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Tom Lüthis schmerzhafter Samstag

Der frühere 125-ccm-Weltmeister stürzt erst spektakulär im freien Training und dann auch noch im Qualifying. Zum GP von Tschechien wird Lüthi nicht starten.

Tom Lüthi ist heute auf dem Circuit in Brünn zweimal schwer gestürzt. Nach dem zweiten Crash war der Berner Moto2-Fahrer kurz bewusstlos. Er konnte sich danach an nichts mehr erinnern und wurde ins Spital geflogen. Zum GP von Tschechien wird Lüthi nicht starten.

Gemäss seinem Manager Daniel Epp war Lüthi nach dem zweiten Sturz, der sich am Nachmittag im Moto2-Qualifying zum Grand Prix von Tschechien ereignete, «rund eine Minute» bewusstlos. Damit der 125er-Weltmeister von 2005 auf der Bahre abtransportiert werden konnte, wurde das Qualifying unterbrochen und erst einige Minuten später wieder aufgenommen.

Keine Erinnerung an den Unfall

Lüthi wurde zunächst in die mobile Rennklinik an der Strecke gebracht, wo er sich jedoch gemäss Epp nicht an den Unfallhergang erinnern konnte. Zu weiteren Untersuchungen wurde er deshalb umgehend per Helikopter ins wenige Kilometer entfernte Spital nach Brünn geflogen. «Tom erlitt eine Gehirnerschütterung, aber zum Glück keine Blutungen. Er muss die Nacht zur Beobachtung im Spital verbringen. Wenn es bis am Sonntag keine besonderen Vorkomnisse gibt, wird er aus dem Spital entlassen», sagt der in Brünn anwesende Manager Epp. «Tom war am Samstagabend voll ansprechbar.»

Lüthi hatte insofern auch Glück im Unglück, als dass er sich laut Epp «keine Brüche, sondern nur schwere Prellungen am linken Ellbogen und Fuss sowie an der rechten Hüfte» zuzog. Da sich Lüthi aber auch Stunden nach dem Sturz weder an den Unfallhergang noch an das Qualifying überhaupt zu erinnern vermochte, ist am Sonntag (12.20 Uhr) an ein Rennstart in Brünn nicht zu denken. «Läuft alles nach Plan, fährt Tom nach dem Moto2-Rennen mit Dominique (Aegerter) nach Wien, wo er am Sonntagabend noch in die Schweiz zurückfliegen wird», erzählt Epp. Wie lange der WM-Vierte pausieren muss, könne man jetzt noch nicht sagen, so Lüthis Manager. «Klar ist aber, dass die MotoGP-Tests in Italien mit KTM vom Dienstag und Mittwoch für Tom nicht infrage kommen.»

Schon am Morgen gestürzt

Am Morgen beim ersten Sturz war Lüthi noch glimpflich weggekommen. Dem 29-jährigen Emmentaler rutschte beim Anbremsen zur Kurve 11 das Vorderrad weg. Er stand nach einigen Überschlägen sofort wieder auf und signalisierte mit erhobenem Daumen, dass ihm nichts passiert ist. Trotzdem liess sich Lüthi im Medical Center kurz untersuchen, weil die rechte Hand und der Kopf schmerzten.

Lüthis Motorrad hingegen hatte sich mehrmals überschlagen. Die Kalex flog sogar über die Sicherheitsbegrenzung hinaus auf die asphaltierte Service-Strasse, wo sich ein Streckenposten gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Für die Mechaniker verhiess das zerstörte Motorrad viel Arbeit. Doch bis zum Beginn des Qualifyings vier Stunden später war die Kalex dank neuem Motor, Rahmen und neuer Schwinge wieder einsatzbereit. Lüthi hielt trotz des morgendlichen Zwischenfalls gleich wieder mit den Besten mit. Zunächst Zweiter, lag er zum Zeitpunkt seines Highsiders beim Beschleunigen aus Kurve 9 an fünfter Stelle.

Pole-Position für Weltmeister Zarco

Die Pole-Position in Brünn sicherte sich Moto2-Weltmeister Johann Zarco. Lüthi büsste im Qualifying als Fünfter knapp fünf Zehntel auf den Franzosen ein. Dominique Aegerter (0,881 Sekunden zurück) startet am Sonntag - weil Lüthi verzichten muss - von Position 13 zum elften Saisonrennen. Für Robin Mulhauser und Jesko Raffin resultierten mit Rückständen von deutlich mehr als zwei Sekunden auf Zarco nur die Startpositionen 25 und 27.

Schnellster in der MotoGP-Klasse war WM-Leader Marc Marquez (Honda). Neben ihm in der ersten Reihe stehen Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) und Andrea Iannone (Ducati). Für Lorenzos Teamkollegen Valentino Rossi blieb mit grossem Rückstand nur Startposition sechs. In der Moto3-Kategorie sicherte sich mit Brad Binder ebenfalls der WM-Leader die Pole-Position.

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