Zug siegt knapp dank zwei Überzahl-Treffern

Der EV Zug bleibt nach dem 2:1-Erfolg gegen Ambri im Rennen um den Qualifikationssieg. Davos und Biel gewinnen ihre Partien mit je 5:2.

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Seit der 1:7-Klatsche vor zwei Wochen im Hallenstadion gegen die ZSC Lions holte Zug 13 Punkte von möglichen 15. In diesen fünf Partien liessen die Zuger bloss noch sechs Gegentore zu. In der Valascia näherte sich Tobias Stephan bis auf zwölf Minuten dem achten Shutout der Saison an. Mikko Mäenpää verkürzte in der 48. Minute für Ambri aber auf 1:2 und leitete so einen packenden Finish ein. In der Schlussphase standen die Leventiner oftmals dem Ausgleich nahe. Tobias Stephan liess sich indessen nicht mehr bezwingen. Mit 37 Paraden erwies sich Stephan einmal mehr als Matchwinner für Zug.

Zugs defensives Fundament hielt, obwohl mit Timo Helbling und Robin Grossmann zwei der wichtigeren Verteidiger fehlten. Santeri Alatalo rückte in die erste Verteidigung auf. Alatalo brachte Zug nach sechs Minuten in Führung. Alle drei Tore im Spiel fielen während Überzahlsituationen. Das siegbringende 2:0 Zugs ging auf das Konto des PostFinance-Topskorers Lino Martschini.

Davos kehrt 0:2-Rückstand in Sieg um

In Lausanne setzt Davos seinen Vormarsch fort. Das Team von Arno Del Curto setzt sich im Waadtland nach einem 0:2-Rückstand 5:2 durch. Davos gewinnt erstmals diese Saison fünf Mal hintereinander. Lange sah es für die Bündner nicht gut aus. Davos fand wie in den letzten beiden Duellen gegen Lausanne (1:8 und 1:4) die Lösung gegen Goalie Cristobal Huet nicht. Davos bemühte sich, Lausanne führte indessen durch Tore von Yannick Herren (13.) und Johnny Kneubuehler (35.) mit 2:0. Lausannes zweites Goal löste aber die offensiven Probleme des HC Davos.

20 Sekunden nach dem 0:2 verkürzte Enzo Corvi mit dem 25. Davoser Torschuss auf 1:2. Zwei Minuten später spazierte Verteidiger Beat Forster unbehelligt durch Lausannes Abwehr. Forster bestrafte Lausanne für die ihm gewährten Freiheiten mit dem 2:2. Wieder Corvi brachte Davos in der 53. Minute erstmals in Führung. Dem 24-jährigen Bündner gelangen zum zweiten Mal diese Saison zwei Tore in einem Spiel. Und im Finish stellten Tuomo Ruutu und Robert Kousal den Davoser Sieg sicher. Unmittelbar vorher hatte Nicklas Danielsson eine Lausanner Grosschance auf das 3:3 ausgelassen.

Lausanne, der souveräne Vierte in der Tabelle, und der HC Davos, derzeit Fünfter, könnten in den in fünf Wochen beginnenden Playoffs in der 1. Runde aufeinander treffen.

Inferiore Freiburger im Verlierermodus

Fribourg-Gottéron sackt weiter ab. In Biel unterliegt das frühere Westschweizer Spitzenteam trotz einem temporären 2:1-Vorteil nach vier Gegentoren im letzten Drittel 2:5. In den 34 Partien unter Nothelfer Larry Huras haben die Freiburger definitiv keine Trendwende erzwingen können. Sie finden im Gegenteil immer wieder einen Weg, eine Partie zu verlieren. Im lange gehaltlosen Duell mit Biel entglitt dem nervösen Playout-Kandidaten eine 2:1-Führung im letzten Abschnitt innerhalb von sechs Minuten. Jacob Micflikier erzwang den Ausgleich, Marco Pedretti sorgte in der 55. mit seinem zehnten Saisontreffer für die Zäsur zu Gunsten der Einheimischen.

Derweil Fribourg ungemütlichen Zeiten entgegen taumelt, reiht sich der EHCB in der vorderen Tabellenhälfte ein. Die Qualifikation fürs Playoff ist nur noch eine Frage der Zeit, das beste Ergebnis seit dem Aufstieg 2008 zeichnet sich ab.

