Gibt es den 6. Saisonsieger im 6. Rennen?

Am Wochenende macht die Formel 1 halt in Monaco. Die verrückteste Strecke im Rennzirkus könnte zu einer Premiere führen. Erstmals besteht die Möglichkeit, im sechsten Grand Prix einen sechsten Sieger zu küren.

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Am Sonntag geht in Monaco der schillerndste Grand Prix der Saison über die Bühne. In der Metropole der Schönen und Reichen wohnen auch viele Formel-1-Fahrer, die sozusagen ein Heimspiel haben. Lewis Hamilton sagte im Vorfeld: «Es ist ein fantastisches Gefühl, in deinem eigenen Bett aufzuwachen und einfach nur die Strasse hinuterzufahren, um bei der Arbeit anzukommen.» Neben dem Briten sind auch Nico Rosberg, Kamui Kobayashi, Paul di Resta und Jenson Button vor der eigenen Haustüre am Werk.

Für Hamilton geht es in Monaco um Wiedergutmachung. Der McLaren-Fahrer, der vor zwei Wochen in Montmeló nach der Eroberung der Pole Position wegen zu wenig Benzin im Tank disqualifiziert worden war, hofft an der Côte d'Azur endlich auf das nötige Glück: «Es gibt keinen besseren Ort, an dem die Karten endlich einmal für mich liegen sollten.» Der Sieger von 2008 hält die Ausgangslage für völlig offen und gibt zu bedenken, dass in Monaco mehr als auf anderen Circuits der Fahrer den Unterschied ausmachen kann.

Red Bull mit guten Chancen

Die einzigartige Streckenführung mit engen Kurven, Unebenheiten, Kanaldeckeln und Strassenmarkierungen bieten ein Spektakel wie kaum ein anderer GP. Gerade diese Gegebenheiten bieten einen Vorteil für Red Bull. Marc Surer, ehemaliger Formel-1-Fahrer, hat jüngst gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärt, dass Red Bull schon immer mehr Wert auf Abtrieb gelegt hat, was die Kurvenlage auf Kosten von Topspeed verbessert. Optimale Voraussetzungen also für den Kurs, auf dem, neben Budapest, am meisten Abtrieb benötigt wird. Nach dem eher ernüchternden Ergebnis von Spanien, wo Sebastian Vettel den sechsten und Mark Webber den elften Rang belegte, hat Red Bull also gute Chance, im Fürstentum in die vordersten Ränge zu fahren.

«Wir können konkurrenzfähig bleiben»

Seit Sergio Perez' grandiosem zweiten Platz in Malaysia hat auch Sauber keine Top-Resultate mehr einfahren können. In den drei folgenden Rennen schauten lediglich elf Punkte raus, während sich nach den ersten beiden Stationen bereits 30 Punkte auf dem Konto des Hinwiler Rennstalls befanden. Perez sieht Sauber aber noch nicht im Hintertreffen, wie er gegenüber Motorsport-total.com sagt: «In China hatten wir die falsche Taktik und ein Problem mit dem Frontflügel, in Bahrain hatten wir nicht die Geschwindigkeit.» So begründet Perez die magere Ausbeute von lediglich einem Punkt in diesen beiden Rennen. «Selbst in Barcelona, wo viele Teams ihre Updates am Start hatten, sahen wir noch immer recht wettbewerbsfähig aus. Es gibt also keine Engpässe bei der Entwicklung. Ich denke vielmehr, dass wir über die komplette Saison hinweg konkurrenzfähig bleiben können, wenn wir weiterhin – sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke – gut zusammenarbeiten», erklärt der Mexikaner.

Formel 1 so spannend wie schon lange nicht mehr

Die Formel-1-WM verläuft derzeit so ausgeglichen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Es würde daher kaum verwundern, wenn am Sonntag in den Häuserschluchten von Monte Carlo im sechsten Saisonrennen der sechste Sieger bejubelt werden würde. Obschon mit Jenson Button, Fernando Alonso, Nico Rosberg, Sebastian Vettel und Pastor Maldonado dieses Jahr bereits fünf verschiedene Fahrer zuoberst auf dem Podest gestanden haben, warten mehrere, ebenso ambitionierte Piloten immer noch sehnlichst auf den ersten Saisonsieg. Zu ihnen gehören allen voran Hamilton, Kimi Räikkönen oder Mark Webber, die in der Vergangenheit je einmal in Monaco triumphieren konnten. Ein sechster Saisonsieger im sechsten Grand Prix des Jahres wäre ein Novum in der 63-jährigen Geschichte der Königsklasse. (rso/si)

Erstellt: 24.05.2012, 14:21 Uhr

Am Hafen von Monte Carlo vor Anker: Die Sauber-Fahrer Perez (l.) und Kobayashi. (23. Mai 2012) (Bild: Keystone )

Freies Training in Monte Carlo

GP von Monaco. Freies Training. Erster Teil: 1. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 1:16,265. 2. Romain Grosjean (Sz/Fr), Lotus-Renault, 0,365 Sekunden zurück. 3. Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari, 0,446. 4. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 0,482. 5. Pastor Maldonado (Ven), Williams-Renault, 0,495. 6. Felipe Massa (Br), Ferrari, 0,578. 7. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari, 0,773. 8. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 0,925. 9. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 0,957. 10. Nico Rosberg (De), Mercedes, 0,996. 11. Michael Schumacher (De), Mercedes, 1,148.

Zweiter Teil: 1. Button 1:15,746. 2. Grosjean 0,392. 3. Massa 0,856. 4. Alonso 0,915. 5. Maldonado 1,074. 6. Rosberg 1,275. 7. Webber 1,402. 8. Kobayashi 1,407. 9. Schumacher 1,547. 10. Vettel 1,557. 11. Hamilton 1,629. Ferner: 15. Perez 2,505.

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