Porträt

«Hat sie auch genug Benzin im Blut?»

Monisha Kaltenborn ist seit heute die erste Teamchefin in der Formel 1. Wer ist die Frau an der Spitze des Sauber-Teams? Und was sagt man in der Szene über sie?

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Heute Morgen gab der Sauber-Rennstall bekannt, dass Monisha Kaltenborn, bis anhin CEO der Sauber Motorsport AG, die Rolle des Teamchefs an der Strecke von Peter Sauber übernehmen wird. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 steht mit der gebürtigen Inderin eine Frau als Teamchefin an den Rennstrecken des Formel-1-Zirkus. Überraschend kommt diese Übergabe nicht. Schon früh war klar, dass sie diese Rolle einmal übernehmen wird. So hat einerseits Peter Sauber immer wieder betont, dass er nicht bis 70 am Streckenrand stehen werde, andererseits hat auch Kaltenborn in der «Schweizer Illustrierten» gesagt: «Wenn mir die Sache Spass macht und wir unsere Ziele erreichen – warum nicht?»

Doch wer ist diese sympathische und dennoch so toughe Frau, die das Team nun jeweils alleine um die Welt begleitet? Kaltenborn wurde in Indien geboren und zog mit acht Jahren mit ihrer Familie nach Wien. Dort hat Kaltenborn ihre Schulzeit verbracht, ging auf das Gymnasium und schloss schliesslich ein Jus-Studium ab. «Mit 25 machte ich den Master of Business Law in London, arbeitete darauf in Stuttgart, dann wieder in Wien», erklärte die 41-Jährige der «Schweizer Illustrierten».

Via Liechtenstein nach Hinwil

Zu Sauber kam die zweifache Mutter via Vaduz, wo sie für die Fritz Kaiser Gruppe gearbeitet hatte, damals ein Partner von Sauber. Als die Partnerschaft aufgelöst wurde, hat Peter Sauber sie im Jahr 2000 an Bord geholt. «Ich dachte, das machst du jetzt ein paar Jahre, und dann schauen wir mal, was passiert», sagte Kaltenborn. Nur kurz darauf wurde die Österreicherin in die Geschäftsleitung geholt, wo sie arbeitete, bis sie 2010 zur Geschäftsführerin ernannt wurde. 2012 trat Sauber dann 30 Prozent der Firmenanteile an Kaltenborn ab.

«Sie hebt sich wohltuend von den anderen Politikern in der Boxengasse ab»

«Die grösste Herausforderung für Frau Kaltenborn wird sicher, das Sauber-Team durch kommerziell extrem schwierige Zeiten zu manövrieren», erklärt Christian Nimmervoll, GP-Experte und Chefredaktor des Fachportals Motorsport-Total.com, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Der sportliche Erfolg, für den man dem Team angesichts der eingeschränkten Möglichkeiten ein Riesenkompliment aussprechen muss, sollte dabei hilfreich sein.» Persönlich hat Nimmervoll Kaltenborn schon mehrfach getroffen und erwähnt speziell wie sympathisch und zugänglich die Teamchefin sei. «Sie hebt sich wohltuend von den anderen Politikern in der Boxengasse ab, aber ob sie auch genug Benzin im Blut hat, um ein Formel-1-Team auf der sportlichen Ebene erfolgreich zu leiten, wird sie nun beweisen müssen», sagt Nimmervoll.

«Sie ist eine sehr aufmerksame und aufgeweckte Frau»

Belächelt wird die starke Frau bei Sauber längst nicht mehr. Nicki Lauda schwärmte unlängst von Kaltenborns Kompetenz: «Seit diese Superfrau Entscheidungen trifft, wird das Schweizer Team noch mehr wahrgenommen. Sie versteht etwas vom Geschäft und stellt sich nie in den Vordergrund – das ist sehr selten in der Formel 1.» Auch Bernie Ecclestone, Chef der Königsklasse, hat viel übrig für die Wienerin: «Sie ist eine sehr aufmerksame und aufgeweckte Frau. Sie hat eine klare Meinung, kann sich durchsetzen und kontrolliert die Dinge. Ich habe in meinem Umfeld immer gern Frauen in leitender Position gehabt. Sie haben einen starken Einfluss auf die Männer – und standen zu lange im Hintergrund. Der grosse Vorteil der Frauen ist, dass sie nicht so schnell in die Ego-Falle tappen wie wir Männer.»

Peter Sauber bringt die Sache dann auf den Punkt. «Monisha hat mich nicht überrascht. Sie war von Anfang an gut», erklärt er in der «Schweizer Illustrierten». «Sie hat drei Eigenschaften, die in der Formel 1 gefragt sind: Intelligenz, Gradlinigkeit und Schnelligkeit.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.10.2012, 13:15 Uhr

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