Spektakel im Matsch mit Schweizer Glanz

Der Motocross-GP in Frauenfeld bietet den Zuschauern viel Dreck, spektakuläre Sprünge und grosse Emotionen.

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Der Schweizer Motocross-Fahrer Jeremy Seewer begeisterte bei seinem Heimspiel in Frauenfeld die weit über 20'000 Zuschauer mit zwei 2. Plätzen in der MX2-Kategorie. Nur der Brite Max Anstie war schneller als Seewer.

Im ersten Rennen erwischte der 22-jährige Bülacher von der Pole-Position aus einen schlechten Start, begann dann aber von Rang 10 aus eine Aufholjagd. Am Ende verlor er auf Husqvarna-Fahrer Anstie, der schon die beiden Rennen vor zwei Wochen im belgischen Lommel gewonnen hatte, zehn Sekunden.

Spannender machte es das überlegene Duo, das die Konkurrenz um 30 und mehr Sekunden distanzierte, im zweiten Rennen. Da verpasste Suzuki-Fahrer Seewer nach mehreren Führungswechseln seinen ersten Triumph in der zweithöchsten Motocross-Kategorie nur um 1,470 Sekunden. «Ich bin voll am Limit gefahren und konnte mehrmals einen Sturz nur knapp verhindern», sagte er.

Mit den gewonnenen 40 Punkten rückte Seewer in der Gesamtwertung bis auf 43 Punkte an den verletzten WM-Leader Jeffrey Herlings heran und hat bei drei ausstehenden Rennwochenenden durchaus Chancen auf den WM-Titel. In Assen Ende August sowie in Amerika am 3. und 11. September sind maximal 150 Punkte zu gewinnen.

Der 21-jährige Herlings plant nach seinem bei einem niederländischen Meisterschaftslauf erlittenen Schlüsselbeinbruch nach sechs verpassten Rennen beim Heimspiel in Assen sein Comeback. Wie in dieser Saison hatte der Niederländer bereits in den Jahren 2014 und 2015 die MX2-Klasse dominiert, trotzdem aber den sicher geglaubten WM-Titel stets wegen Verletzungen verpasst.

In der Königsklasse MXGP, dem ersten WM-Lauf auf Schweizer Boden seit 2001 (Roggenburg), dominierte der von der Pole-Position gestartete Antonio Cairoli im ersten Rennen. Im zweiten Lauf setzte sich der slowenische WM-Leader Tim Gajser durch. Er weist in der Gesamtwertung nun 99 Punkte Vorsprung auf Cairoli auf.

Der 23-jährige Freiburger Valentin Guillod konnte in seiner Debüt-Saison mit Rang 5 im ersten Lauf und dem Ausscheiden im zweiten Rennen zwar WM-Rang 7 knapp verteidigen, aber nicht unbedingt bei seinem Arbeitgeber Yamaha Europe Werbung für eine Vertragsverlängerung machen. (sda)

Erstellt: 07.08.2016, 18:47 Uhr

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