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Ins Land der Marathon-Halbgötter

Maja Neuenschwander tritt am Sonntag in Tokio an. Ihr Ziel ist klar und ambitiös: nach Berlin 2015 erneut Schweizer Rekord laufen. An der Euphorie der Japaner wird es nicht fehlen.

«Nach Gspüri laufen» will die 36-jährige Maja Neuenschwander in Tokio wie auch später an Olympia in Rio. Foto: Imago
«Nach Gspüri laufen» will die 36-jährige Maja Neuenschwander in Tokio wie auch später an Olympia in Rio. Foto: Imago

Er habe Maja Neuenschwander gratuliert zum Entscheid, ihren ersten ­Marathon im Fernen Osten in Tokio zu laufen, sagt Bruno Lafranchi. Der mehrfache Olympia- sowie WM-Teilnehmer und ­Organisator des Zürich Marathon spricht aus Erfahrung. 1982 lief er in ­Fukuoka in 2:11:12 Stunden Schweizer Rekord und auf Platz 3, vier Jahre später gelang ihm dies nochmals; 1988 gewann er in Beppu gar das Rennen über 42,195?km. Seither kennen sie dort seinen Namen, Lafranchi sagt: «Es gibt kein Land, in dem der Marathon einen grösseren Stellenwert hat, kein Land, in dem Marathonläufer so verehrt werden. Die Sieger sind ­Halbgötter, das passiert ­einem nirgends sonst.» Ähnliche Erfahrungen hat in jüngerer Zeit auch Viktor Röthlin gemacht. Seinen noch heute gültigen Schweizer ­Rekord (2:07:23) lief er 2008 auf der schnellen Strecke von Tokio, natürlich hat sich Neuenschwander auch mit ihm ausgetauscht. Die 36-jährige Bernerin entschied sich (auch) aus terminlichen Gründen für dieses Rennen. «Es ist früh im Jahr, ich werde danach noch einmal eine Pause machen und dann die Grundlage für das Olympiarennen legen können», sagt sie. Dies war ihr vor den Spielen 2012 in London nicht wie gewünscht möglich, zu spät hatte sie sich überhaupt qualifiziert. «Damals fehlten mir rund 800 Laufkilometer.»

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