«Vettel verhält sich wie ein Kind»

Beim GP von Austin feiert Sebastian Vettel ein Jubiläum und kann sogar vorzeitig Weltmeister werden. Der Höhenflug des Deutschen ruft aber auch Kritiker auf den Plan.

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Am Sonntag wird Sebastian Vettel in Austin im US-Bundesstaat Texas zum 100. Mal in ein Formel-1-Rennen starten. Das Jubiläum interessiert den Deutschen aber nur am Rande, denn sein Ziel ist klar: der dritte Weltmeistertitel. Momentan befindet sich Vettel im WM-Kampf zehn Punkte vor seinem ersten Verfolger Fernando Alonso. Will der Heppenheimer im Jubiläumsrennen auch den Weltmeistertitel feiern, dann muss er 15 Punkte mehr einfahren als Alonso. Dies ist möglich, wenn Vettel gewinnt und der Spanier maximal Platz 5 belegt, Vettel Zweiter wird und Alonso es nicht über den 9. Rang schafft oder der Deutsche den 3. Platz belegt und der Ferrari-Pilot ausscheidet. Nach all diesen Szenarien hätte Vettel vor dem letzten GP in Brasilien 25 Punkte Vorsprung, die Alonso dort mit einem Sieg und einem Ausfall des Red-Bull-Piloten allerdings wieder wettmachen könnte. In diesem Fall würde die Regel in Kraft treten, dass bei Punktgleichheit am Ende der Saison der Fahrer gewinnt, der mehr Siege auf seinem Konto hat. Und das wäre in diesem Jahr Vettel.

«Ich hoffe, dass das Beste noch kommt», sagte der Deutsche nach seiner imposanten Aufholjagd in Abu Dhabi und meinte damit die verbleibenden beiden Rennen in Texas und Brasilien. Bisher hat das 100. Jubiläum den 63 Fahrern, die diese Stufe erreicht haben, aber keinen Erfolg gebracht. Lediglich Nigel Mansell, Felipe Massa und Michael Schumacher konnten in ihrem 100. Rennen einen Sieg feiern. Vettel weiss, dass er sich in der gefährlichen Position des Gejagten befindet: «Als Jäger kannst du den Spiess noch umdrehen, als Führender kannst du noch alles verlieren.»

«Muss Vettel aufholen, ist er verwundbar»

Dass Vettels Erfolg nicht nur Fans mobilisiert, sondern auch Kritiker auf den Plan ruft, ist unvermeidbar. So hat sich der ehemalige Formel-1-Fahrer Jacques Villeneuve kürzlich negativ über den Deutschen geäussert. In einem Bericht des Fachmagazins «Autosprint» sagt der Kanadier: «Wenn die Umstände gegen Alonso sprechen, bleibt dieser ruhig und cool, während Vettel meistens aufgebracht reagiert, herumschreit und den Mittelfinger streckt. Er verhält sich wie ein Kind.» Der einzige Pluspunkt des Deutschen sei dessen Schnelligkeit, sagt Villeneuve, fügt dann aber an: «In kritischen Situationen hat er mehr Probleme. Liegt er in Führung, wirkt er nahezu unschlagbar. Muss er aber aufholen, ist er verwundbar.» Dass Vettel in Abu Dhabi aus der Boxengasse gestartet ist und sich bis auf den dritten Platz vorgekämpft hat, scheint der 41-Jährige ausser Acht zu lassen. Villeneuves Fazit: «Alonso hat den Titel 2012 eher verdient. Denn kein Zweifel: Er ist der Beste.»

Vettel selbst zieht noch keine Saisonbilanz. Für ihn ist die Saison 2012 vor allem eins: unterhaltsam. «Für die Fans ist das die beste Formel-1-Saison seit langem», sagt er. «Persönlich hätte ich mir aber gewünscht, dass es manchmal etwas langweiliger gewesen wäre.» (rso)

Erstellt: 16.11.2012, 08:54 Uhr

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