Zum Hauptinhalt springen

Pérez und das merkwürdige McLaren-Gerücht

Duellieren sich Sergio Pérez und Lewis Hamilton in Singapur um ein Cockpit bei McLaren, wie die britische Presse suggeriert, oder ist das angebliche McLaren-Interesse am Sauber-Talent nur ein Druckmittel?

Im Schaufenster: Sergio Pérez (l.) und Lewis Hamilton nach dem Grand Prix von Italien in Monza. Hamilton siegte, Pérez belegte Rang 2. (9. September 2012)
Im Schaufenster: Sergio Pérez (l.) und Lewis Hamilton nach dem Grand Prix von Italien in Monza. Hamilton siegte, Pérez belegte Rang 2. (9. September 2012)
Keystone
In gleissendes Licht getaucht: Die Formel-1-Rennstrecke von Singapur. (17. September 2012)
In gleissendes Licht getaucht: Die Formel-1-Rennstrecke von Singapur. (17. September 2012)
Keystone
Überschwängliche Freude: Pérez nach seiner Fahrt auf einen Podestplatz in Monza. (9. September 2012)
Überschwängliche Freude: Pérez nach seiner Fahrt auf einen Podestplatz in Monza. (9. September 2012)
Keystone
1 / 4

Gemäss Medienberichten aus Grossbritannien sollen sich die Verantwortlichen bei McLaren Gedanken darüber machen, ob und zu welchen Konditionen sie den auslaufenden Vertrag mit Lewis Hamilton verlängern wollen. Sergio Pérez wiederum sei die erste Option für die Nachfolge des Weltmeisters von 2008, der zuletzt 18 Millionen Pfund im Jahr verdiente. Die Frage lautet nun: Hat McLaren ernsthaftes Interesse am Mexikaner – oder dient er nur als Druckmittel, um eine Kürzung von Hamiltons Bezügen durchsetzen zu können?

Da der angebliche Hamilton-Interessent Mercedes zu Beginn dieser Woche die Vertragsverlängerung mit Nico Rosberg bekannt gab und nur ein Cockpit frei hätte, wenn Michael Schumacher abtritt oder aussortiert wird, scheint die Druckmittelvariante die wahrscheinlichere zu sein. Zudem entstammt Pérez dem Förderprogramm von Ferrari – und Hamilton wird kaum den Fehler machen, nur des Geldes wegen zu einem schwächeren Team zu wechseln.

«Ich sehe keinen Grund, weshalb wir dort nicht wettbewerbsfähig sein sollten»

Transfergerüchte hin oder her, Pérez freut sich auf seinen nächsten Einsatz. «Der Grosse Preis von Singapur ist ein ganz besonderes Rennen auf einem aussergewöhnlichen Kurs mit einem einzigartigen Zeitplan. Man fährt in der Nacht, und man lebt in der Nacht», sagt er. Das Ausnahmetalent des Schweizer Sauber-Rennstalls peilt auf der in gleissendes Licht getauchten Asphalt-Acht im Stadtstaat seinen vierten Podestplatz in der laufenden Saison an und sieht durchaus Chancen: «Ich mag Stadtkurse generell gern. Jener in Singapur ist körperlich recht anstrengend, aber dafür fühle ich mich gewappnet. Für unser Auto sollte die Strecke auch ganz okay sein.»

Pérez' Teamkollege Kamui Kobayashi ist gleicher Meinung. «Früher kamen unsere Autos mit Kursen dieser Art nicht gut zurecht, aber mit dem Sauber C31 haben sich diese Muster geändert. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir dort nicht wettbewerbsfähig sein sollten», erklärte der Japaner.

Weil Singapur ein Nacht-Grand-Prix ist, behalten die Formel-1-Piloten in der fremden Zeitzone ihren europäischen Lebensrhythmus bei. Sie bleiben bis fünf Uhr morgens Lokalzeit auf den Beinen und stehen erst nachmittags um zwei wieder auf. Das «Bitte nicht stören»-Schild und die Rollläden im Hotel sind für den Erfolg beim 14. Saisonrennen der Königsklasse des Motorsports ebenso wichtig wie die Strategie im Rennen.

«Umso wichtiger ist das Qualifying»

Diese liegt in den Händen von Giampaolo Dall'Ara, Saubers Chef-Ingenieur an der Strecke. «Man muss einkalkulieren, dass auf der engen Strecke die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Safety-Car irgendwann ausrücken muss. Wir müssen also einerseits die Reifensituation strategisch planen und andererseits jeden Moment bereit sein, unsere Pläne zu ändern», schildert der Italiener die Situation.

Er verweist zudem auf die Wichtigkeit eines guten Startplatzes, die klassische Aufholjagd wird es kaum geben. «Singapur ist ein Strassenkurs mit vielen Kurven und kurzen Geraden. Entsprechend ist es schwierig, dort zu überholen, und umso wichtiger ist das Qualifying», so Dall'Ara. «Für die vielen langsamen und wenigen mittelschnellen Kurven braucht man eine gute Traktion. An einigen Stellen ist der Belag sehr wellig, das muss man bei der Abstimmung bedenken. Ausserdem muss man die Bremsen im Auge behalten, denn sie haben zwischen den Kurven kaum Zeit zum Abkühlen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch