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Läuft die Formel E der Formel 1 den Rang ab?

Die Elektroserie wird immer grösser und bekannter. Sie könnte die Königsklasse im Motorsport verdrängen. Aber wann?

Die Formel E wird immer beliebter und geht in einem Monat in ihre fünfte Saison.
Die Formel E wird immer beliebter und geht in einem Monat in ihre fünfte Saison.
LAT Images / Formula E via Getty Images
Im vergangenen Juni war die Elektrorennklasse in Zürich zu Gast.
Im vergangenen Juni war die Elektrorennklasse in Zürich zu Gast.
PPR/Dominik Baur, Keystone
Die Formel E ist äusserst unvorhersehbar, in vier Saisons gab es vier verschiedene Weltmeister. Auch der Schweizer Sébastien Buemi holte einen Titel (2015/16). Der 30-jährige Waadtländer ist mit 12 E-Prix-Siegen Rekordhalter.
Die Formel E ist äusserst unvorhersehbar, in vier Saisons gab es vier verschiedene Weltmeister. Auch der Schweizer Sébastien Buemi holte einen Titel (2015/16). Der 30-jährige Waadtländer ist mit 12 E-Prix-Siegen Rekordhalter.
EPA/KAI FOERSTERLING
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Vor dem letzten Rennen der allerersten Formel-E-Saison 2014/15 in London sagte Richard Branson, Teambesitzer von Virgin Racing: «In fünf Jahren wird die Formel E populärer sein als die Formel 1.» Nun, in genau einem Monat beginnt die fünfte Formel-E-Saison, Startschuss ist in der saudiarabischen Stadt Diriyya – zu den 13 Rennen gehört auch der E-Prix in Bern vom 22. Juni 2019. Zwar behielt Multimilliardär Branson mit seiner Aussage nicht recht, die Formel 1 ist immer noch die Königsklasse im Motorsport. Aber die Elektroboliden sind klar auf dem Vormarsch, wie dailymail.co.uk aufzeigt.

Wird die Formel E die F1 einmal verdrängen? Diese Punkte nennt das englische Onlineportal als Gründe, die dafür sprechen:

• In vier Saisons gab es vier verschiedene Weltmeister – darunter der Schweizer Sébastien Buemi 2015/16 (der 30-jährige Waadtländer ist mit 12 EP-Siegen Rekordhalter). So unvorhersehbar wäre die Formel 1 auch gerne mal wieder. Auch von dieser Spannung lebt die Formel E und hat sich damit eine immer grösser werdende Fanbase aufbauen können. «Es wird noch eine Weile dauern, bis wir so viele Fans haben wie die Formel 1, wir sind erst am Anfang unserer Geschichte», sagt Nelson Piquet jr., Pilot bei Jaguar. Doch mit Blick in die Zukunft sagt der Brasilianer: «Wenn wir in zehn Jahren, die Formel 1 nicht überholt haben, wird es Fragen geben. Bis dann werden wir 15 Saisons absolviert haben, und wenn wir so weiterwachsen wie bis anhin, können wir die Formel 1 überholen.»

• Die Formel E schart die jungen Fans um sich. Man hat eine Vereinbarung mit Youtube getroffen, die Rennen live zu streamen. Rapper und Influencer KSI wird die E-Prix präsentieren.

• Die Formel E erfindet sich immer wieder neu, Kreativität wird grossgeschrieben. So gibt es beispielsweise den «Fanboost». Fans können online ab sechs Tagen vor einem Rennen ihren Lieblingsfahrer wählen. Die beliebtesten drei erhalten für die EP zusätzliche Energie für ihre Boliden. Neu gibt es den «Hyperboost». Die Motoren bekommen zusätzliche Energieleistung, wenn die Fahrer durch eine bestimmte Zone fahren. Die Fans nennen das bereits liebevoll «Mario Kart Modus». Damit ist Action in den Rennen garantiert. Ach ja, für die neue Saison haben sich die Macher noch etwas ausgedacht: Ein Rennen dauert 45 Minuten, dann gibt es eine letzte Runde. Nach dieser ist der EP beendet. Es gibt also keine fixe Rundenvorgabe.

• Auch die Formel E hat bereits ihren Hollywoodglamour: Schauspielstar Leonardo DiCaprio ist Mitbesitzer des Venturi-Rennstalls. Aber auch was die Fahrergilde betrifft, will die Elektrorennserie aufrüsten. Für 2020 soll Fernando Alonso verpflichtet werden, der seine Formel-1-Karriere nach dieser Saison beenden wird.

• Die Formel E präsentiert sich in den weltberühmtesten Metropolen. Neben New York, Berlin, Rom und Paris rasen die E-Boliden auch in Hongkong, Mexiko-City und eben Bern mitten durch die Stadt. Ach ja, das tun sie auch in Monaco. Rennen durch eine Metropole sind in der Formel 1 eine Ausnahme, in der Formel E Standard. Piquet jr. findet dies Art von Rennen extrem attraktiv: «Da wird dir nichts geschenkt, jeder Fehler, den du begehst, kann in einer Mauer enden.»

Die Zeichen stehen laut den Beteiligten der Formel E also gut, dass die Elektro-Serie dereinst die Königsklasse des Motorsports wird. Wann das geschehen soll, steht in den Sternen.

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