Das finale Gefecht der Formel-1-Ingenieure

Fünf Rennen vor Saisonende trennen WM-Leader Fernando Alonso und Weltmeister Sebastian Vettel nur noch vier Punkte. Wer am Ende vorne liegt, haben nun auch die Konstrukteure in der Hand.

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Red Bull und Titelverteidiger Sebastian Vettel schienen den Kampf um die dritte WM-Krone in Serie bereits verloren zu haben – bis auf 42 Zähler war der WM-Führende Fernando Alonso in seinem Ferrari zur Sommerpause schon enteilt. Doch dann schlug die Designabteilung des österreichisch-britischen Rennstalls um den genialen Konstrukteur und Hobbyrennfahrer Adrian Newey zu.

Seit dem vorletzten Grand Prix in Singapur ist Vettel mit einem sogenannten Doppel-DRS-System unterwegs. Dessen Clou sind zwei Löcher im Heckspoiler, die dafür sorgen, dass Luft eingesaugt, nach unten geleitet und unterhalb des unteren Heckflügelelements wieder ausgeblasen wird. Dies hat einen positiven Einfluss auf die Strömungen des unteren Flügels und des Diffusors. Der langen Rede kurzer Sinn: Der Anpressdruck nimmt ab, das eigentlich vor allem in den Kurven hervorragende Red-Bull-Auto ist nun auch auf den Geraden konkurrenzfähig. Vettel und sein Teamkollege Mark Webber konnten in der Topspeed-Rubrik den Rückstand auf die Schnellsten halbieren. Ein ungemein wertvolles Plus im Qualifying.

Viele Änderungen, aber kein Doppel-DRS bei Ferrari

Ferrari hat nach der schweren Niederlage in Japan mit dem doppelten Qualifying-Triumph von Red Bull, Vettels Sieg und Alonsos Ausscheiden eine technische Grossoffensive für das Saisonfinish angekündigt. «Es wird in Südkorea vier kleine Updates geben, bei den Rennen danach kommen signifikantere Veränderungen zum Tragen», erklärte Pat Fry, der Technikchef der Scuderia. Worum es sich dabei handelt, verriet er nicht. Nachdem Alonso moniert hatte, sechs Rennen lang sei von seinem Team gar nichts gekommen, steht die Technikabteilung zweifellos unter Hochdruck.

Ein Doppel-DRS-System wird Ferrari aber trotz aller Bemühungen nicht mehr hinbekommen. «So etwas entwickelt man nicht von einem Tag auf den anderen», gab Teamchef Stefano Domenicali zu Protokoll. Seine Hoffnung sind die Routine und das fahrerische Können Alonsos. «Wir wissen, dass wir uns auf den stärksten Fahrer von allen verlassen können», betonte er. Ohne die unverschuldeten Unfälle in Spa und Suzuka hätte der Spanier seiner Meinung nach mindestens 30 Punkte mehr auf dem Konto. Dass Felipe Massa in Japan vom elften Startplatz auf den zweiten Rang fuhr, ist immerhin ein Hoffnungsschimmer für Ferrari. (ak)

Erstellt: 11.10.2012, 10:50 Uhr

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