Fragezeichen hinter dem Sauber-Frieden

Wie kam es zur vorläufigen Einigung zwischen dem Sauber-Team und dem rebellischen Fahrer Giedo van der Garde? Die Spekulationen schiessen ins Kraut.

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Giedo van der Garde verzichtete zwar Stunden vor Beginn des Qualifyings zum GP von Australien in Melbourne auf seinen Start, noch ist die Sache für den Schweizer Sauber-Rennstall aber alles andere als ausgestanden. Van der Garde erklärte, in der kommenden Woche werde er mit Sauber über den weiteren Saisonverlauf verhandeln.

«Das Sauber-Team, Mister Van der Garde und sein Management werden weiter konstruktive Gespräche führen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden», heisst es in einer auf Englisch verschickten Mitteilung des Rennstalls. Weitere Informationen zum Fall werde es nächste Woche geben.

Der Ausdruck «konstruktiv» entbehrt nicht einer gewissen Komik. Vor ein paar Tagen hatte Sauber Van der Garde noch als Sicherheitsrisiko bezeichnet. An der FIA-Pressekonferenz musste sich Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn dann vom angesehenen Formel-1-Reporter Ian Parkes eine sehr direkte Frage gefallen lassen: «Fühlen Sie sich nach allem, was passiert ist, noch kompetent genug, das Team zu leiten?» Kaltenborn schwieg, die Frage blieb im Raum.

Die Teamchefin sprach lieber über das ansprechende Qualifying mit den Rängen 11 für Felipe Nasr und 16 für Marcus Ericsson: «Ein starkes erstes Qualifying. Es freut uns, dass wir die positiven Eindrücke der Wintertests bestätigen konnten. Es ist auch schön, das Auto wieder etwas weiter vorne zu sehen. Das gibt der Mannschaft zusätzliche Motivation.»

Natürlich beschäftigt die Formel-1-Szene auch die Frage, wie Sauber den im Stolz verletzten Van der Garde beschwichtigen konnte. «Es müssen wohl Millionen geflossen sein», vermutet der «Blick». Die niederländische Presse spekuliert sogar, dass Sauber Anteile am Team an den aussortierten Fahrer überschreiben musste. Diese Version gilt jedoch als eher unwahrscheinlich.

Diskutiert wird auch die Rolle des mächtigen GP-Vermarkters Bernie Ecclestone. Der 84-jährige Brite soll sich Gerüchten zufolge von London aus für einen Waffenstillstand zwischen Sauber und Van der Garde eingesetzt haben. Ecclestone sei vom Erscheinen des zuständigen Richters Clyde Croft in der Sauber-Box am Freitagabend beunruhigt gewesen. Croft hätte, so die Befürchtung, Teile der Rennautos beschlagnahmen können.

«Im Interesse des Motorsports und der Formel 1 im Besonderen habe ich entschieden, meinen Rechtsanspruch darauf, dieses Wochenende beim Grand Prix in Melbourne zu fahren, aufzugeben», hatte Van der Garde auf seiner Facebook-Seite geschrieben. «Weil ich ein leidenschaftlicher Rennfahrer bin, ist mir diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Allerdings möchte ich auch die Interessen der FIA, von Sauber sowie von Nasr und Ericsson respektieren.»

Erstellt: 14.03.2015, 09:33 Uhr

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