Alonso siegt nach Stallorder - Red Bull tobt

Fernando Alonso schnappte Sebastian Vettel bei dessen Heim-GP den Sieg weg. Eine offensichtliche Stallorder bei Ferrari überschattet jedoch den Triumph des Spaniers.

Alonso feiert in Hockenheim seinen 23. GP-Erfolg. Was Massa und Vettel davon halten, ist offensichtlich.

Alonso feiert in Hockenheim seinen 23. GP-Erfolg. Was Massa und Vettel davon halten, ist offensichtlich. Bild: Keystone

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Die Schlüsselszene in Hockenheim spielte sich in der 49. Runde ab: Felipe Massa musste sich von seinem Renningenieur Rob Smedley befehlen lassen, die Führung kampflos an Alonso abzugeben. «Fernando ist schneller als du. Kannst du das bestätigen?», funkte ihm Smedley zu. Massa gehorchte, nahm aber derart offensichtlich den Fuss vom Gas, dass der frühere Schweizer GP-Pilot Marc Surer am Mikrofon des TV-Senders Sky sofort von einer verbotenen Teamorder sprach.

Helmut Marko, der mächtige Berater von Vettels Red-Bull-Team, ärgerte sich nach der Zieldurchfahrt der Piloten fürchterlich über die unsaubere Ferrari-Aktion. «Offensichtlicher kann man eine Teamorder nicht durchgeben», polterte er. «Das war so plump, dass wir nicht einmal Protest einlegen werden, es ist die Aufgabe der FIA nun eine drastische Sprache auszusprechen.» Als der viel diskutierte Funkspruch aus der Ferrari-Box kam, war Lokalmatador Vettel drauf und dran, zum Duo Massa/Alonso aufzuschliessen - vor allem, weil Massa seinen Teamkollegen aufhielt. Alonso hatte sich schon viele Runden zuvor fürchterlich darüber aufgeregt, dass ihn Massa nicht passieren liess. «Das ist lächerlich», fauchter er.

100'000 Dollar Strafe gegen Ferrari

Ferrari war nach dem Rennen bemüht, Normalität vorzuspielen. «Die Aktion in der 49. Runde war ganz sauber, da war nichts weiter dabei. Von einer Teamorder kann keine Rede sein», sagte Massas Renningenieur Smedley. «Die müssen das runterspielen», kommentierte TV-Experte Surer die Ausflüchte. Ähnlich sah es die Rennleitung, die Ferrari frü schuldig befand und mit einer Busse von 100'000 Dollar bedachte.

Damit sind die Untersuchungen aber nicht abgeschlossen. Der Motorsport-Weltrat der FIA wird den Vorgang noch einmal unter die Lupe nehmen und dann über weitere Sanktionen entscheiden. Ein hartes Urteil wäre jedoch eine Überraschung, steht Ferrari doch im Ruf, bei der FIA einen Sonderstatus zu geniessen. Präsident der FIA ist Jean Todt, langjähriger Teamchef der Scuderia...

Schweizer Fraktion geht leer aus

Die beiden Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi und Pedro de la Rosa verpassten die angestrebten Punkteränge. Kobayashi, der dem Hinwiler Rennstall in den vergangenen beiden Rennen 14 Zähler beschert hatte, musste sich mit Platz 11 begnügen. De la Rosa wartet nach Rang 14 weiterhin auf die ersten Punkte in der laufenden Saison.

«Wir müssen nun unsere Leistung im Qualifying verbessern, dann können wir auch die entsprechenden Resultate einfahren», sagte Teamchef Peter Sauber. «Ich bin nicht wirklich zufrieden mit dem heutigen Rennen», erklärte Kobayashi. «Mit beiden Reifensätzen hatte ich zu wenig Grip, und sie haben recht früh angefangen, abzubauen.»

Für Toro-Rosso-Pilot Sébastien Buemi war das Rennen bereits in der Auftaktrunde nach einer teaminternen Auffahrkollision vorüber. Dem Waadtländer wurde vom auffahrenden Jaime Alguersuari der Heckflügel weggerissen.

Erstellt: 25.07.2010, 16:15 Uhr

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1. Hamilton 157. 2. Button 143. 3. Webber 136. 4. Vettel 136. 5. Alonso 123. 6. Rosberg 94. 7. Kubica 89. 8. Massa 85. 9. Schumacher 38. - Ferner: 12. Kobayashi 15. 15. Buemi 7.

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