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Zugs dicker Sorgenkatalog

Entgegen vieler Prognosen droht dem EVZ ein frühes Saisonaus. Die Gründe sind schnell gefunden, findet der Captain.

Philipp Muschg
Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Ennio Leanza, Keystone
Spielerisch überlegen: Die ZSC Lions wirken defensiv viel abgeklärter als die Gäste und können offensiv deutlich mehr Akzente setzen.
Spielerisch überlegen: Die ZSC Lions wirken defensiv viel abgeklärter als die Gäste und können offensiv deutlich mehr Akzente setzen.
Aladin Klieber, Keystone
Torfestival: Fünfmal muss der bemitleidenswerte EVZ-Keeper Tobias Stephan hinter sich greifen. Die Zuger Hintermannschaft gewährt den Löwen viel zu viele Freiheiten.
Torfestival: Fünfmal muss der bemitleidenswerte EVZ-Keeper Tobias Stephan hinter sich greifen. Die Zuger Hintermannschaft gewährt den Löwen viel zu viele Freiheiten.
Ennio Leanza, Keystone
Ein Lebenszeichen: Die Genfer wehren sich gegen ein frühes Saisonende und können dank zwei wegweisenden Treffern von Jeremy Wick endlich den ersten Sieg der Serie ergattern.
Ein Lebenszeichen: Die Genfer wehren sich gegen ein frühes Saisonende und können dank zwei wegweisenden Treffern von Jeremy Wick endlich den ersten Sieg der Serie ergattern.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Mit vereinten Kräften: Dank eines äusserst überzeugenden Heimsieges können die Davoser die Serie gegen den EHC Biel ausgleichen.
Mit vereinten Kräften: Dank eines äusserst überzeugenden Heimsieges können die Davoser die Serie gegen den EHC Biel ausgleichen.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Cheftrainer Arno Del Curto setzt auf die Jugend: Die Spieler-Rochaden zeigen die gewünschte Wirkung. Die Rookies im Dienste des HCDs bringen frischen Wind ins Team. Der 19-jährige Dominic Buchli trifft in seinem ersten Spiel leider nur an und nicht ins Gehäuse.
Cheftrainer Arno Del Curto setzt auf die Jugend: Die Spieler-Rochaden zeigen die gewünschte Wirkung. Die Rookies im Dienste des HCDs bringen frischen Wind ins Team. Der 19-jährige Dominic Buchli trifft in seinem ersten Spiel leider nur an und nicht ins Gehäuse.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Das nächste Break ist Tatsache: Die Bianconeri gewinnen auswärts gegen Fribourg 3:1 und führen nun auch in der Serie mit 3:1 Siegen.
Das nächste Break ist Tatsache: Die Bianconeri gewinnen auswärts gegen Fribourg 3:1 und führen nun auch in der Serie mit 3:1 Siegen.
Peter Klaunzer), Keystone
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Die Frage sass, Harold Kreis zögerte. «Was macht Zug besser in dieser Serie als Zürich?», wollte einer der Journalisten wissen, die sich nach der dritten Niederlage um den EVZ-Trainer drängten. «Ist das eine Fangfrage?», entgegnete Kreis schliesslich. Hielt inne. Wiederholte, als habe er nicht ganz verstanden: «Was wir besser machen?» Und erkannte dann: «Es ist eine Fangfrage!»

Die zweithöchste Saisonniederlage

Klar kennt der 59-Jährige die Zahlen. Er weiss, dass sein Team gerade die zweithöchste Saisonniederlage erlitt. Dass dieses 0:5 der dritte Tiefschlag in Folge war, der Finalist des Vorjahrs vor dem Out steht. Dass aus einer Mannschaft, die in der Qualifikation die Mehrheit ihrer Bullys gewann, im Playoff das diesbezüglich schlechteste Team wurde – am Samstag lautete die Bilanz 20:44. Er weiss auch ums miserable Powerplay in der entscheidenden Saisonphase: Nur zwei Tore in 33:25 Minuten Überzahl lautet Zugs Ausbeute (8,33 Prozent).

All das weiss Kreis. Und gab dem Reporter doch eine Antwort. «Ich fand, das Forechecking haben wir besser gemacht.» Umgekehrt bedeutet das: Beim EVZ besteht in so gut wie jedem Bereich viel Raum zur Steigerung.

Goalie Stephans fataler Ausflug

Zum Beispiel beim Torhüter. Auch wenn Kreis bestreitet, dass der ZSC hier bisher einen Vorteil hatte, sagen Statistik und Optik etwas anderes. Über die gesamte Serie weist Lukas Flüeler die klar bessere Fangquote aus als Nationalgoalie Tobias Stephan (92,9 Prozent gegenüber 90,0). Und am Samstag liess der Zuger sein Tor beim 0:1 unbewacht, stand mit seinem fatalen Ausflug am Ursprung der Niederlage.

Zum Beispiel bei der Entschlossenheit. Rafael Diaz, der Spiel 3 verletzt verpasst hatte, erinnerte an die Szeneim Powerplay, als sich Garrett Roe und Viktor Stalberg allein vor Flüeler fanden – und der Schwede statt das 1:0 neben das Gehäuse schoss. «Giftiger vor dem Tor» sollten sie ab sofort sein, wünschte sich der Captain.

Zugleich forderte er mehr Disziplin. «Wir haben uns sicher selbst geschlagen», sagte Diaz über jene Sekunden,die den ZSC kurz vor Ende des Mittelabschnitts in doppelte Überzahl versetzten. «Wir nehmen drei dumme Strafen», so der Verteidiger. «Drei», wiederholte er mit funkelnden Augen, «das verträgt es nicht.» Es war ein Dreifachausschluss, wie ihn Kreis zuvor in 21 Trainerjahren nie erlebt hatte. Der ZSC nutzte diese Unbeherrschtheit zur Vorentscheidung.

Sind genug Winnertypen da?

Am Tag nach dem Fiasko blickten die Zuger ein letztes Mal zurück. Sie trafen sich, analysierten gemeinsam die Fehler, die sie beim 0:5 gemacht hatten und die sie morgen Dienstag «um jeden Preis korrigieren müssen», so Diaz. Dass das gelingen kann, ist für ihn klar: «Viele Jungs in der Garderobe waren sogar schon 0:3 hinten in einer Serie - und konnten das noch wenden.» Verfügt man dafür über genug Winnertypen? «Absolut.» War es das für den EVZ? «Nein, sicher nicht.»

Ein kämpferischer Captain, ein Trainer, der am Ende eine Antwort findet: Wer will, kann Anzeichen für eine Zuger Saisonverlängerung erkennen. Nun müssen die zwingend umgesetzt werden. Auf dem Eis nämlich war von Winnertypen zuletzt gar nichts zu sehen.

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