Kaltenborn kontert die Rücktrittsfrage

High Noon im Hickhack um Sauber: Monisha Kaltenborn nimmt erstmals Stellung zu ihrer Person, während sich Giedo van der Garde mit der Teamchefin auf «konstruktive Diskussionen» eingelassen hat.

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Die Justiz hat für das Team Sauber wie erwartet auch auf den ersten Trainingstag für den Grand Prix von Australien Einfluss genommen. Während der ersten anderthalb Stunden war auf der Strecke im Albert Park keines der beiden Autos des Zürcher Rennstalls zu sehen.

Van der Garde hatte es bei einer Sitzprobe in dem für den Schweden Ericsson vorbereiteten Wagen bewenden lassen müssen. Der Holländer war aufgrund der fehlenden Superlizenz nicht zugelassen. Das Zuwarten Ericssons und Nasrs war die Folge der unübersichtlichen rechtlichen Situation rund um das Team.

Mercedes dominiert

In der zweiten Session durften Ericsson und Nasr dann ihrer Arbeit nachgehen. Für den Skandinavier verliefen die neunzig Minuten nicht nach Wunsch. Wegen eines Defekts an der hinteren Radaufhängung ging für ihn weitere Vorbereitungszeit verloren. Im Klassement nahmen Nasr und Ericsson die Ränge 11 und 15 ein.

Beide Ranglisten zeigen an der Spitze das erwartete Bild. Beide Male waren die Fahrer des Teams Mercedes mit klarem Abstand auf die Konkurrenz auf den Plätzen 1 und 2 zu finden. Im ersten Training führte der Vorjahressieger Rosberg die Wertung mit 29 Tausendstel Vorsprung vor dem Weltmeister Lewis Hamilton an, und der Finne Valtteri Bottas im Williams lag als Dritter schon über 1,1 Sekunden zurück. Im zweiten Training war Rosberg ein Zehntel schneller als Hamilton. Sebastian Vettel büsste als Drittplatzierter gut sieben Zehntel auf Rosberg ein.

«Konstruktive Diskussionen» mit Van der Garde

Offenbar haben Sauber und sein Fahrer Van der Garde einen Waffenstillstand bis am Samstag vereinbart. Der Holländer, der sich zuvor vor Gericht ein Startrecht erstritten hatte, wollte in einer zweiten Klage feststellen lassen, dass Sauber den Richterspruch missachte. Er forderte die Beschlagnahmung von Geldern des Hinwiler Rennstalls.

Wie Autosport.com berichtet, einigte man sich am Rande einer Anhörung am Freitag jedoch, einen neuen Gerichtstermin für Samstag um 9.30 Uhr Lokalzeit zu beantragen. Der Richter habe dem zugestimmt. Die Einigung sei nach «konstruktiven Diskussionen» zustande gekommen. Die Gespräche sollten demnach am Freitagabend fortgesetzt werden.

Streit um Superlizenz

Vor dem ersten Training hatte Giedo van der Garde vorerst in dem für den Schweden Marcus Ericsson vorgesehenen Auto Platz genommen, angeblich weil die beiden ähnlich gross sind.

Dem holländischen Fahrer fehlte aber immer noch die FIA-Superlizenz zum Fahren. Vor Gericht hat sein Rechtsanwalt laut Motorsport-total.com Beschwerde eingelegt. Denn Sauber berufe sich auf der einen Seite darauf, dass Van der Garde ohne Superlizenz nicht fahren könne, habe die Ausstellung ebendieser aber auf der anderen Seite selbst behindert.

Verhaftung von Kaltenborn gefordert

Der ehemalige Rennfahrer und heutige Aufsichtsrat bei Mercedes, Niki Lauda, kritisiert Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn scharf. «Diese Frau Doktor Kaltenborn hat hier offenbar nicht zum ersten Mal einen Vertragsfall gegen Van der Garde verloren. Das sagt doch alles über die doch seltsamen Methoden, die dort irgendwie herrschen. Verträge müssen eingehalten werden. Alles andere ist in jedem Business dieser Welt fahrlässig, um es mal höflich auszudrücken», sagte Lauda gegenüber Blick.ch. Er befürchtet, dass das Theater um Sauber die ganze Formel 1 in ein schiefes Licht rücken könnte.

Der Anwalt von van der Garde forderte gar das Gericht auf, Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn zu verhaften. Und zwar wegen ihrer Äusserungen in einer Medienmitteilung: «Wir können nicht die Sicherheit unseres Teams oder anderer Fahrer auf der Strecke gefährden, nur um dem Wunsch eines unvorbereiteten Fahrers nachzukommen, Rennen für uns zu bestreiten. Und dies in einem Fahrzeug, das auf zwei andere Fahrer zugeschnitten wurde.»

Kaltenborn wehrt Rücktrittsfrage ab

(Quelle: Youtube)

Der Fall van der Garde bringt Kaltenborn in eine äusserst missliche Lage, Fragen zum Rücktritt weist sie aber weit von sich. «Ich denke nicht an Rücktritt. Wir haben eine klare Meinung davon, was wir tun. Wir haben Massnahmen ergriffen, über die wir lange nachgedacht haben. Das Ergebnis ist anders, als wir erwartet haben», sagt Kaltenborn und bleibt in ihrer Aussage schwammig. «Die Situation hat einen sehr negativen Einfluss auf uns. Lange war unklar, was passiert. Man geht gegen uns als Team vor und dagegen wehren wir uns.»

(chk/si)

Erstellt: 13.03.2015, 03:49 Uhr

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Freies Training, 2. Teil

1. Rosberg 1:27,697
2. Hamilton 0,100
3. Vettel 0,715
4. Räikkönen 1,145
5. Bottas 1,568
6. Kwjat (Red Bull) 2,319.
7. Sainz 2,374.
8. Maldonado 2,407.
9. Grosjean (Lotus) 2,508
10. Hülkenberg (Force India) 2,776
11. Felipe Nasr (Sauber) 3,058
Ferner: 15. Marcus Ericsson (Sauber) 4,606
- 16 Fahrer im Training.

Freies Training 1. Teil

1. Rosberg (Mercedes) 1:29,557.
2. Hamilton (Mercedes) 0,029 zurück.
3. Bottas (Williams) 1,191
4. Sainz (Toro Rosso) 1,457.
5. Sebastian Vettel (Ferrari) 1,472.
6. Verstappen (Toro Rosso) 1,510.
7. Massa (Williams) 1,631.
8. Räikkönen (Ferrari) 1,753
9. Maldonado (Lotus) 1,894.
10. Ricciardo (Red Bull) 2,013.
- 16 Fahrer im Training -
Nicht gestartet: Ericsson (Sauber), Nasr (Sauber)

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