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Spitzenleichtathletin trotz Chemotherapie

Gabriele Grunewald kämpft seit acht Jahren unermüdlich gegen den Krebs. Trotzdem gehört sie zu den besten Mittelstreckenläuferinnen der USA.

Gezeichnet von der Operation: Die Narbe an ihrem Bauch ist gut zu sehen.
Gezeichnet von der Operation: Die Narbe an ihrem Bauch ist gut zu sehen.
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Unermüdlich: Trotz Chemotherapie trainierte Gabriele Grunewald für die US-Meisterschaften.
Unermüdlich: Trotz Chemotherapie trainierte Gabriele Grunewald für die US-Meisterschaften.
Keystone
Starke Frau: Für ihren Traum gibt sie nicht auf.
Starke Frau: Für ihren Traum gibt sie nicht auf.
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2012 war Gabriele Grunewald die viertbeste 1500-Meter-Läuferin in den USA. Die Olympischen Spiele in London verpasste sie nur ganz knapp. Damals hatte sie den Krebs bereits zweimal bekämpft. Zwei weitere Diagnosen sollten folgen.

Die 31-Jährige aus Minnesota kämpft bereits seit acht Jahren gegen den immer wiederkehrenden Krebs. Es begann 2009. Nachdem sie ihren Master in Public Policy erhielt, hatten sich ihre Laufzeiten stets verbessert. Sie war dabei, eine erfolgreiche Mittelstreckenläuferin zu werden. Bis sie an ihrem linken Ohr eine kleine Zyste entdeckte. Die Ärzte stellten die Diagnose: Adenoid-zystisches Karzinom. Ein seltener, bösartiger Tumor, der sich vom Drüsengewebe ableitet und oft am Hals auftritt. Diese Krebsart ist bekannt dafür, dass sie in den meisten Fällen trotz erfolgreicher Behandlung nach einigen Jahren zurückkommt. Die Lungen sind bei einem Rückfall besonders anfällig.

Am Tag ihrer Diagnose war Grunewald an einem Wettkampf in Arizona. Sie brach im ersten Moment in Panik aus und sprach zu sich selbst: «Es wird alles gut. Es wird alles gut.» Ihr Trainer riet ihr, das Rennen am nächsten Tag auszulassen. Verständlich. Doch Grunewald verneinte und trat an – und wie. Sie lief am Tag nach ihrer ersten Krebsdiagnose persönliche Bestzeit von 4 Minuten und 22 Sekunden über 1500 Meter.

Profi mit Sponsorenvertrag

Drei Monate nach der Operation und den Bestrahlungen widmete sie sich wieder ihrer Leidenschaft. Und ihre Zeiten wurden wieder besser. «Es ist, als hätte ich alle Entschuldigungen nicht bis ans Limit zu gehen, abgelegt», sagte Grunewald. Sie wurde Profi und erhielt einen Sponsorenvertrag über mehrere Zehntausend Dollar.

Grunewald hat eine eigene Website und auch auf Twitter ist sie ständig auf der Suche nach Spenden für die Krebsforschung. Dafür bekommt sie viel positives Feedback. «Ich liebe es, wenn Leute auf mich zukommen. Es gibt mir Kraft, das Ganze durchzustehen», so Grunewald. Sie will zeigen, dass man trotz Krebsdiagnose ein erfülltes Leben führen kann. «An harten Tagen versuche ich, das Positive in meinem Leben zu sehen. Und Laufen gehört definitiv dazu», sagt die Leichtathletin.

Die Freude über die gewonnenen Sponsoren und das Profidasein währte nicht lange. 2011 der nächste Schock: Schilddrüsenkrebs. Der Lichtblick: Es handelte sich um einen verbreiteten Krebs, der gut behandelt werden konnte. Wieder wurde Grunewald operiert und bestrahlt. Laufen war dabei ihre tägliche Meditation.

Während der gesamten Zeit war Justin Grunewald an ihrer Seite. «Ich sagte ihm oft, er soll doch gehen. Das Ganze ist doch eine traurige Geschichte, auch für ihn», erzählt Grunewald gegenüber der «New York Times». Er blieb und die beiden heirateten vor einigen Jahren.

Rio knapp verpasst

Dass Grunewald die Qualifikation für Rio 2016 nicht schaffte, enttäuschte sie sehr. Einige Wochen später gab ihr Ehemann ihr eine morgendliche Umarmung. «Dein Bauch fühlt sich komisch an», sagte er. Bei Gabriele ging sofort der Alarm los. Beim Notarzt erhielten die beiden dann die nächste Diagnose. Der seltene Krebs von 2009 hatte in die Leber ausgestrahlt. Die Hälfte ihrer Leber wurde entfernt. Seither hat die junge Frau eine grosse Narbe auf dem Bauch.

«Ich habe so gehofft, dass der Krebs bis 40 nicht zurückkommt. Ich wollte zuerst noch Kinder haben», so Grunewald. Doch sie liess sich nicht stoppen, rannte und trainierte weiter. Auch wenn sie teilweise in der Hälfte eines Rennens abbrechen musste und ihr Ehemann und Trainer Justin sie umgehend nach Hause fuhr.

Ihr Ziel ist die Teilnahme an der Leichtathletik-WM im August in London. Um das zu erreichen, nahm Grunewald Unglaubliches auf sich. Sie rannte letzte Woche an den US-Meisterschaften über die 1500 Meter. Trotz laufender Chemotherapie. Denn vor einigen Wochen entdeckten die Ärzte zwei neue Tumore in Gabriele Grunewalds Leber. Aufgeben ist für die starke Frau auch diesmal keine Option.

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