Der Klassebeweis auf höherem Niveau

Swiss Athletics poliert mit zwei weiteren Medaillen am letzten EM-Tag die Erfolgsbilanz und hält das Niveau von 2016.

Silberner Schweizer Sonntag: Fabienne Schlumpf beschliesst ihn mit Rang 2 im Steeple. (Video: Tamedia/SRF)

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Dass die EM in Berlin auf höherem Niveau stattfinden würde als 2016 (mit fünf Medaillen), war zu erwarten gewesen. Damals folgten drei Monate später die Olympischen Spiele, der Fokus lag bei vielen auf Rio. In diesem Licht erscheint die Bilanz der Schweizer noch besser. Und mit Lea Sprunger hat Swiss Athletics eine Europameisterin mit Zukunft und Perspektiven. Als 28-Jährige hat sie sich als letztes Ziel die Spiele in Tokio 2020 gesetzt. Nicht ausschliessen will sie, dass sie in ihren letzten Karrierejahren den Doppelstart wagt – über 400 m Hürden und 400 m flach.

Für einen Exploit an Titelkämpfen fehlt den Schweizern wohl eine gewisse Grossspurigkeit.

Was die Erwartungen an diese Titelkämpfe betrifft, waren sie ganz eng mit einem Namen verbunden: mit Mujinga Kambundji. Aber nicht einmal eine Staffelmedaille hätte sie wohl über ihre beiden vierten Plätze in den Einzelsprints hinweg­getröstet. Die Ansprüche und Ziele der Bernerin waren hoch gewesen, leistungsmässig ist sie diesen mit ihrer zweitbesten Zeit über 200 m und der drittbesten über 100 m gerecht geworden – rangmässig haben sich die Efforts aber nicht ausbezahlt. In Amsterdam hätten ihre Zeiten zu zwei Silbermedaillen geführt. Ihre Saison ist mit ihrem hochstehenden Schweizer Rekord (10,95) und Bronze an der Hallen-WM dennoch erfolgreich, doch dürfte Kambundji hinsichtlich der nächstjährigen WM in Doha gewarnt sein: Ihre noch immer nicht ganz geklärte Trainersituation bedarf einer Lösung.

Tadesse Abraham wurde im Marathon Zweiter. Foto: F. Grossniklaus (Freshfocus)

Allgemein lässt sich sagen: Die meisten der Routiniers meisterten ihre Aufgaben erfolgreich. Abraham gewann innert zwei Jahren die dritte EM- Medaille, Alex Wilson setzte seinen in den letzten Jahren erhöhten Aufwand um, und doch vermisst man – abgesehen von der nachnominierten 800-m-Läuferin Lore Hoffmann (22), die an ihrer ersten Elite-EM in den Halbfinal stürmte – einen Exploit. Dafür fehlt den Schweizern an Titelkämpfen wohl einfach eine gewisse Grossspurigkeit.

Den Jungen kann man keinen Vorwurf machen. Sie hatten ihren Saisonhöhepunkt früher, an Titelkämpfen ihrer Alterskategorie. Oder überraschten in Berlin sogar wie Yasmin Giger (19) über 400 m Hürden mit ihrem U-20-Europarekord. Überhaupt die 400 m Hürden: Es ist die Disziplin, in der auch Leistungssportchef Peter Haas einst aktiv war. Nun stellte er – im letzten Jahr in dieser Funktion – genüsslich fest, dass seit 2014 genau da sieben Medaillen gewonnen wurden (Hussein zwei, Sprunger zwei, Giger drei). Und werweisste, ob sein Nachfolger, der einstige 5000-m-Läufer Philippe Bandi, einst wohl Ähnliches vorweisen könne. Angewiesen wäre er auf Julien Wanders. So mutig wie in dieser Woche, nur frischer.

Erstellt: 12.08.2018, 23:29 Uhr

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