«Wo wir stehen, weiss ich auch nicht»

James Key soll bei Sauber der neue Schlüssel zum Erfolg sein. Der technische Direktor erklärt, wo die Probleme des neuen C30 liegen und wie die neuen Pirelli-Reifen funktionieren.

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Das letzte Jahr war für Sauber ein sehr schwieriges. Nach den Wirren um den BMW-Ausstieg und dem Flop mit Qadbak wurde der letztjährige Sauber C29 auf den letzten Drücker fertig. Es war nicht der grosse Wurf, das Auto langsamer, als nach den ersten Testfahrten vermutet (oder gehofft) werden konnte. Erst im Verlaufe des Jahres, als Peter Sauber als neuen technischen Direktor James Key an Bord holte, wurde die Performance der weissen Boliden etwas verbessert. Der 38-jährige Engländer hatte zuvor schon aus dem Force India ein kompetitives Auto gemacht.

«Die Hochgeschwindigkeitsperformance, die wir im Vorjahr hatten, ist immer noch da», konnte Key nach den ersten Tests feststellen. Der C29 hatte Probleme mit der Bremsstabilität und dem Einlenkverhalten und war entsprechend langsam in den engen Kurven. «Wir haben die langsamen Passagen noch nicht hundertprozentig im Griff, aber das liegt zum Teil an der Balance», wie Key in einem Interview mit dem Fachportal Motorsport-Total.com erklärte. Noch sei der Reifenverschleiss in den Hochgeschwindigkeitskurven zu gross.

Aggressives Layout

Die direkten Konkurrenten von Sauber dürften auch in diesem Jahr Williams, Force India und Toro Rosso sein. Vor allem Williams und das Red-Bull-Farmteam mit dem Schweizer Sébastien Buemi fielen bei den ersten Testfahrten mit guten Zeit auf. «Gehst du mit wenig Benzin und weichen Reifen raus, dann siehst du schnell aus», meint Key. Sauber habe sich auf «grundlegende Dinge» fokussiert. «Wo wir stehen, weiss ich auch nicht», sagt der Ingenieur.

Gelöst hat Sauber offensichtlich das Problem der Kühlung. «Was das Layout angeht, haben wir uns dieses Jahr für ein anderes Konzept entschieden als im Vorjahr. Es ist ziemlich aggressiv», verrät Key. Auch das Energierückgewinnungssystem Kers funktioniert offenbar einwandfrei, denn «unsere Fahrer hatten überhaupt keine Bremsprobleme». Und Kamui Kobayashi zeigte in den Testfahrten, dass er den Heckflügel so spät wie kaum ein anderer Fahrer verstellen kann.

Das nächste Update ist schon bereit

Key ist trotz der Ungewissheit zuversichtlich, schon in den ersten Rennen Punkte zu holen. 2010 hatte es bis zum siebten Rennen gedauert, ehe Kobayashi im Grossen Preis der Türkei das erste Pünktchen holte. «Es ist ein harter Wettkampf, aber wenn wir die Reifen gut verstehen, zuverlässig und konstant sind, dann haben wir in den ersten Rennen eine gute Chance», meint Key.

Für die nächsten Testfahrten in der nächsten Woche in Barcelona kündigt Key bereits die nächsten Updates an. «Wenn wir alles ans Auto schrauben würden, würde es ziemlich anders aussehen», verrät er. Man werde deshalb nur einen Teil schon im ersten Rennen, das nach der Absage des GP von Bahrain am 27. März in Australien stattfinden wird, schon einsetzen. «Da kommt noch einiges», verspricht der oberste Ingenieur Saubers.

Erstellt: 28.02.2011, 15:49 Uhr

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