Buemi erstmals Formel-E-Champion

Feiner Erfolg für Sébastien Buemi: Der 27-jährige Romand gewinnt in London zum ersten Mal die WM in der Formel E.

Triumph: Der Waadtländer Sébastien Buemi (v.) schnappt sich im letzten Moment den WM-Titel in der Formel E. (2. Juli 2016)

Triumph: Der Waadtländer Sébastien Buemi (v.) schnappt sich im letzten Moment den WM-Titel in der Formel E. (2. Juli 2016) Bild: Getty Images

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Dramatischer hätte die Entscheidung am Schlusswochenende nicht fallen können. Vor dem ersten Rennen in London hatte Lucas Di Grassi einen Zähler Vorsprung auf Sébastien Buemi. Weil beide Titelanwärter in der Qualifikation Wetterpech hatten, kamen sie für den Sieg nicht in Frage, klassierten sich am Samstag im 4. und 5. Rang, womit Buemi drei Zähler zurücklag.

Diesen Rückstand holte der 56-fache Formel-1-Starter und Langstrecken-Weltmeister von 2014 dank der Pole-Position am Sonntag auf. Bei Punktgleichheit hätten die besseren Klassierungen entschieden. Beide Titelanwärter gewannen drei Saisonrennen und landeten je zweimal auf Rang 2. Bei den dritten Rängen lag jedoch Di Grassi im Vorteil (2:1).

Die beiden Rivalen stossen zusammen

Doch Buemi startete vom besten Startplatz aus als Favorit ins Rennen am Sonntag, zumal sein Teamkollege Nicolas Prost WM-Leader Di Grassi um 27 Tausendstelsekunden auf Trainingsrang 3 verwiesen hatte und so als «Puffer» auftreten konnte. Doch schon wenige hundert Meter nach dem Start auf dem engen Kurs im Battersea Park krachte es. Di Grassi kämpfte sich an Prost vorbei und donnerte voll ins Heck von Buemi.

Beide Autos waren nach diesem üblem Foul des Brasilianers schrottreif. Doch weil in dieser Elektroserie ein Autowechsel Pflicht ist, mussten nach dem Neustart, welche beide von den letzten Plätzen aus in Angriff nahmen, die zwei Bonuspunkte für die schnellste Runde über den Titel entscheiden.

Dank der schnellsten Runde

Diese schnellste Runde gelang schliesslich Buemi im Renault e.dams mit 1:24,150 Minuten in der vorletzten Runde. Di Grassi war zuvor schon an 14. Stelle liegend ausgeschieden. Dieser Titel ist für Buemi mehr als nur ausgleichende Gerechtigkeit: Vor einem Jahr hatte er die WM um einen Punkt gegenüber Nelson Piquet jr. verloren.

Und vor zwei Wochen sah er bis drei Minuten vor Schluss des 24-Stunden-Klassikers in Le Mans wie der sichere Sieger aus, als sein japanischer Teamkollege Kazuki Nakajima im Toyota mit einem Defekt in der Schlussrunde stehen blieb und Neel Jani im Porsche den prestigeträchtigen Triumph erbte.

Sieger des letzten Rennens in London wurde wie schon am Samstag Nicolas Prost vor Daniel Abt und Jérôme D'Ambrosio. Die neue, 14 Rennen umfassende Saison beginnt am 9. November in Hongkong und endet Ende im Juli 2017 mit einer Doppelveranstaltung in New York.

(fal/sda)

Erstellt: 03.07.2016, 19:46 Uhr

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