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Zugs dicker Sorgenkatalog

Entgegen vieler Prognosen droht dem EVZ ein frühes Saisonaus. Die Gründe sind schnell gefunden, findet der Captain.

Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Ennio Leanza, Keystone
Hitzige Playoff-Partie: In der vierten Begegnung der beiden Teams kochen die Emotionen hoch. Nachdem die Sirene zur ersten Drittelspause erklingt, liefern sich die Spieler eine Massenkeilerei.
Hitzige Playoff-Partie: In der vierten Begegnung der beiden Teams kochen die Emotionen hoch. Nachdem die Sirene zur ersten Drittelspause erklingt, liefern sich die Spieler eine Massenkeilerei.
Melanie Duchene, Keystone
Dank ans Publikum: Luganesi Keeper Merzlikins lässt sich von den weitgereisten Tessiner Fans feiern und bedankt sich für die lautstarke Unterstützung.
Dank ans Publikum: Luganesi Keeper Merzlikins lässt sich von den weitgereisten Tessiner Fans feiern und bedankt sich für die lautstarke Unterstützung.
Peter Klaunzer, Keystone
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Die Frage sass, Harold Kreis zögerte. «Was macht Zug besser in dieser Serie als Zürich?», wollte einer der Journalisten wissen, die sich nach der dritten Niederlage um den EVZ-Trainer drängten. «Ist das eine Fangfrage?», entgegnete Kreis schliesslich. Hielt inne. Wiederholte, als habe er nicht ganz verstanden: «Was wir besser machen?» Und erkannte dann: «Es ist eine Fangfrage!»

Die zweithöchste Saisonniederlage

Klar kennt der 59-Jährige die Zahlen. Er weiss, dass sein Team gerade die zweithöchste Saisonniederlage erlitt. Dass dieses 0:5 der dritte Tiefschlag in Folge war, der Finalist des Vorjahrs vor dem Out steht. Dass aus einer Mannschaft, die in der Qualifikation die Mehrheit ihrer Bullys gewann, im Playoff das diesbezüglich schlechteste Team wurde – am Samstag lautete die Bilanz 20:44. Er weiss auch ums miserable Powerplay in der entscheidenden Saisonphase: Nur zwei Tore in 33:25 Minuten Überzahl lautet Zugs Ausbeute (8,33 Prozent).

All das weiss Kreis. Und gab dem Reporter doch eine Antwort. «Ich fand, das Forechecking haben wir besser gemacht.» Umgekehrt bedeutet das: Beim EVZ besteht in so gut wie jedem Bereich viel Raum zur Steigerung.

Goalie Stephans fataler Ausflug

Zum Beispiel beim Torhüter. Auch wenn Kreis bestreitet, dass der ZSC hier bisher einen Vorteil hatte, sagen Statistik und Optik etwas anderes. Über die gesamte Serie weist Lukas Flüeler die klar bessere Fangquote aus als Nationalgoalie Tobias Stephan (92,9 Prozent gegenüber 90,0). Und am Samstag liess der Zuger sein Tor beim 0:1 unbewacht, stand mit seinem fatalen Ausflug am Ursprung der Niederlage.

Zum Beispiel bei der Entschlossenheit. Rafael Diaz, der Spiel 3 verletzt verpasst hatte, erinnerte an die Szeneim Powerplay, als sich Garrett Roe und Viktor Stalberg allein vor Flüeler fanden – und der Schwede statt das 1:0 neben das Gehäuse schoss. «Giftiger vor dem Tor» sollten sie ab sofort sein, wünschte sich der Captain.

Zugleich forderte er mehr Disziplin. «Wir haben uns sicher selbst geschlagen», sagte Diaz über jene Sekunden,die den ZSC kurz vor Ende des Mittelabschnitts in doppelte Überzahl versetzten. «Wir nehmen drei dumme Strafen», so der Verteidiger. «Drei», wiederholte er mit funkelnden Augen, «das verträgt es nicht.» Es war ein Dreifachausschluss, wie ihn Kreis zuvor in 21 Trainerjahren nie erlebt hatte. Der ZSC nutzte diese Unbeherrschtheit zur Vorentscheidung.

Sind genug Winnertypen da?

Am Tag nach dem Fiasko blickten die Zuger ein letztes Mal zurück. Sie trafen sich, analysierten gemeinsam die Fehler, die sie beim 0:5 gemacht hatten und die sie morgen Dienstag «um jeden Preis korrigieren müssen», so Diaz. Dass das gelingen kann, ist für ihn klar: «Viele Jungs in der Garderobe waren sogar schon 0:3 hinten in einer Serie - und konnten das noch wenden.» Verfügt man dafür über genug Winnertypen? «Absolut.» War es das für den EVZ? «Nein, sicher nicht.»

Ein kämpferischer Captain, ein Trainer, der am Ende eine Antwort findet: Wer will, kann Anzeichen für eine Zuger Saisonverlängerung erkennen. Nun müssen die zwingend umgesetzt werden. Auf dem Eis nämlich war von Winnertypen zuletzt gar nichts zu sehen.

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