Tom Lüthis Hoffnung in das neue Motorrad

Der Berner beendete die Saison mit dem besten ­Resultat seit seinem WM-Titel. Die nächste Saison bestreitet er mit einer Kalex-Maschine.

Zweiter Jubel: Tom Lüthi nach seinem Erfolg in Valencia. Foto: Freshfocus

Zweiter Jubel: Tom Lüthi nach seinem Erfolg in Valencia. Foto: Freshfocus

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So entspannt und sichtlich glücklich hatte man Tom Lüthi schon lange nicht mehr gesehen. Beinahe überschwänglich feierte der sonst eher zurückhaltende Berner vor vier Wochen seinen Triumph im Motorrad-Grand-Prix von Japan. Seinen ersten Sieg seit Frühjahr 2012 in Le Mans. Eine Woche später strahlte der 28-Jährige als Zweiter beim GP von Australien erneut vom Podest. Und am vergangenen Sonntag konnte Lüthi den Spanier Esteve Rabat, den er vom Start weg 27 Runden lang mit deutlichem Vorsprung auf die übrige Konkurrenz im Windschatten begleitet hatte, wenige Meter vor dem Zielstrich noch überholen. Weil bei der Maschine des neuen Moto-2-Weltmeisters die ­Benzinzufuhr für einen kurzen Moment unterbrochen war.

Der Sieg von Tom Lüthi beim Saisonfinale in Valencia war auch ein schönes Abschiedsgeschenk an Daniel Epp, der ihn 2002 entdeckt und seither begleitet, unterstützt und gefördert hat und am Sonntag als Teambesitzer ausgestiegen ist. Und auch für seine Boxencrew, von der ein Teil nicht mit ins Technomag-carXpert-Team des Westschweizers Olivier Métraux wechseln kann. Mit diesem wird Lüthi seine fünfte Saison in der Moto-2-Klasse bestreiten. Zusammen mit dem Freiburger Robin Mulhauser und dem Berner Dominique Aegerter, den er am Sonntag im Kampf um Rang 4 im WM-Schlussklassement mit 22 Punkten Vorsprung noch deutlich bezwingen konnte. Mit insgesamt 194 Punkten erzielte er zudem das beste Resultat, seit er 2005 mit 242 Punkten in der 125er-Klasse Weltmeister geworden war.

Ohne Konstanz kein Titel

Der Erfolg Mitte Oktober in Asien war der Beginn einer Serie, die sich Tom Lüthi im Frühjahr vor dem Start in seine 12. Saison erhofft hatte. «Mein Ziel ist es, in diesem Jahr um den WM-Titel zu kämpfen. Ich muss über eine ganze Saison zeigen, dass ich konstant vorne dabei sein und um Siege fahren kann.» Mangelnde Konstanz ist bei Tom Lüthi seit Jahren immer wieder ein Thema. Er hat zwar auch in den vergangenen 18 Rennen oft bewiesen, dass er zu den besten Piloten im GP-Zirkus zählt, mehrere Klassierungen auf den Rängen 4, 5 und schlechter reichen aber nicht für einen weiteren ­Titel. Der neue Champion Esteve Rabat etwa stand bei den Siegerehrungen 14-mal auf dem Podest, 5-mal als Sieger.

Zu Beginn der Saison war offenbar das Motorrad von Suter Racing mit ein Grund, weshalb der Berner kaum auf Touren kam. Der Hersteller aus dem ­zürcherischen Turbenthal, der noch zwischen 2010 und 2012 dreimal den ­Titel eines Konstrukteurs-Weltmeisters geholt hatte, konnte sich 2014 nur ­gerade über drei Siege freuen. Erzielt von den beiden Schweizern Tom Lüthi und Dominique Aegerter. Nach den insgesamt 18 Rennen standen 14-mal Piloten mit Maschinen von Kalex bei der ­Siegerehrung zuoberst auf dem Podest.

Ein Schweizer Fahrer, Weltmeister auf einer in seinem Land hergestellten ­Maschine, das war eine verlockende Aussicht, die aber nun angesichts der übermächtigen Konkurrenz aus Deutschland in weite Ferne gerückt ist. Zumal Tom ­Lüthi und auch Dominique Aegerter nächstes Jahr ebenfalls Motorräder von Kalex fahren werden. Suter Racing, das 2014 noch 12 Fahrer ausgerüstet hat, wird in der kommenden Saison voraussichtlich nur noch mit einem Piloten vertreten sein.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.11.2014, 22:02 Uhr

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