Eklat um Kambundji

Die Schweizer Top-Sprinterin zieht sich aus Protest von der Staffel zurück.

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In der Schweizer Leichtathletik bahnt sich ein Skandal an. Swiss Athletics bestätigte offiziell, dass sich Mujinga Kambundji für die Saison 2016 aus dem Kader der Nationalstaffel zurückzieht. Hinter dem Entscheid verbirgt sich weder Lust- noch Zeitmangel, sondern der Fakt, wonach die schnellste Schweizerin den ewigen Zwist mit Staffeltrainer Laurent Meuwly satthat. Letzterer beharre auf dem Primat des Teamwettkampfs gegenüber den Einzelsparten, benehme sich zuweilen wie ein Sonnenkönig, sagt ein Szenenkenner.

Kambundji trainiert seit 2013 in Mannheim. Die 23-jährige Könizerin ist unter der Obhut Valerij Bauers in die erweiterte Weltspitze vorgestossen und logischerweise nicht mehr so flexibel wie früher, als sie sich primär zwischen dem Elternhaus im Liebefeld und der Tartanbahn im Wankdorf bewegte. Das Problem existiert seit Jahren und betrifft nicht nur Kambundji. Es gibt auch andere Athletinnen, die mit Meuwlys Führungsstil nicht einverstanden sind und dies bei Peter Haas deponiert haben.

Ich wünsche der Staffel alles gute für die Saison!!!

Posted by Mujinga Kambundji on Freitag, 11. März 2016

Der Leistungssportchef jedoch hat dem umstrittenen Trainer trotz offensichtlicher Mängel im Bereich der Sozialkompetenz stets den Rücken gestärkt und damit jene Athletin brüskiert, welche der Schweizer Leichtathletik in den letzten zwei Jahren die emotionalsten Momente beschert hat. Was erstaunt, weil Meuwly bei der Männerstaffel abgezogen wurde, nachdem es zuerst zu Meinungsverschiedenheiten und später zum Knall gekommen war. Unter anderem wendeten sich mit Alex Wilson und Amaru Schenkel die beiden Topläufer seinetwegen vom Team ab.

Mehrere Schweizer Rekorde

Nun sieht es danach aus, als erhalte Haas für seine aus neutraler wie sportlicher Optik nicht nachvollziehbare Vorgehensweise die Quittung. Ohne Kambundji hat die Sprintstaffel bei Olympia nichts verloren, vermutlich würde das Quartett ohne die Landesrekordhalterin selbst an der EM in Amsterdam bereits im Vorlauf auf der Strecke bleiben.

Kambundji war seit 2011 Mitglied des Staffelkaders und stellte mit diesem mehrere Schweizer Rekorde auf. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einer europäischen Spitzenläuferin. An der WM 2015 in Peking verbesserte sie die Schweizer Rekorde über 100 m und 200 m auf 11,07 respektive 22,64 Sekunden. Die 4x100-m-Staffel nahm seit 2011 jedes Jahr an den wichtigsten internationalen Grossanlässen teil. (mjs/fas/si)

Erstellt: 11.03.2016, 13:39 Uhr

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