Zum Hauptinhalt springen

Alonso überraschend erster «König der Nacht»

Der Spanier holte sich im südostasiatischen Stadtstaat den ersten Sieg der Saison. Die Nacht-Grand-Prix-Premiere verlief ungemein spektakulär.

Staubige Angelegenheit: Das Fahrerfeld hatte nicht nur mit der Hitze zu kämpfen, auch der Staub war kein Vorteil für die Piloten.
Staubige Angelegenheit: Das Fahrerfeld hatte nicht nur mit der Hitze zu kämpfen, auch der Staub war kein Vorteil für die Piloten.
Keystone
Der lachende Profiteur des nächtlichen Pannenfeuerwerks: Fernando Alonso gewinnt seinen ersten GP der Saison.
Der lachende Profiteur des nächtlichen Pannenfeuerwerks: Fernando Alonso gewinnt seinen ersten GP der Saison.
Keystone
Bereits wurde die Trophäe für den Sieger vorgestellt: Der Pokal des Künstlers Zulkifle Mahmod ist aus Zinn und wurde angeblich vom Motto «Come Shape the Future of Racing» inspiriert.
Bereits wurde die Trophäe für den Sieger vorgestellt: Der Pokal des Künstlers Zulkifle Mahmod ist aus Zinn und wurde angeblich vom Motto «Come Shape the Future of Racing» inspiriert.
Keystone
1 / 15

Noch am Samstag war Alonso im Qualifying der grosse Pechvogel gewesen. Wegen defekter Benzinzufuhr war ihm die Teilnahme am Finale der besten zehn verwehrt und lediglich Startplatz 15 geblieben. Knapp 24 Stunden später wurde der Spanier für jenes Malheur fürstlich entschädigt und durfte sich als erster «König der Nacht» feiern lassen. Alonso kam praktisch aus dem Nichts zu seinem 20. Grand-Prix-Sieg; dem ersten seit seinem Erfolg vor einem guten Jahr in Monza im McLaren-Mercedes.

Auch Rosberg, der den zweiten Platz belegte, war so weit vorne nicht erwartet worden. Für den deutsch-finnischen Doppelbürger kommt dieses Ergebnis ebenso einer Genugtuung gleich, und zwar für eine mit einer Ausnahme enttäuschend verlaufenen Saison. Rosberg hatte wohl beim Saisonauftakt in Australien Platz drei belegt, war aber seither nur noch dreimal als Achter in die Punkteränge gefahren. Hamilton schliesslich baute mit dem dritten Rang seine WM-Führung auf seinen ersten Verfolger, Felipe Massa, um sechs auf sieben Punkte aus. Endgültig aus der Entscheidung gefallen ist Kimi Räikkönen. Der Titelverteidiger schied drei Runden vor Schluss an fünfter Stelle liegend nach einem Unfall aus.

Gemächlicher Start, aufregende Schlussphase

Während des ersten Rennviertels warf die Flutlicht-Premiere im Kreis der Spitzenfahrer keine hohen Wellen. Ganz vorne zog der aus der Pole-Position gestartete Massa mit vier Sekunden Vorsprung vor Hamilton ungefährdet seine Kreise. Doch im Zuge einer Safety-Car-Phase, ausgelöst durch einen Unfall von Nelson Piquet im Renault, überstürzten sich die Ereignisse - und machte Massa zum grossen Verlierer.

Massa fuhr nach dem Boxenstopp zu früh los, riss den meterlangen Tankschlauch mit sich und musste am Ende der Boxengasse noch einmal anhalten, um die silberne Röhre von den Mechanikern entfernen zu lassen. Massa, der auch noch eines der Crewmitglieder zu Boden riss, rutschte damit ans Ende der Fahrekolonne ab. Minuten später wurde der Ferrari-Fahrer zudem mit einer Durchfahrtsstrafe wegen «gefährlicher Fahrweise» belegt. Beim Wegfahren von der Tankstelle hatte er eine Kollision mit einem Konkurrenten nur knapp vermeiden können. Der Traum, mit dem sechsten Saisonsieg wieder die WM-Führung zu übernehmen, war endgültig geplatzt.

Auch Kubica und Rosberg bestraft

Eine Strafe hatten auch Robert Kubica und Rosberg zu gewärtigen. Der Pole und der Deutsche hatten während der Neutralisation des Rennens nach Piquets Crash ihren ersten Stopp eingelegt, obwohl die Boxengasse noch geschlossen war. Kubica und Rosberg mussten deshalb auf Geheiss der Stewards für zehn Sekunden vor ihrer Box stillstehen. Derweil Kubica, der zuvor als Vierter geführt worden war, aus den Traktanden fiel und schliesslich als Elfter über die Ziellinie fuhr, behauptete sich Rosberg in der Spitzengruppe. Der Weltmeister-Sohn war mit rund 13 Sekunden Vorsprung in Führung gelegen, bevor er seine Strafe absass. Diese Marge reichte, um sich in dritter Position wieder einzureihen.

Für BMW-Sauber geriet nach Kubicas Strafe die Nacht-Premiere zur Enttäuschung. Die drei Punkte, die Nick Heidfeld als Sechster erhielt, entsprechen bei weitem nicht den (eigenen) Erwartungen.

Das Rennen:

57. Runde: Aus für Räikkönen. Der Finne zerstört seinen Wagen kurz vor Rennende. Damit bleibt Ferrari bei der Premiere in Singapur ohne Punkte. Derweil ist Fernando Alonso der Sieg fast nicht mehr zu nehmen.

51. Runde: Nach einem Crash von Sutil kommt das Safety-Car wieder auf die Strecke.

49. Runde: Der Spanier fährt einem Überraschungssieg entgegen. Alonso musste weit hinten starten und hat sich nach vorne gekämpft. Klassement: 1. Alonso 2. Rosberg 3. Räikkönen 4. Hamilton 5. Glock 6. Trulli 7. Vettel 8. Heidfeld

35. Runde: Nun hat der Ex-Weltmeister die Führung übernommen. Fernando Alonso ist der Profiteur der Strafen- und Fehlerflut.

28. Runde: Kubica, Massa und Rosberg haben Strafen abgesessen und Zeit verloren. Trulli und Fisichella müssen noch an die Box.

21. Runde: Die Safety-Car-Phase und Massas Zeitverlust haben das Klassement gehörig durcheinandergewirbelt.

17. Runde: Fehler in der Ferrari-Box. Felipe Massa fährt mit dem Tankschlauch los und verliert viel Zeit. Seine Chance auf den Sieg und den WM-Titel sind damit nur noch klein. Anscheinend liegt der Fehler an einer Fehlfunktion der Tankanlage, die Massa mit grünem Licht signalisierte, loszufahren.

14. Runde: Erster Aufreger am GP von Singapur. Ein Crash von Piquet löst eine Safety-Car-Phase aus.

10. Runde: Auch nach einem Sechstel des Rennens ist noch nicht viel spektakuläres passiert. Massa führt weiterhin souverän.

2. Runde: Massa fährt vorne weg. Hinter ihm folgt Hamilton mit einer Sekunde Rückstand. Kimi Räikkönen liegt mit fünf Sekunden Rückstand auf Platz drei.

Der Brasilianer konnte sich seinen stärksten Widersacher um die WM-Krone, Lewis Hamilton, knapp vom Leib halten und startet aus vorderster Position ins Rennen. Hinter diesem Duo liegt Kimi Räikkönen, ein weiterer Kandidat für den WM-Titel.

Die beiden BMW-Sauber starten von Position vier (Robert Kubica) und neun (Nick Heidfeld).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch