Tom Lüthis Abstieg zum Siegfahrer

Der Berner muss 2019 in die Moto-2-Klasse zurück. Warum das ein Fortschritt ist.

Tom Lüthi. Der Berner fährt ab der kommenden Saison wieder in der Moto2.

Tom Lüthi. Der Berner fährt ab der kommenden Saison wieder in der Moto2. Bild: Bild: Josef Bollwein/Getty Images

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Das grosse Moto-GP-Abenteuer ist nach einer Saison zu Ende. Wie erwartet, kehrt Tom Lüthi 2019 in die Moto-2-Kategorie zurück, er wird für Dynavolt-Intact fahren. Lüthi ersetzt beim ambitionierten Team aus Memmingen (GER) den Spanier Xavi Vierge, der zu Lüthis aktuellem Rennstall Marc VDS in die Moto 2 wechselt.

Und der Schweizer wird – wie vor seinem Aufstieg in die Moto GP – auf einer Kalex unterwegs sein. Er freut sich über diesen Transfer: «Der Vertrag ist eine Erleichterung für mich und gleichzeitig eine grosse Motivation. Mein neues Team ist sehr gut strukturiert, das ist entscheidend.»

Der Entscheid Tom Lüthis ist logisch. Er ist smart. Und er ist gut. Einerseits ist der Abstieg nach nur einem Jahr in der Königsklasse zwar auch eine Niederlage für ihn, andererseits hat er seinen Moto-GP-Traum verwirklicht.

Und dabei realisiert, dass der Schritt für ihn zu gross ist. Die Unterschiede zwischen den Kategorien sind riesig, und Lüthi ist mit 31 Jahren zu alt, um als Hinterherfahrer Erfahrungen zu sammeln. Er hätte viel Zeit benötigt, um sich anzupassen. Zeit, die er nicht erhalten hat.

Lüthis Pech war es auch, dass beim zuvor prächtig funktionierenden Marc-VDS-Team nach wenigen Saisonrennen ein heftiger Machtkampf ausbrach. Spätestens Mitte Mai herrschte Chaos, die Equipe war weitgehend führungslos. Unter all diesen Umständen ist es nachvollziehbar, wartet Lüthi nach enttäuschenden Resultaten immer noch auf seinen ersten Moto-GP-Punkt.

Das hektische Jahr 2018 wird Lüthi als Lehrzeit verbuchen müssen. Aber es ist dem Routinier zuzutrauen, nächste Saison gleich wieder ein Titelkandidat zu sein – 2016 und 2017 beendete er die Moto-2-Saison auf Rang 2. Nachdem sich seine Rückkehr abgezeichnet hatte, erhielt Lüthi zahlreiche Offerten interessierter Teams.

Er wird von seinem Abstieg nicht nur in sportlicher Hinsicht und durch höhere Prämieneinnahmen profitieren. Auch seine Medienpräsenz wird wieder deutlich besser sein, was nicht zuletzt die Sponsoren freut. Als Exot in der Moto GP verschwand er weitgehend aus der Öffentlichkeit; gestern in Österreich wurde er Letzter.

Bald wird Lüthi wieder in der für ihn richtigen Kategorie fahren. Ob er gleich 2019 wieder zum regelmässigen Siegfahrer avanciert, hängt vor allem davon ab, wie schnell ihm die Umstellung vom Aussenseiter zum Favoriten gelingen wird. Es ist jedenfalls keineswegs unrealistisch, dass der Berner seine erfolgreiche Karriere in den nächsten Jahren mit einem zweiten WM-Titel krönt.

Erstellt: 13.08.2018, 16:41 Uhr

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