Rosbergs Frust als Hinterbänkler

Nach der nächsten Niederlage wird die Luft für den Deutschen im WM-Duell mit Lewis Hamilton dünn. Für seinen ersten Titel braucht er nun nahezu ein Wunder.

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Lange hatte er ausgesehen wie der künftige Weltmeister, wie der Nachfolger von Sebastian Vettel, wie der nächste Held aus dem Autoland. Nico Rosberg schien auf dem Weg ganz an die Spitze. Nach dem achten Saisonrennen, dem GP von Österreich, hatte er seinen ungeliebten Teamkollegen Lewis Hamilton um ein ganzes Stück distanziert, weil er – anders als der Engländer – jedesmal aufs Podest gefahren war. Er schien sich auf dem Weg zum ersten Titel nur selber schlagen zu können.

Inzwischen ist klar: Es wird wohl Lewis Hamilton gelingen. Nach dem Sieg des Briten am Sonntag in Austin, seinem zehnten in diesem Jahr, beträgt sein Vorsprung in der WM-Wertung 24 Punkte, und er hat vor den letzten beiden Saisonrennen alle Trümpfe in seiner Hand. Der neuen Regelung zum Trotz, dass der Sieger des letzten GP (in Abu Dhabi) die doppelte Punktzahl gewinnt. Es müsste vieles schieflaufen, sollte Hamilton nicht den zweiten Weltmeistertitel seiner Karriere gewinnen.

Acht Jahre, kein Titel

Für Rosberg ist das frustrierend. Seit acht Jahren fährt er in der Formel 1, so nah dran am Titel wie nun war er noch nie – und trotzdem sieht er nun ausgerechnet vom Teamkollegen ständig die Hinterräder. Und hörte man ihm nach dem GP in Texas genau zu, wirkte der Mann aus Wiesbaden nicht, als hätte er noch viel Hoffnung. Vielmehr flüchtete er sich in Durchhalteparolen. «Voller Einsatz, volle Attacke, versuchen die Pole zu holen und in São Paulo zu gewinnen» , sagte er und fügte trotzig an: «Es gibt noch eine Menge Punkte zu holen und eine Menge kann passieren.»

Er hat ja recht: Noch sind 75 Punkte zu vergeben, der Rückstand ist aufzuholen. Aber vieles ist in diesem Mercedes-Duell schon gegen den Deutschen gelaufen und für den Engländer. Nachdem er in Belgien Hamilton auf haarsträubende Weise von der Strecke bugsiert hatte, rächte sich der Teamkollege prompt mit fünf Siegen in Serie. Und so spricht diese Statistik klare Bände: Mit 3:10-Siegen liegt Rosberg hinter dem Teamkollegen zurück. Nur: Es spricht immerhin für ihn, dass er weiterhin Aussichten auf seinen Premierentitel hat. (wie)

Erstellt: 03.11.2014, 17:28 Uhr

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