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Vettel holt trotz Buttons Sieg den Titel

Sebastian Vettel hat sich in Japan zum jüngsten Doppel-Champion der Formel-1-Geschichte gekrönt. Sergio Perez sicherte Sauber wichtige Punkte, während Jenson Button das Rennen gewann.

Der doppelte Siegerfinger des Doppel-Weltmeisters: Sebastian Vettel ganz gross in Japan.
Der doppelte Siegerfinger des Doppel-Weltmeisters: Sebastian Vettel ganz gross in Japan.
Keystone
Der Dritte ist der grosse Gewinner: Vettel (M.) auf dem Podest mit GP-Sieger Jenson Button (r.) und dem drittplatzierten Fernando Alonso.
Der Dritte ist der grosse Gewinner: Vettel (M.) auf dem Podest mit GP-Sieger Jenson Button (r.) und dem drittplatzierten Fernando Alonso.
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Der Deutsche posiert auf seinem Dienstwagen, der einen grossen Teil seiner Dominanz ausmacht.
Der Deutsche posiert auf seinem Dienstwagen, der einen grossen Teil seiner Dominanz ausmacht.
Keystone
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Vettel, der gestern auch mit Platz 10 den vorzeitigen Titelgewinn hätte feiern dürfen, erfüllte sich seinen Traum bereits vier Rennen vor Saisonende. Er ist der erste Fahrer seit Alonso 2006 und insgesamt der neunte, der den WM-Titel erfolgreich verteidigen konnte. Der Deutsche, der 2009 und 2010 in Suzuka jeweils als Sieger abgewinkt worden war, dominierte die Saison nach Belieben und erreichte nur bei seinem Heim-Grand-Prix auf dem Nürburgring keinen Podestrang.

«Sebastian hat jedes Rennen zu Ende gefahren. Das muss man ihm und allen, die in Milton Keynes mitgearbeitet haben, auf die Fahnen schreiben», sagte Red Bulls Ingenieur Adrian Newey. «Jetzt pushen wir über den Winter und sehen, dass wir auch nächstes Jahr das Beste rausholen.»

«Es war ein langes, ein fantastisches Jahr, das auch noch gar nicht vorbei ist. Das Rennen war heute nicht einfach. Ich bin allen Mitarbeitern so sehr dankbar», jubelte Vettel nach der WM-Entscheidung. Es werde Zeit brauchen, das zu verstehen. «Wahrscheinlich in einer stillen Stunde, mit Leuten, die mir am Herzen liegen», so der neunfache Saisonsieger, der Michael Schumachers Formel-1-Rekord von 13 Triumphen in einem Jahr nach Platz 3 in Japan nicht mehr übertreffen kann.

Seit der Formel-1-Premiere auf dem International Racing Course von Suzuka, 1962 vom Automobilhersteller Honda als Teststrecke gebaut, war mit Ayrton Senna (1988, 1990, 1991), Mika Häkkinen (1998, 1999), Michael Schumacher (2000, 2003), Nelson Piquet (1987), Alain Prost (1989) und Damon Hill (1996) vor Vettel bereits zehnmal ein Weltmeister gekürt worden. «Es ist klasse, den WM-Titel hier unter Dach und Fach zu bringen», freute sich Vettel in Erwartung einer rauschenden Party.

Umkämpfte Startphase

Wie angekündigt gab sich der Deutsche während des Rennens nicht mit dem Minimum zufrieden, um als Weltmeister aus Japan abreisen zu können. Der von der Pole-Position gestartete Blondschopf mit Wohnsitz im Kanton Thurgau verteidigte zunächst Platz 1 gegen Button, sorgte mit seinem Start jedoch für Diskussionen. Vettel drängte den neben ihm sehr gut weggekommenen Briten nämlich in Richtung der Wiese. Die Rennkommissäre untersuchten den Vorfall, sprachen in der Folge jedoch keine Strafe gegen den alten und neuen Weltmeister aus.

Der Führungswechsel ereignete sich schliesslich in der 21. Runde, als Button nach dem zweiten Boxenstopp knapp vor Vettel auf die Strecke zurückkam. In der Folge verteidigte der Brite seine Führung im McLaren souverän und feierte so seinen dritten Saisonerfolg und den zwölften Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Der Weltmeister von 2009 hatte bereits beim Grand Prix von Kanada und jenem vor der Sommerpause in Ungarn die Oberhand behalten. Beide Male wurde das Rennen dabei vom Regen beeinflusst, in Suzuka triumphierte Button gestern für einmal bei trockenen Verhältnissen und Sonnenschein. Hinter dem 31-jährigen Engländer erreichte Alonso noch vor Vettel Platz 2, nachdem der Deutsche den dritten Reifenwechsel wesentlich früher als der Spanier vornehmen musste.

«Heute waren wir makellos, dieser Sieg bedeutet mir sehr viel», jubelte Button. Der gefeierte Tagessieger vergass in der Stunde seines persönlichen Triumphs jedoch nicht, dem Weltmeister Tribut zu zollen: «Sebastian hat toll gearbeitet. Egal, wie wir uns angestrengt haben, er war nicht zu schlagen.»

Zweite Titel-Entscheidung vertagt

Auf den zweiten zu vergebenden WM-Titel muss Red Bull-Renault noch mindestens eine Woche warten. Das britisch-österreichische Team hätte bereits in Japan die Konstrukteuren-Wertung für sich entscheiden können, wenn es gestern 34 Punkte mehr als McLaren-Mercedes gewonnen hätte. Vor dem Rennen am kommenden Wochenende in Südkorea verringerte sich der Vorsprung Red Bulls auf McLaren jedoch um acht auf nunmehr 130 Zähler.

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