Kambundjis Neustart mit dem «Schnellermacher»

Unmittelbar vor dem Start in die Freiluftsaison präsentierten die Schweizer Topathleten gestern im Letzigrund ihre Pläne. Mujinga Kambundji strebt neu unter Startrainer Rana Reider hohe Ziele an.

Nach einer starken Hallensaison arbeitet Mujinga Kambundji auf die EM in Berlin im August hin.

Nach einer starken Hallensaison arbeitet Mujinga Kambundji auf die EM in Berlin im August hin. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Alles neu macht der Mai, besagt ein – zugegeben abgedroschenes – Sprichwort. Im Fall Mujinga Kambundjis trifft dies immerhin einigermassen zu. Die Könizerin wird im nächsten Monat gleich drei Diamond-League-Meetings bestreiten. Es handelt sich aus ihrer Optik um einen Kaltstart, pflegte sie unter ihrem früheren Coach Valerij Bauer doch einen langsameren Formaufbau. Nur hat sie sich jedoch im vergangenen Herbst vom Deutsch-Kirgisen getrennt. Gestern verkündete Kambundji an einer Pressekonferenz zum Saisonstart im Zürcher Letzigrund, was sich in den letzten Tagen abgezeichnet hatte: dass sie bis auf weiteres in der Gruppe von Rana Reider bleiben wird.

In den letzten drei Wochen absolvierte die 25-Jährige ein Trainingslager in Florida, lernte den Amerikaner und dessen Methoden kennen – und ist von diesen überzeugt. Wobei die Zusammenarbeit noch nicht vertraglich geregelt wurde. «Es ist besser, wenn sich unsere Managements darum kümmern», sagt Kambundji. Kambundji liess sich viel Zeit mit der Suche nach einem neuen Coach. Nachdem sie die Zusammenarbeit mit dem Holländer Henk Kraaijenhof im Winter nach nur zwei Monaten beendet hatte, wollte sie ein neuerliches Abenteuer um jeden Preis verhindern. Allerdings hatte sie Reider schon länger auf dem Radar und sich schon im letzten Herbst dessen Trainingsvideos angeschaut.

Die gestiegenen Ansprüche

Reider gilt als strenger «Schnellermacher». Er schart Weltklasse-Athleten wie den zweifachen Dreisprung-Olympiasieger Christian Taylor und die Olympiazweite über 200 Meter, Dafne Schippers, um sich. Es ist dieses herausfordernde Umfeld, das Kambundji suchte. Die vielen neuen Eindrücke, die strengen Trainings – sie forderten der Sprinterin in Florida einiges ab. Und genau hier punktete Reider. Der Trainer fragte Kambundji stets nach ihrer Meinung und ihrem Befinden und passte das Programm entsprechend an. «Das erwarte ich so», meint die Könizerin und verdeutlicht, dass ihre Ansprüche gestiegen sind.

Sie bleibt in Bern zuhause

Seine Basis hat Reider im High Performance Center Papendal. Die meisten Athleten sind deswegen zu ihm nach Holland gezogen. Kambundji wird das nicht tun. Sie will sich Ende Mai zwar vor Ort ein Bild machen, doch bleibt ihr Lebensmittelpunkt Bern – nicht zuletzt ihrer diversen Verpflichtungen wegen. Athletin und Coach tauschen sich aber regelmässig aus. «Rana versteht das, aber im Herbst werden wir sicher schauen müssen, ob das so für beide Seiten stimmt», sagt sie. Vorerst kann sich Reider im Mai in Doha und Shanghai ein Bild machen, wie seine Athletin im Wettkampf funktioniert. «Ich fühle mich fitter als damals zum gleichen Zeitpunkt unter Valerji», hält sie fest.

Das Ziel der Zusammenarbeit ist klar: Kambundji will an der EM in Berlin Edelmetall gewinnen und die 100 Meter unter 11 Sekunden laufen. Während der Hallensaison hat sie angedeutet, wie viel Potenzial vorhanden ist, als sie ihren Bestwert über 60 Meter auf 7,03 Sekunden senkte und an der WM Bronze holte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.04.2018, 07:37 Uhr

Artikel zum Thema

«Ich bin in der Weltspitze angekommen. Das ist höllecool»

SonntagsZeitung Mujinga Kambundji, 25, über ihre Bronzemedaille an der Hallen-WM in Birmingham Mehr...

Kambundji sprintet sensationell zu WM-Bronze

Die Bernerin steigert sich im Final in Birmingham erneut und verpasst Silber nur hauchdünn. Sie holt die erst siebte Schweizer Hallen-WM-Medaille. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Haben keine Höhenangst: Zwei Fensterputzer haben sich in Tokyo als Hund und Wildschein verkleidet. Die beiden Tiere sind in Japan die Sternzeichen dieses und des nächsten Jahres. (13. Dezember 2018)
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...