Weihnachten bei Ferrari

Die Ära aristokratischer Zurückhaltung ist vorbei. Die Neuen kommen nicht im feinen Tuch, sie tragen Pullover.

«Nächstes Jahr müssen wir besser werden!»: Maurizio Arrivabene mahnt seine Mitarbeiter zu Weihnachten. Foto: Keystone.

«Nächstes Jahr müssen wir besser werden!»: Maurizio Arrivabene mahnt seine Mitarbeiter zu Weihnachten. Foto: Keystone.

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Die Christbaumkugeln sind immer noch rot. Aber sonst? Neuer Präsident, neuer Teamchef, neuer Cheftechniker, neue Testfahrer, neue Sponsoren: Um Sebastian Vettel Erfolge zu ermöglichen, baut Ferrari vieles um. Kulturbruch ist ein grosses Wort, hier ist es einer. Maurizio Arrivabene, der neue Chef des Teams, hat den Mitarbeitern einen Brief geschrieben. Er wünschte «Buon Natale», mahnte aber auch: «Nächstes Jahr müssen wir besser werden!» 2014 war seit 1993 das erste Jahr ohne Sieg. Seit Saisonende ist viel passiert – viele Angestellte gingen, viele kamen, im Mittelpunkt der Wechsel des Chefpiloten – von Fernando Alonso zu Vettel.

Für einen Rennstall, der sich immer rühmte, eine «dynamische Stabilität» zu pflegen, ist das viel Dynamik und wenig Stabilität. Ein Umbruch, der Erklärungen erfordert. Arrivabene und der neue Firmenpräsident Sergio Marchionne nutzten dafür den Weihnachtsempfang.

Klare Ansagen statt Monologe

Die Ära aristokratischer Zurückhaltung eines Luca Cordero di Montezemolo ist vorbei. Die Neuen kommen nicht im feinen Tuch, sie tragen Pullover. Statt opulenten Essens gibt es eine Fragestunde und statt Monologen klare Ansagen. 2015 werde ein weiteres schwieriges Jahr, es gelte, vieles aufzuholen, und: Der Bau des Wagens sei in Verzug. Und sie haben auch daran gearbeitet, dass sich die Bedingungen ändern. Dass der Motor die ganze Saison über verbessert werden darf. «Die Regeln müssen einfacher werden», fordert Marchionne, «die aktuellen lesen sich, als seien sie von ein paar Betrunkenen geschrieben worden.» Die Form mag sich geändert haben. Doch die Schärfe mancher Forderung und der Stolz, mit der sie vorgetragen wird, sind indes gleichgeblieben.

Erstellt: 22.12.2014, 21:56 Uhr

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