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Simoncelli verstarb im Rettungswagen

Marco Simoncelli wurde beim GP von Malaysia nach einem Sturz von einem Konkurrenten überrollt und erlag wenig später seinen Verletzungen.

Der verhängnisvolle Unfall in der zweiten Runde. Video: Youtube.

Weniger als 14 Monate nach dem Japaner Shoya Tomizawa in Misano (It) ist mit Marco Simoncelli ein weiterer GP-Fahrer tödlich verunfallt. Der 24-jährige Italiener stürzte in der 2. Runde des Moto-GP-Rennens in Malaysia und wurde von nachfolgenden Fahrern überrollt.

Der Amerikaner Colin Edwards sowie der mit Simoncelli gut befreundete Landsmann Valentino Rossi konnten nicht mehr ausweichen und fuhren nach einer schnellen Rechtskurve auf dem Circuit in Sepang ungebremst in den am Boden liegenden Simoncelli. Dieser verlor beim tragischen Unglück den Helm und blieb bewusstlos liegen.

Trotz der sofortigen Überstellung in die mobile Rennbahnklinik kam für Simoncelli, der schwere Verletzungen am Kopf und an der Brust erlitt, jede ärztliche Hilfe zu spät. Weniger als eine Stunde nach dem Abbruch des Moto-GP-Rennens, das danach nicht mehr neu gestartet wurde, bestätigte ein Verantwortlicher des Rennorganisators Dorna den Tod des 24-jährigen Italieners aus dem Adria-Städtchen Cattolica.

Wie konnte sich der Helm vom Kopf lösen?

Noch am Abend Ortszeit gab es in Malaysia eine Medienkonferenz, an welcher die Renndirektion über die Umstände, die zu Simoncellis Tod führten, informierte. «Wegen des Sturzes im Rennen, bei dem er von anderen Fahrern getroffen wurde, erlitt Marco ein sehr ernstes Trauma am Kopf, Nacken und der Brust. Als unsere medizinischen Mitarbeiter bei ihm eintrafen, war er bewusstlos. Weil Marco im Rettungswagen einen Herzstillstand erlitt, begannen sie mit der Herz-Lungen-Reanimation», erklärte der medizinische Direktor Michele Macchiagodena.

Die Reanimation wurde gemäss dem Italiener während 45 Minuten fortgesetzt, bis er um 10.56 Uhr MESZ für tot erklärt wurde. Noch ungeklärt ist, wie sich Simoncellis Helm vom Kopf lösen konnte. Gemäss Renndirektor Paul Butler wird diese Frage ebenso wie die Konsequenzen und die Umstände des Unfalls noch genauer untersucht.

WM-Titel 2008 als grösster Erfolg

Der extrovertierte «Wuschelkopf» Simoncelli genoss im Fahrerlager trotz seiner manchmal (zu) angriffigen Fahrweise viel Sympathie. Der grösste Erfolg des Italieners, der seit 2010 in der Königsklasse fuhr und in seiner Karriere insgesamt 14 Grands Prix gewann (zwölf bei den 250ern, zwei bei den 125ern), war 2008 der WM-Titel in der 250-ccm-Klasse. Diesen hatte sich Simoncelli ausgerechnet in Sepang gesichert. Sein GP-Debüt hatte der damals 15-Jährige im August 2002 in Brünn (Tsch) in der 125er-Klasse gegeben, beim darauffolgenden Rennen in Estoril (Por) sicherte er sich als 13. die ersten WM-Punkte.

Geschockt auf die Nachricht reagierte Gianni Petrucci, der Präsident des nationalen olympischen Komitees (Coni): «Heute ist einer der traurigsten Tage meiner Präsidentschaft. Simoncellis Tod hat mich zutiefst erschüttert. Das Leben ist heilig, man kann nicht mit 24 Jahren bei einem Rennen sterben.» Die italienische Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» titelte spontan: «Addio SuperSic». In den Spielen der Serie A wurde am Sonntag eine Schweigeminute für Simoncelli abgehalten. Alle Spieler der AC Milan, dem Lieblingsklub des Verunfallten, liefen in Lecce mit Trauerflor auf.

Ähnliche Umstände wie bei Tomizawa

Simoncelli ist in der Motorrad-WM der zweite Tote innerhalb von 14 Monaten. In der vergangenen Saison war der Japaner Shoya Tomizawa Anfang September beim Grand Prix von San Marino unter ähnlichen Umständen verunglückt. Auch der damalige Moto-2-Teamkollege von Dominique Aegerter war nach seinem Sturz ebenfalls von zwei folgenden Motorrädern überrollt worden. Zuvor war es in der Strassen-WM am 20. April 2003 zum letzten Todesfall gekommen. Damals war in Suzuka der japanische 500-ccm-Fahrer Daijiro Kato gestorben.

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