Der Ausschluss ist notwendig

Der jüngste Dopingbericht zu Russland zwingt das Internationale Olympische Komitee zum sofortigen Handeln.

Für das Olympische Komitee steht viel auf dem Spiel – es muss nun handeln. Foto: Keystone

Für das Olympische Komitee steht viel auf dem Spiel – es muss nun handeln. Foto: Keystone

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Den grössten Skandal der jüngeren Sportgeschichte trug ein älterer Jura-Professor nüchtern vor: Russland habe zwischen 2010 und 2015 flächendeckend gedopt – über fast alle Sportarten hinweg, orchestriert und geschützt von der Politik. Dies sagte Richard McLaren, der Leiter einer Taskforce der Weltantidoping-Agentur. Dabei hatte McLarens Team unter­suchen sollen, ob Russland an den ­Winterspielen daheim in Sotschi breit manipuliert hatte.

Herausgekommen ist nach der Intensivrecherche also viel mehr. Die Resultate zwingen das Internationale Olympische Komitee IOK darum zum sofortigen Handeln. Schliesslich beginnen die Spiele in Rio in rund zwei Wochen. Kaum einer aber will gedopte Russen am Start sehen, die wie schon an den Sommerspielen von 2012 und den Winterspielen von 2014 unzählige ehrliche Topathleten um Medaillen oder Diplomränge bringen.

Auch saubere russische Athleten würden bestraft

Will das IOK in seiner selbstpropagierten Nulltoleranz gegenüber Dopern also glaubwürdig sein, muss es das gesamte russische Olympiateam von Rio fernhalten. Es wäre nur der erste Schritt in einer längeren Phase bis zur Wiedereingliederung. Die Russen müssten in diesem Prozess von IOK und Antidoping-Kämpfern überwacht und unterstützt werden.

Dass bei einem Ausschluss auch saubere russische Athleten bestraft würden, die es zweifellos gibt, wäre unvermeidbar. Angesichts der Dimension des Betrugs und dem knappen Zeitrahmen bis Rio bleibt kein alternativer Fahrplan. Denn so bedauerlich der Zeitpunkt dieser Erkenntnisse ist: Erst das Dopen der Russen führte zu diesem GAU im olympischen Sport.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.07.2016, 19:51 Uhr

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