Analyse

Saubers Frusttherapie in der Formel-1-Sauna

Mit Rennwäsche aus der Gefriertruhe und einem neuen Chassis will Sauber-Teamleader Nico Hülkenberg am Wochenende in Malaysia den Albtraumstart von Australien vergessen machen.

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Das erste Saisonrennen in Australien musste Nico Hülkenberg nach Rang 11 im Qualifying wegen eines Lecks im Benzinsystems am TV-Bildschirm verfolgen. Extrem frustrierend sei dies gewesen, sagt der Deutsche, dessen Dienstwagen zur genauen Untersuchung ins Sauber-Werk nach Hinwil überführt wurde. Den Grand Prix von Malaysia nimmt er mit einem neu aufgebauten Chassis in Angriff – und mit guten Erinnerungen. Zweimal startete er in Sepang, zweimal fuhr er in die Punkte. Für Sauber sprang 2012 auf dem 5,543 Kilometer langen Circuit, der 56-mal umrundet werden muss, gar ein Podestplatz heraus. Der inzwischen zu McLaren abgewanderte Sergio Pérez wurde hinter Fernando Alonso Zweiter.

«Die Strecke in Malaysia hat im Vergleich zu Melbourne eine andere Charakteristik. Es ist eine schnelle Strecke mit vielen langgezogenen, schnellen Kurven, die unserem Auto liegen sollte», sagt Hülkenberg. «Ansonsten ist Malaysia wegen der hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer eine Herausforderung für die Fahrer. Letztlich gibt es dann noch die hohe Wahrscheinlichkeit des tropischen Regens, die für ein interessantes Rennen sorgen kann.» Der Hitze will Hülkenberg mit gekühlter Rennwäsche aus der Gefriertruhe und vorbereitenden Tennispartien in der Mittagshitze ein Schnippchen schlagen, den Gegnern durch einen klugen Umgang mit den Reifen.

«Eine grosse Herausforderung für die Reifen»

«Die Strecke in Sepang ist mittelschnell bis schnell, und wir freuen uns darauf, zu sehen, wie der C32 unter diesen Bedingungen funktioniert. Der Kurs ist technisch sehr anspruchsvoll, weil es auch zwei lange Geraden hat, wo eine hohe aerodynamische Effizienz gefragt ist. Zudem gibt es auch einige langsame Kurven. Diese Streckencharakteristik in Verbindung mit den hohen Temperaturen stellt eine grosse Herausforderung für die Reifen dar», erläutert Tom McCullough, Leitender Sauber-Ingenieur an der Rennstrecke. Das Ziel des Sauber-Rennstalls sei es, mit beiden Autos die Punkteränge zu erreichen.

Experten erwarten für Malaysia eine grosse Zahl von Boxenstopps. In der vergangenen Saison liessen die meisten Fahrer mindestens dreimal neue Reifen aufziehen. Neben den Reifen, die in Australien grossen Einfluss auf das Rennen hatten, ist auch der Körper enorm gefordert. Bei bis zu 40 Grad Hitze und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit verlieren die Piloten während des rund zweistündigen Rennens etwa drei Kilogramm Körpergewicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit führt dazu, dass der Schweiss nicht verdampft und so auch seine kühlende Wirkung nicht entfalten kann – es besteht die Gefahr der Überhitzung für den Organismus. (ak)

Erstellt: 21.03.2013, 12:33 Uhr

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