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Marcel Koller debütiert als Nationaltrainer Österreichs

786 Tage nach der Entlassung beim VfL Bochum gibt Marcel Koller sein Comeback als Trainer. Mit Österreich trifft er in Lwiw auf EM-Co-Gastgeber Ukraine.

Bissige Kommentar musste Koller Anfang Oktober über sich ergehen lassen. Die Kolumnisten und Experten aus Wien, Salzburg und Graz wollten nicht begreifen, weshalb ausgerechnet ein Schweizer die ÖFB-Auswahl aus der jahrelangen Krise führen soll.

In den Tagen vor Kollers Debüt im EM-Stadion von Lwiw gegen die Ukraine hat die Stimmung umgeschlagen. Die Zeitungen berichten wohlwollend über den Zürcher und seine Arbeit auf dem Trainingsplatz. "Man hat in Österreich schlicht noch nie ein dermassen professionelles und medienfreundliches Beschäftigen eines Nationalteams erlebt", schrieb zum Beispiel der Wiener "Kurier".

Die Sympathiewelle allein bringt dem Schweizer indes in der Ukraine noch kein positives Ergebnis. Doch dieses steht für ihn ohnehin nicht im Vordergrund. "Das Resultat ist immer wichtig. Doch noch wichtiger wird sein, dass wir nicht nur darauf achten, sondern unseren Weg weitergehen."

Wie dieser Weg aussieht, hat Koller den deutlich aufgezeigt. "Wir wollen versuchen in der Defensive gut zu stehen und einander zu helfen. Und wir wollen bei Ballverlust schnell nach vorne kommen." Kollers Motto lautet: "Nicht abwarten, bis der Gegner Fehler macht, sondern Fehler provozieren."

Ein positives Resultat in der Ukraine wäre ein erster Schritt, die beschämende Klassierung im FIFA-Ranking (Platz 72) nach oben zu verlassen. Doch der Gegner aus Osteuropa hat sein Potenzial am Freitag beim 3:3 im Test gegen Deutschland angedeutet. Drei Tore in den ersten 45 Minuten stellen der Offensive um den alternden Superstar Andrej Schewtschenko ein gutes Zeugnis aus.

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