Aegerters Team wird Spionage vorgeworfen

In der aktuellen Moto2-Saison läuft es Forward noch nicht. Nun soll man bei der Konkurrenz abgeschaut haben. Kalex-Chef Baumgärtel ist empört.

Hat Probleme mit seiner Maschine: Dominique Aegerter wütet. Video: SRF

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Es war schon so etwas wie eine kleine Blamage, die sich in der Schlussrunde des GP von Le Mans abspielte. Dominique Aegerter schüttelte seine MV Agusta hin und her, schlug wütend auf das Motorrad ein, das immer langsamer wurde und es nicht mehr ins Ziel schaffte. Der Tank war leer, Aegerter blieb ohne Punkte.

Der GP endete also im Debakel für Aegerter und sein Team, der Schweizer wurde in der Box danach vor den Journalisten abgeschirmt, daneben rätselte Alfred Willeke, Crew-Chef von Fahrer Remy Gardner: «Bei Forward (dem Team von Aegerter) haben sie den Verbrauch anscheinend zu knapp berechnet. Oder sie haben einen zu kleinen Tank.»

Aegerter durfte nach dem verpatzten Rennwochenende zwei Testtage absolvieren, auf dem Circuit de Catalunya in Montmeló, nördlich von Barcelona. Das Team Forward stellte ihm dabei eine Maschine mit neuer Verkleidung zur Verfügung, ganz in Schwarz und noch unlackiert. Aegerter sagte, das Team werde jetzt auch im Windkanal wieder nach einer verbesserten Aerodynamik suchen.

Nur Kleinigkeiten angepasst

Diese MV Agusta aber, die Aegerter in Barcelona fuhr, kommt jemandem ziemlich bekannt vor. Zu bekannt, Alex Baumgärtel heisst der Mann, er ist der Chef der Konkurrenz, Geschäftsführer bei Kalex. Mit den Maschinen der Deutschen ist auch Aegerters Landsmann Tom Lüthi unterwegs. Baumgärtel war nach den Barcelona-Tests dementsprechend aufgebracht. Denn Forward-Chef Giovanni Cuzari habe «die Verkleidung abgeformt und Kleinigkeiten angepasst».

Während er das berichtete, soll er auf seinem Smartphone Fotovergleiche zwischen der Kalex-Maschine des Spaniers Álex Márquez und Aegerters MV Agusta gezeigt haben. Cuzari seinerseits war auch schon Baumgärtels Kunde, wegen der schlechten Zahlungsmoral wurde dem Forward-Team aber 2017 gekündigt.

Nun soll er also beim Konkurrenten abgekupfert haben. Wobei: Konkurrent ist vielleicht ein etwas sehr schmeichelhafter Begriff. In Mugello brachte Kalex zwölf Fahrer in die Top 15, der bestklassierte MV-Agusta-Pilot hiess Dominique Aegerter und wurde auf Platz 17 gewertet. (mro)

Erstellt: 04.06.2019, 16:05 Uhr

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