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Heftiger Unfall und silberne Dominanz

Den 20 bangen Minuten nach dem Crash von Carlos Sainz folgt eine neuerliche Machtdemonstration des Mercedes-Teams im Qualifying zum GP von Russland.

Dass Nico Rosberg in Sotschi das Qualifikationsduell mit seinem Mercedes-Stallgefährten gewann und am Sonntag zum 18. Mal in seiner Karriere auf der Pole steht, war am Tag vor dem Grossen Preis von Russland nur die zweitwichtigste Nachricht. Mit weit grösserem Interesse nahm die Formel-1-Gemeinde die Entwarnung des im freien Training verunfallten Carlos Sainz auf. «Alles okay. Kein Grund zur Sorge. Ich denke schon darüber nach, wie ich die Ärzte davon überzeuge, mich das Rennen fahren zu lassen», twitterte der Toro-Rosso-Pilot am Samstagnachmittag aus dem Krankenhaus.

Sainz war auf dem in den Olympia-Park der Winterspiele 2014 eingebetteten Rundkurs in die Streckenbegrenzung gekracht, weil ihm zuvor das Heck seines Autos ausgebrochen war. Vor der Unfallstelle in Kurve 13 waren Trümmerteile zu sehen. Der Spanier hatte eine Mauer auf der linken Seite touchiert und konnte in der Folge einen frontalen Einschlag nicht mehr verhindern.

Zunächst war unklar, wie schwer der Sohn des gleichnamigen zweifachen Rallye-Weltmeisters bei dem Crash verletzt wurde. Weil sich das Auto dermassen tief in die sogenannten TecPro-Barrieren, einem Kunststoff-Aufprallschutz mit Knautschzone, eingegraben hatte, war der 21-Jährige während mehreren Minuten ohne Funkverbindung und Kontakt zu den Streckenposten. Einige bange Minuten später wurde er aus dem zerstörten Toro Rosso geborgen und auf einer Trage in einen Rettungswagen gebracht. Dabei war Sainz bei Bewusstsein und hob den Daumen.

Das letzte freie Training vor dem Qualifying zum Grand Prix von Russland wurde nach dem Unfall zunächst unter-, später schliesslich abgebrochen. Die Bilder nach Sainz' Crash weckten in der Formel 1 schreckliche Erinnerungen an den fatalen Unfall von Jules Bianchi vor einem Jahr in Japan. Damals war der Franzose von der regennassen Strecke in Suzuka abgekommen und in einen Bergungskran gerast. Nach Monaten im Koma starb Bianchi am 17. Juli an den Folgen des Unfalls.

Nico Rosberg verwies im Qualifying derweil den WM-Führenden Lewis Hamilton in um 0,320 Sekunden auf Platz 2. Hamilton, der in dieser Saison bereits elfmal den besten Startplatz erobert hat, muss damit weiterhin auf seine 50. Pole warten. Dritter mit acht Zehntelsekunden Rückstand auf Rosberg wurde der Finne Valtteri Bottas im Williams. Neben ihm wird der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel in der Startaufstellung stehen. Die erste und zweite Startreihe ist damit genau gleich besetzt wie vor zwei Wochen in Suzuka.

Sauber-Pilot Felipe Nasr schaffte zunächst um eine Zehntelsekunde den Vorstoss in den zweiten Teil der Qualifikation und klassierte sich schliesslich auf dem 12. Rang. Der 23-jährige Brasilianer beendete die Zeitenjagd damit fünf Ränge vor seinem Teamkollegen Marcus Ericsson und ging im internen Qualifying-Duell mit 8:7 in Führung. Der Schwede blieb derweil zum dritten Mal in Serie bereits nach den ersten 18 Qualifying-Minuten hängen und wird das Rennen nach der Rückversetzung von Fernando Alonso (McLaren) auf Position 16 in Angriff nehmen.

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