Mit Sauber verschwindet mehr als nur ein Name

Peter Sauber – der Name stand in der Motorsportwelt für gewisse Werte, für Swissness. Dabei hatten die neuen Besitzer dies gerne betont.

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Es ist das Ende einer Ära: Das in Hinwil beheimatete Formel-1-Team verliert den Namen seines Gründers. Ab sofort nennt sich der Rennstall nur noch Alfa Romeo Racing. Die italienische Automarke, 2018 als Titelsponsor zum Team gestossen, überstrahlt nun alles. Und sie verdrängt jenen Namen, der in der Formel 1 einst als Synonym galt für Präzision, Effizienz, Seriosität. Den Namen Peter Saubers.

Völlig überraschend kommt die Namensänderung nicht. Denn der Teamgründer und langjährige Patron hatte selber in Hinwil keine Funktion mehr inne, seit er sein Lebenswerk im Sommer 2016 an Longbow Finance verkaufte. Und doch irritiert, dass sein Name verschwindet. Denn die neuen Besitzer hatten die Swissness gerne betont, auf dem Heck­flügel der Boliden prangte «Schweiz Suisse Svizzera», getrennt von zwei Schweizer Kreuzen. Und nun streichen sie den Schweizer Bezug aus dem Teamnamen. Ohne Not, ohne Zwang, ohne Rücksicht auf die lange und bewegte Geschichte.

Peter Sauber war immer da, fand einen Ausweg aus jeder noch so grossen Krise.

Identitätsstiftend war der Name – für die Fans sowieso, aber auch wer sich nicht sonderlich für die Formel 1 interessierte, kannte die sechs Buchstaben. Sauber war mehr als nur ein Teamname. Sauber, das hiess auch Hinwil, es hiess Windkanal, es hiess Arbeitsplätze, rund 450 sind es derzeit. Und Sauber stand in der Formel 1 für ein Privatteam, das allen Widrigkeiten trotzte. Es durchlebte Höhen, etwa mit dem einzigen GP-Sieg, 2008 in Kanada unter BMW-Ägide; es durchlebte Tiefen wie die finanzielle Not, die schliesslich im Verkauf an Longbow gipfelten. Der Name verlor wohl an Glanz, das Team musste sich bisweilen Hohn und Spott anhören. Doch Sauber war immer da, fand einen Ausweg aus jeder noch so grossen Krise.


Die grössten Erfolge des Sauber-Rennstalls:


Die letzte Saison und die Partnerschaft mit Alfa Romeo brachte auch sportlich wieder einen Fortschritt. Sauber verschaffte sich mit dem Sprung aus den Niederungen der WM ins Mittelfeld den Respekt der Konkurrenz. Und die Ambitionen in Hinwil sind hoch, 2019 sollen Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi an der Spitze des Mittelfelds fahren.

Es ist nicht undenkbar, dass es die beste Saison für das Team wird seit den Jahren unter BMW-Führung. Der frühere BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen begründete den damaligen Doppelnamen BMW-Sauber damit, dass das Team von BMW geführt werde, die Sauber-Leute aber den Kern der Equipe bildeten. Die aktuelle Sauber-Führung sieht das nun offenbar nicht mehr so.

«Als Schweizer Team 25 Jahre in der Formel 1 zu überleben, ist eigentlich eine Mission Impossible»Peter Sauber

«Als Schweizer Team 25 Jahre in der Formel 1 zu überleben, ist eigentlich eine Mission Impossible», sagte Peter Sauber einmal. Das Team lebt weiter. Sein Name hingegen ist Geschichte.

Erstellt: 01.02.2019, 19:00 Uhr

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