Mottet; Lauper, Schmid, Lhotak.
Bemerkungen: Bern ohne Mursak, Pestoni, Beat Gerber, Krueger, Heim, Jeremi Gerber, Fribourg-Gottéron ohne Bykow, Sprunger und Forrer (alle verletzt). Bern ab 58:20 ohne Torhüter. Timeout Bern (59:49).

Lugano - Ambri-Piotta 3:4 (0:1, 1:2, 1:0, 0:0) n.P.
7'200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stricker/Urban, Kaderli/Gnemmi.
Tore: 12. Flynn (Fischer, D'Agostini) 0:1. 27. Goi (Bianchi) 0:2. 37. (36:38) Müller (Zwerger, Flynn/Ausschluss Suri) 0:3. 38. Bürgler (Chiesa) 1:3. 46. Haussener (Chorney) 2:3. 60. (59:24) Riva (Fazzini, Klasen) 3:3 (Lugano ohne Torhüter).
Penaltyschiessen: Flynn 0:1, Lammer 1:1; D'Agostini 1:2, Klasen -; Müller 1:3, Fazzini -; Zwerger 1:4.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.
Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Loeffel, Vauclair; Chiesa, Riva; Jecker, Wellinger; Klasen, Lajunen, Lammer; Fazzini, Romanenghi, Suri; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Jörg, Haussener, Vedova.
Ambri-Piotta: Manzato; Fora, Dotti; Ngoy, Fischer; Plastino, Jelovac; Pinana; Trisconi, Flynn, Egli; Incir, Goi, Bianchi; D'Agostini, Müller, Hofer; Neuenschwander, Dal Pian, Kneubühler; Zwerger.
Bemerkungen: Lugano ohne Morini, Zangger und Walker (verletzt), Ambri ohne Rohrbach, Kostner und Sabolic (alle verletzt) sowie Conz (im Aufbau bei den Biasca Ticino Rockets). - Fussball-Nationaltrainer Vladimir Petkovic im Publikum. - 21. Romanenghi verletzt ausgeschieden. - Pfosten: 52. Fazzini, 64. Lajunen. - 59. Timeout Lugano, von 58:19 bis 59:24 ohne Torhüter. 40. Fora verletzt ausgeschieden.

Genève-Servette - Zug 2:4 (0:1, 2:1, 0:2)
5062 Zuschauer. - SR Lemelin/Dipietro, Kovacs/Obwegeser.
Tore: 20. (19:03) Martschini 0:1. 21. (20:28) Klingberg (McIntyre) 0:2. 26. Winnik (Wingels, Tömmernes/Ausschluss McIntyre) 1:2. 32. Fehr (Wingels/Ausschluss Lindberg) 2:2. 47. Diaz (Kovar, Martschini/Ausschluss Bozon) 2:3. 60. (59:03) Martschini (Hofmann) 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Zug.
Genève-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Jacquemet, Tömmernes; Völlmin, Le Coultre; Wingels, Smirnovs, Rod; Wick, Fehr, Winnik; Douay, Berthon, Maillard; Miranda, Kast, Bozon.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Morant, Zgraggen; Zryd; Thiry; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Martschini, Kovar, Hofmann; Simion, Leuenberger, Bachofner; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Bemerkungen: Servette ohne Mercier, Tanner, Richard und John Fritsche (alle verletzt), Zug ohne Schnyder, Thorell und Senteler (alle verletzt). - Pfosten: 13. Diaz, 32. Wick, 37. Tömmernes. - 24. Timeout Genève-Servette, von 58:54 bis 59:03 ohne Torhüter.

Rapperswil-Jona Lakers - Lausanne 2:5 (1:0, 0:4, 1:1)
3670 Zuschauer. - SR Salonen/Wiegand, Fuchs/Ambrosetti.
Tore: 5. Wellman (Egli) 1:0. 25. Junland (Emmerton, Bertschy) 1:1. 26. Genazzi (Herren/Teamstrafe Rapperswil-Jona/Coach's Challenge) 1:2. 29. Froidevaux (Traber) 1:3. 34. Jeffrey (Heldner) 1:4. 44. Dünner (Clark, Wellman/Ausschluss Benjamin Antonietti) 2:4. 60. (59:08) Emmerton (Bertschy, Jeffrey) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 3mal 2 Minuten gegen Lausanne.
Rapperswil-Jona Lakers: Bader; Hächler, Maier; Vukovic, Dufner; Egli, Randegger; Gähler, Schmuckli; Clark, Rowe, Simek; Dünner, Wellman, Kristo; Mosimann, Schlagenhauf, Forrer; Hüsler, Ness, Casutt.
Lausanne: Stephan; Lindbohm, Frick; Heldner, Junland; Nodari, Genazzi; Oejdemark; Bertschy, Emmerton, Herren; Vermin, Jeffrey, Leone; Moy, Almond, Kenins; Traber, Froidevaux, Benjamin Antonietti.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Cervenka, Profico, Schweri und Eliot Antonietti, Lausanne ohne Jooris und Grossmann (alle verletzt), sowie Wärn (überzähliger Ausländer). - Pfostenschüsse Hüsler (8.) und Simek (19.). Timeout Rapperswil-Jona (55:18) und danach bis 59:08 ohne Torhüter. (sg / mal)

Erstellt: 29.10.2019, 21:12 Uhr

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