Doppel-Gold für Schweizer Leichtathleten

Die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl und Hürdensprinter Jason Joseph werden in Gävle Europameister in der U-23-Kategorie. Dank ihrer Kämpfernatur.

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Innerhalb von einer halben Stunde verwandelten Géraldine Ruckstuhl und Jason Joseph eine leistungsmässig bisher durchzogene Schweizer Saison in eine goldene: Die 21-jährige Mehrkämpferin arbeitete sich im zweitägigen Wettkampf von Platz 11 auf Rang 1 vor, der Hürdensprinter erfüllte seine eigene grosse Erwartung mit dem zweiten EM-Titel in seiner noch jungen Karriere.

Der Schweizer Rekordhalter (13,39) hatte sich vor einem Monat einen Mittelhandknochen gebrochen, eine Operation und Einsetzung einer Platte war unumgänglich. Entsprechend Mühe hatte der 20-jährige Baselbieter in der Folge am Start. Bei Athletissima in Lausanne merkte man ihm dies noch an, dort kam beim letzten Hindernis aber noch ein Stolperer dazu, die Zeit von 13,80 war enttäuschend. In Gävle nun liess sich der Student nichts mehr anmerken, seine Losung war: «Dreimal starten, dreimal auf die Zähne beissen.» Und keiner war in Schweden flinker als er: Als Vorlaufschnellster (13,82) qualifizierte er sich für den Halbfinal, dort steigerte er sich als Bester auf 13,54, um dann im Final in 13,45 zu Gold zu sprinten. Nach dem U-20-EM-Titel 2017 setzte er seinen Weg fort, sein Potenzial scheint noch längst nicht ausgeschöpft. Ende September wird er sich an der WM in Doha auch mit der Elite messen können.

Ruckstuhl auf dem Weg in die Weltspitze

Noch früher als er hatte Ruckstuhl schon internationalen Erfolg. Die Luzernerin war mit 17 Jahren Weltmeisterin, mit 19 EM-Silbergewinnerin, und wurde als 21-Jährige Europameisterin im Siebenkampf. Diesmal in der U-23-Kategorie – ihr Weg Richtung Elite ist vom Erfolg geprägt, und bleibt sie gesund, spricht auch in den nächsten Jahren nichts gegen Spitzenplätze.

In Gävle ist sie mittelmässig in den Wettkampf gestartet, als 11. nach dem Einstieg über 100 m Hürden arbeitete sie sich im Gesamtklassement langsam Richtung Podest vor. Mit der Kugel gelang ihr am ersten Tag und 14,58 m eine Bestleistung, als Vierte nahm sie den zweiten Wettkampftag in Angriff – bei empfindlich kühler Witterung. Als ihr mit dem Speer ein Wurf auf 54,82 m gelang, eine Weite, die niemand nur annähernd erreichte, war auch der bisherigen Leaderin, Sophie Weissenberg (GER), klar, dass es im abschliessenden 800-m-Lauf knapp werden dürfte.

Weissenberg hatte nur noch 18 Punkte Vorsprung und Ruckstuhl ist die deutlich bessere Läuferin. So kam es auch: Ruckstuhl siegt in der persönlichen Bestzeit von 2:12,05, kam auf total 6274 Punkte und hatte ihren Vorsprung auf 99 Punkte ausgebaut. Auch sie ist für die WM in Doha Ende September vorqualifiziert, dank ihrer Bestmarke von 63791 Punkten, die sie im Herbst in Talence (FRA) erreichte.

Erstellt: 12.07.2019, 19:37 Uhr

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