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Lotus, der Betrüger und der drohende Kollaps

In der Formel 1 herrscht erneut Unruhe. Den Lotus-Rennstall sollen Schulden in dreistelliger Millionenhöhe drücken, weil sich Teambesitzer Gerard Lopez von einem Hochstapler täuschen liess.

Auch er musste auf Geld warten: Kimi Räikkönen, WM-Zweiter und Aushängeschild von Lotus.
Auch er musste auf Geld warten: Kimi Räikkönen, WM-Zweiter und Aushängeschild von Lotus.
Keystone
Verschnupft: Das Verhältnis zwischen Lotus-Besitzer Gerard Lopez (r.) und GP-Vermarkter Bernie Ecclestone soll sich stark abgekühlt haben, seit sich Räikkönen über Lopez beschwerte.
Verschnupft: Das Verhältnis zwischen Lotus-Besitzer Gerard Lopez (r.) und GP-Vermarkter Bernie Ecclestone soll sich stark abgekühlt haben, seit sich Räikkönen über Lopez beschwerte.
Keystone
Vergebliche Hoffnung: Die Seitenkästen und die Airbox des Lotus-Boliden sind im Rot des Honeywell-Konzerns gehalten. Dessen Schriftzug kam aber nie aufs Auto.
Vergebliche Hoffnung: Die Seitenkästen und die Airbox des Lotus-Boliden sind im Rot des Honeywell-Konzerns gehalten. Dessen Schriftzug kam aber nie aufs Auto.
Keystone
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Sportlich läuft bei Lotus alles wie am Schnürchen, finanziell geht es dem Team von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen laut einem Bericht des Fachportals Motorsport-Total.com aber ähnlich schlecht wie dem Schweizer Sauber-Rennstall vor dem Einstieg der russischen Investoren. Ironischerweise soll das Elend im vergangenen November begonnen haben, als Räikkönen überraschend den Grand Prix von Abu Dhabi gewann und sein Chef Gerard Lopez auf einmal das grosse Geschäft witterte.

Lopez habe im Winter mehrere Angebote von Investoren abgelehnt, obwohl diese bereit gewesen seien, die gesamten Schulden zu übernehmen, weil er hoffte, einen ganz grossen Sponsoringvertrag an Land zu ziehen. Die angestrebte Einigung mit dem US-Konzern Honeywell, der im Jahr über 35 Milliarden Dollar umsetzt, kam jedoch nie zustande. In der Formel-1-Szene munkelt man, Lopez sei einem Hochstapler auf den Leim gegangen. Dies erinnert an die leidige Geschichte mit Sauber und dem angeblich steinreichen Investor Qadbak, der sich vor vier Jahren nachträglich als Papiertiger entpuppte.

Gemäss Motorsport-Total.com beträgt die Schuldenlast des Lotus-Teams rund 150 Millionen Franken. Wegen schleppender Zahlungen habe Räikkönen vor der Saison damit gedroht, nicht zur Anpassung des Sitzes für den neuen Boliden zu erscheinen. Am Rand des Rennens in Ungarn äusserte sich der Finne öffentlich zur schwierigen finanziellen Lage seines Arbeitgebers: «Sicher gibt es da ein Problem. Wir hatten es vergangenes Jahr und wir haben es jetzt wieder. Das ist nicht ideal, aber ich bin sicher, dass Lotus das klären wird.»

Ganz so sicher scheint der Weltmeister von 2007 aber nicht zu sein: Es heisst, Räikkönen habe sich schon bei GP-Vermarkter Bernie Ecclestone über Lopez' Geschäftsgebaren beklagt. Die Mitarbeiter sollen Ende Juli nur mit Mühe von einem Streik wegen ausstehender Zahlungen abgebracht worden sein. Dazu kommen Gerüchte über leere Lager in der Lotus-Fabrik und überfällige Rechnungen bei Zulieferer- und Dienstleistungsfirmen.

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