Hauptproblem Defensive

Die Probleme der Freiburger akzentuieren sich seit Monaten im defensiven Sektor. Nach einer veritablen Flut von Gegentoren (146 in 42 Runden) ist die Nervosität beim Playoff-Finalisten von 2013 inzwischen gross. Sportchef Christian Dubé liess sich von der NZZ im Zusammenhang mit dem zuletzt vor allem unsicheren Keeper Benjamin Conz wie folgt zitieren: «Wir haben mit David Aebischer einen Torhütertrainer, auf den ich mich verlasse. Er war überzeugt, dass Conz sein bestes Niveau wiederfindet. Leider ist das nicht passiert.»

Das unverblümte Misstrauensvotum aus der sportlichen Leitung kommt für den ehemals besten U20-WM-Keeper einem nächsten Tiefschlag gleich. Dubés Klartext dürfte die Destabilisierung innerhalb der eigenen Reihen an einer besonders sensiblen Stelle weiter beschleunigen. Freiburger Knatsch ist angesichts allseits nicht erfüllter Vorgaben programmiert.

SCB-Erfolg nach unnötigen Zusatzschlaufen

Bern setzte sich in Lugano in der Reprise des letztjährigen Playoff-Finals 2:1 nach Penaltyschiessen durch. Der neue Tessiner Hoffnungsträger Greg Ireland hat in elf Tagen nun bereits zwei von drei Spielen verloren, die Lage Trennstrich bleibt ein Thema. Die Liga musste den ersten Puckeinwurf in der Resega wegen der nach einem Unfall stundenlang gesperrten Gotthard-Röhre ad hoc um 75 Minuten verschieben. Der SCB-Bus hatte wegen des Staus vor dem Nordportal des Nadelöhrs vor einer Raststätte in der Innerschweiz auf die Tunnelfreigabe warten müssen.

Von den Anreisestrapazen liess sich der Titelhalter indes lange nichts anmerken. Im Vergleich zum Absturz in Zug (0:6) präsentierte sich Bern 59 Minuten lang wieder in normaler Verfassung. Der Leader schirmte seinen fehlerlosen Torhüter Leonardo Genoni weitgehend vorbildlich ab, bis sich er sich in der Schlussminute in Überzahl auf fahrlässige Art und Weise den Ausgleich einhandelte. Maxim Lapierre war 23 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit solo zum 1:1 gesprintet. Im Shootout behob Genoni das Malheur seiner Kollegen; er stoppte sämtliche Offensiv-Künstler der Bianconeri. Auch die zweite Zusatzschlaufe des Abends überstand der SCB schadlos.

Julien Vauclairs Rekordmarke

Den eigentlichen Mann des Abends haben die Tessiner prophylaktisch schon vor der siebten Heimniederlage geehrt: Julien Vauclair, einer der letzten Saurier, die sich während ihrer ganzen NLA-Karriere im gleichen Klub verwirklichen.

Der jurassische Abwehrspezialist debütierte im Herbst vor 20 Jahren im Sottoceneri und ist inzwischen bei der Klubrekordmarke von 790 Partien auf höchstem Level angelangt, womit er den sechsfachen Meister-Verteidiger Sandro Bertaggia nach fast eineinhalb Dekaden von der Spitze des internen Vereins-Rankings verdrängte.

Ambri-Piotta - Zug 1:2 (0:1, 0:0, 1:1)

3627 Zuschauer. - SR Eichmann/Koch, Bürgi/Stuber.

Tore: 7. Alatalo (Klingberg, Senteler/Ausschluss Mäenpää) 0:1. 44. Martschini (Holden/Ausschluss Zgraggen) 0:2. 48. Mäenpää (Janne Pesonen/Ausschlüsse Morant, Alatalo; Hall) 1:2.

Strafen: je 6mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Emmerton; Martschini.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Mäenpää; Fora, Gautschi; Ngoy, Jelovac; Sven Berger, Collenberg; Monnet, Emmerton, Janne Pesonen; Kostner, Hall, Lauper; Lhotak, Oliver Kamber, Bastl; Guggisberg, Fuchs, Duca.

Zug: Tobias Stephan; Dominik Schlumpf, Alatalo; Diaz, Morant; Simon Lüthi, Erni; Fohrler; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Elias Bianchi (gesperrt), D'Agostini (überzähliger Ausländer und Trunz, Zug ohne Helbling und Grossmann (alle verletzt). - Lhotak scheitert mit Penalty an Tobias Stephan (22.). - Lattenschuss Monnet (23.). - Timeout Ambri-Piotta (44./Coach's Challenge).

