Und Samba tanzt alle aus

Hürdenweltmeister Warholm ist in Rom so schnell wie nie, wird aber nur Zweiter. ­Mujinga Kambundji sprintet zu einer Premiere, während Lea Sprunger enttäuscht.

Abderrahman Samba siegt in Rom über 400 m Hürden mit der Jahresweltbestleistung von 47,48 Sekunden.

Abderrahman Samba siegt in Rom über 400 m Hürden mit der Jahresweltbestleistung von 47,48 Sekunden. Bild: Gregorio Borgia/Keystone

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Er kennt nur eine Taktik, und mit dieser wurde Karsten Warholm im vergangenen Jahr in London Weltmeister über 400 m Hürden: eben kein Taktieren, sondern von Beginn weg mit voller Kraft voraus. Das hat sich auch gestern in Rom, beim vierten Diamond-League-Meeting der Saison bewährt.

Es war die Premiere des 22-jährigen Norwegers in dieser Saison – und was für eine: In 47,82 blieb er erstmals unter der 48-Sekunden-Marke, verbesserte sich um stolze vier Zehntelsekunden – und wurde dennoch nur Zweiter. Denn auf der Zielgeraden lieferte er sich ein faszinierendes Duell mit dem gleichaltrigen Abderrahman Samba. Und der Katarer tanzte ihn mit der Jahresweltbestleistung von 47,48 grandios aus. Ganz überraschend kam der Sieg nicht. Denn der gebürtige Mauretanier, der seit 2016 für den Ölstaat ­antritt, hatte bereits Anfang Mai in Doha in herausragenden 47,57 gewonnen.

Die nächste Chance kommt bald

Zur grossen Enttäuschung wurde das Hürdenrennen für Lea Sprunger, «ein Rennen zum Vergessen», wie sie danach sagte. Die 28-jährige WM-Fünfte wurde bei ihrem Saisoneinstand in 56,36 Achte und blieb mehr als zwei Sekunden über ihrer Bestleistung. Auf der ersten Hälfte hatte noch wenig auf einen solchen Ausgang des Rennens hingedeutet, das von der Amerikanerin Georganne Moline in 53,97 gewonnen wurde. Sprunger startete gut, fand den Rhythmus – «doch nach der sechsten Hürde habe ich ihn plötzlich verloren», wunderte sie sich und hatte auf die Schnelle nur eine Erklärung: «schlechte Beine».

Dass sie ­einige Wettkämpfe brauchen würde, um auf Topniveau zu kommen, hatte sie ­erwartet, dass ihr der erste Wettkampf nach störungsfreier Vorbereitung besser gelingen würde, aber auch. Bereits in einer Woche erhält Sprunger in Oslo die Chance, diesen Auftritt tatsächlich vergessen zu machen.

Erstes Schweizer Sprintpodest

Ganz anders verlief der Abend für Mujinga Kambundji über 200 m. Im Stadio Olimpico startete sie bereits zum dritten Mal in dieser Saison auf diesem Level und mit dem Selbstvertrauen von Hallen-WM-Bronze und zwei guten Rennen in Doha und Shanghai. Und wieder schaffte die Bernerin eine kleine Premiere: Als erste Schweizerin erreichte sie in 22,72 (als Dritte) einen Podestplatz in einem Sprintrennen dieser Serie.

Kambundji war danach mit dem Rang zufriedener als mit der Zeit. Denn ihre Bestleistung liegt um drei Zehntel tiefer, und den nationalen Rekord, den hält Sprunger in 22,38. Ihren dritten Sieg feierte Marie-Josée Ta Lou in 22,49, davor hatte sie 2-mal über 100 m triumphiert.

Primadonna an diesem Abend aber war die russische Hochspringerin Maria Lasizkene. Nicht primär weil sie mit der Jahresweltbestleistung von 2,02 m gewann, sondern weil dies ihr 40. Sieg in Folge war. Nach zwei WM-Titeln scheint ihr der erste an einer EM sicher.


Rom. Diamond League. Männer. 100 m (GW 0,4 m/s): 1. Baker (USA) 9,93 (JWB). 2. Vicaut (FRA) 10,02. 3. Tortu (ITA) 10,04. 4. Coleman (USA) 10,06. – 400 m: 1. Kerley (USA) 44,33. 2. Haroun (QAT) 44,37. – 800 m: 1. Kinyamal (KEN) 1:44,65. 2. Cheruiyot Rotich (KEN) 1:44,74. – 1500 m: 1. Cheruiyot (KEN) 3:31,22 (JWB). 2. Motonei (KEN) 3:33,79. 3. Terera (ETH) 3:34,84. – 400 m Hürden: 1. Samba (QAT) 47,48 (JWB). 2. Warholm (NOR) 47,82. 3. Copello (TUR) 48,63. – 3000 m Steeple: 1. Kipruto (KEN) 8:08,40 (JWB). – Stab: 1. Kendricks (USA) 5,84. – Weit: 1. Manyonga (RSA) 8,58 (JWB). 2. Echevarria (CUB) 8,53.– Diskus: 1. Dacres (JAM) 68,51. Frauen. 200 m (GW 1,7 m/s): 1. Ta Lou (CIV) 22,49. 2. Lalova (BUL) 22,64. 3. Kambundji 22,76. – 100 m Hürden: 1. Nelvis (USA) 12,76. 2. Williams (JAM) 12,82. 3. Amusan (NGR) 12,86. – 400 m Hürden: 1. Moline (USA) 53,97. 2. Russell (JAM) 54,08. 3. Muhammad (USA) 54,65. – 8. Sprunger 56,36. – 3000 m Steeple: 1. Kiyeng (KEN) 9:04,96 (JWB). – Hoch: 1. Lasizkene (RUS) 2,02 (JWB). – Diskus: 1. Perkovic (CRO) 68,93.

Erstellt: 31.05.2018, 23:40 Uhr

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