«Wenn Sauber verschwinden würde»

Um die finanziell angeschlagenen Formel-1-Teams vor dem Ruin zu bewahren, beruft sich Bernie Ecclestone auf eine kuriose Klausel.

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Schlechte Nachrichten für Bernie Ecclestone: Einen Tag vor seinem 84. Geburtstag meldet das Formel-1-Team Marussia Insolvenz an. Nach dem finanziellen Aus von Caterham fehlen nun am kommenden Wochenende in Austin am GP USA gleich vier Boliden. Diese Zäsur weckt Erinnerungen an einen kleinen Zwischenfall vor neun Jahren, als in Monaco ebenfalls nur 18 Autos am Start waren, weil das BAR-Team wegen eines illegalen Zusatztanks am GP Australien für ein Rennen gesperrt wurde.

Die wirtschaftliche Not zwingt Marussia und Caterham, die Saison vorzeitig zu beenden. Die beiden letzten Rennen in São Paulo und Abu Dhabi sind für die beiden Teams ohne fremde Hilfe nicht mehr zu stemmen.

Sportlich ist der Rückzug der beiden Teams kein Verlust. Marussia steht mit lediglich zwei Punkten auf Rang 9, Caterham ist auch nach 16 Rennen punktelos und teilt sich den letzten Platz mit Sauber. Der Schweizer Rennstall hat Mühe, seine Defizite zu decken und könnte, wie auch das Lotus-Team, dem Pleitegeier in der Formel 1 als Nächstes zum Opfer fallen.

Ecclestone zeichnet das Notfallszenario

Als Marketing-Chef der Formel 1 ist Bernie Ecclestone gegenüber den Rennorganisatoren die Verpflichtung eingegangen, dass mindestens 16 Autos am Start sein müssen. In der Not greift der findige Engländer nach einer alten Auflage, welche die finanziell starken Teams dazu zwingt, die schwächeren Equipen mit einem dritten Wagen zu unterstützen, wenn die Marke von 20 Autos fällt.

Konkret klingt die kuriose Klausel von Ecclestone so: «Sie würden jemand anderem ein drittes Auto zur Verfügung stellen. Wenn also beispielsweise Sauber verschwinden würde, dann könnte ein Team einen Deal mit Sauber machen. Ferrari könnte sagen: ‹Wir werden euch ein Auto und alles, was dazugehört, geben, aber wir wollen, dass ihr diesen Sponsor draufklebt. Ihr habt eure eigenen Sponsoren, aber wir wollen, dass ihr auch diesen einbringt, und wir wollen, dass ihr diesen Fahrer nehmt.› Das Team würde nicht untergehen müssen, oder? Wenn Red Bull entscheidet, dass sie beispielsweise Caterham ein Auto geben, dann könnte das ihr Problem lösen.»

Ein Echo der grösseren Teams auf diese Aussage blieb weitgehend aus. Verständlich. Ecclestones Eingabe tritt frühestens beim Saisonfinale in Abu Dhabi in Kraft. Denn Ecclestone wäre nicht Ecclestone, hätte er nicht noch einen weiteren Passus in die Verträge der Formel-1-Teams pflanzen lassen. Und dieser Zusatzartikel besagt, dass jeder Rennstall zwei Grands Prix pro Jahr verpassen darf.

(sr)

Erstellt: 27.10.2014, 15:47 Uhr

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