Lausanne - Davos 2:5 (1:0, 1:2, 0:3)

6889 Zuschauer. - SR DiPietro/Wehrli, Borga/Gurtner.

Tore: 13. Herren (Junland) 1:0. 35. (34:46) Kneubuehler (Harri Pesonen) 2:0. 36. (35:06) Corvi (Paschoud) 2:1. 38. Forster 2:2. 53. Corvi (Kousal) 2:3. 59. (58:29) Ruutu (Ambühl) 2:4. 59. (58:46) Kousal (Marc Wieser, Forster) 2:5 (ins leere Tor).

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lausanne, 4mal 2 Minuten gegen Davos. PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Lindgren.

Lausanne: Huet; Junland, Borlat; Genazzi, Dario Trutmann; Gobbi, Jannik Fischer; Nodari; Walsky, Froidevaux, Harri Pesonen; Danielsson, Jeffrey, Sven Ryser; Déruns, Miéville, Herren; Benjamin Antonietti, Kneubühler, Schelling; Augsburger.

Davos: Senn; Kindschi, Félicien Du Bois; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Forrer, Rahimi; Ambühl, Ruutu, Dino Wieser; Marc Wieser, Lindgren, Kousal; Simion, Corvi, Jörg; Portmann, Samuel Walser, Eggenberger.

Bemerkungen: Davos ohne Axelsson, Aeschlimann und Sciaroni (alle verletzt).

Biel - Fribourg-Gottéron 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

5634 Zuschauer. - SR Kurmann/Mandioni, Altmann/Küng.

Tore: 22. Wetzel (Maurer, Nicholas Steiner) 1:0. 33. Sprunger (Schilt, Cervenka) 1:1. 43. Cervenka (Sprunger, Birner) 1:2. 49. Micflikier 2:2. 55. Pedretti 3:2 (Haas, Pouliot) 3:2. 58. Schmutz (Micflikier) 4:2. 60. (59:15) Pedretti (Pouliot) 5:2 (ins leere Tor).

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.

PostFinance-Topskorer: Earl; Sprunger.

Biel: Hiller; Lundin, Jecker; Dave Sutter, Fey; Maurer, Nicholas Steiner; Dufner; Julian Schmutz, Earl, Micflikier; Pedretti, Haas, Pouliot; Rossi, Jan Neuenschwander, Fabian Lüthi; Tschantré, Fabian Sutter, Wetzel; Horansky.

Fribourg-Gottéron: Conz; Schilt, Leeger; Glauser, Picard; Abplanalp, Chavaillaz; Maret; Mauldin, Schmutz, Mottet; Sprunger, Cervenka, Birner; Fritsche, Rivera, Caryl Neuenschwander; Neukom, Chiquet, Daniel Steiner.

Bemerkungen: Biel ohne Valentin Lüthi, Wellinger (beide verletzt), Rajala, Hächler (beide überzählig), Fribourg-Gottéron ohne Rathgeb (gesperrt), Kienzle (krank), Stalder, Bykow, Loichat (alle verletzt). Picard im zweiten Drittel verletzt ausgeschieden. 58. (57:47) Timeout von Fribourg-Gottéron, danach bis 59:15 ohne Goalie.

Lugano - Bern 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:0) n.P.

5711 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Castelli/Wüst.

Tore: 30. Noreau (Ebbett, Rüfenacht) 0:1. 60. (59:37) Lapierre (Sannitz/Ausschlüsse Brunner, Bürgler; Arcobello) 1:1. - Penaltyschiessen: Krueger -, Fazzini; Bodenmann 0:1, Klasen -, Lasch 0:2; Brunner -, Noreau -; Bürgler -.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Bern. PostFinance-Topskorer: Klasen; Arcobello.

Lugano: Merzlikins; Furrer,Chiesa; Vauclair, Ulmer; Hirschi, Sartori; Ronchetti; Fazzini, Martensson, Klasen; Bürgler, Zackrisson, Brunner; Walker; Sannitz, Bertaggia; Lapierre, Gardner, Reuille; Romanenghi.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Noreau, Gerber; Kamerzin, Andersson; Bodenmann, Arcobello, Moser; Hischier, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Rüfenacht; Berger, Reichert, Müller.

Bemerkungen: Lugano ohne Morini, Fontana, Kparghai, Hofmann (alle verletzt), Wilson (überzählig), Bern ohne Kreis, Randegger (beide verletzt), Lugano von 58:14 bis 58:55 ohne Goalie. 60. (59:03) Timeout von Lugano.

(SDA)

Erstellt: 27.01.2017, 22:43 Uhr

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