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Vettels Sieg, Webbers Crash und Saubers Taktik

Sebastian Vettel gewinnt den GP von Europa in Valencia, sein Teamkollege Mark Webber übersteht einen Horror-Crash und die «Schweizer» können überzeugen.

Mehr Glück hat Stallkollege Sebastian Vettel: Er fährt ein souveränes Rennen und...
Mehr Glück hat Stallkollege Sebastian Vettel: Er fährt ein souveränes Rennen und...
Reuters
...triumphiert beim GP von Europa in Valencia. Damit meldet er sich im Kampf um den WM-Titel zurück.
...triumphiert beim GP von Europa in Valencia. Damit meldet er sich im Kampf um den WM-Titel zurück.
Reuters
Eine heikle Phase nach dem Start: Vettel und Lewis Hamilton touchieren sich, doch es passiert nichts. Der Brite Hamilton fährt auf den sehr guten zweiten Platz.
Eine heikle Phase nach dem Start: Vettel und Lewis Hamilton touchieren sich, doch es passiert nichts. Der Brite Hamilton fährt auf den sehr guten zweiten Platz.
Keystone
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Die Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Mark Webber wirbelte das Klassement ziemlich durcheinander. Die Rennkommissare haben nach dem Rennen insgesamt neun Fahrer wegen zu hohen Tempos mit Zeitstrafen von jeweils fünf Sekunden belegt. Die Kommissare waren der Ansicht, dass Jenson Button (McLaren/3. Platz), Rubens Barrichello (Williams/4.), Robert Kubica (Renault/5.), Adrian Sutil (Force India/6.), Sébastien Buemi (Toro Rosso/9.), Pedro de la Rosa (Sauber/12.), Witali Petrow (Renault/14.) und Vitantonio Liuzzi (16.) während der Safety-Car-Phase zu schnell an die Box gefahren waren. Sauber-Pilot De la Rosa verlor dadurch einen WM-Punkt für Platz zehn, der Waadtländer Buemi rutschte einen Rang ab.

Kamui Kobayashi überquerte die Ziellinie auf Platz 7. Sauber-Ferrari wurde für die Strategie, den Japaner mit der harten Reifenmischung starten zu lassen, belohnt. Kobayashi reihte sich nach dem Unfall von Webber als Dritter hinter dem Safety Car ein und hielt diese Position, bis er kurz vor Schluss als Letzter den obligaten Boxenstopp einlegte. Kobayashi kehrte als Neunter aus der Boxengasse zurück. In der Schlussphase nutzte er den Reifenvorteil, um zuerst Fernando Alonso und dann kurz vor dem Ziel auch noch Sébastien Buemi zu überholen.

Ein Wechselbad der Gefühle

Red Bull-Renault durchlebte in Valencia ein Wechselbad der Gefühle. Der Schreck über den halben Salto gestreckt von Mark Webber wurde von der grossen Erleichterung darüber abgelöst, dass der Australier den Crash mit Heikki Kovalainen heil überstand. Am Ende konnte sich das österreichisch-britische Team nicht nur über das grosse Glück von Webber, sondern auch über den zweiten Saisonsieg von Sebastian Vettel freuen.

Nachdem McLaren-Mercedes zuletzt zwei Doppelerfolge gefeiert hatte, schlug Red Bull also zurück - auch wenn das an diesem Tag von untergeordneter Bedeutung war. Vettel gelang ein Start-Ziel-Sieg. Lewis Hamilton sicherte sich trotz einer Durchfahrtsstrafe wegen Überholens während der Safety-Car-Phase vor Teamkollege Jenson Button den 2. Platz. Damit behauptete sich das McLaren-Duo an der Spitze des WM-Klassements.

Sauber mit taktischer Meisterleistung

Der WM-Lauf bescherte den Schweizer Formel-1-Vertretern ungeahnte Glücksgefühle. Das Sauber-Team gewann dank Kamui Kobayashi auf Platz 7 auf einen Schlag sechs Punkte. Der Romand Sébastien Buemi wurde Neunter.

Der Hinwiler Rennstall wurde für die Strategie, Kobayashi mit der harten Reifenmischung starten zu lassen, belohnt. Der Japaner reihte sich nach dem Unfall von Webber als Dritter hinter dem Safety-Car ein und hielt diese Position, bis er kurz vor Schluss als Letzter den vorgeschriebenen Boxenstopp einlegte.

Kobayashi kehrte als Neunter aus der Boxengasse zurück und verdiente sich am Ende mit einer beherzten Fahrt den inoffiziellen Titel als bester «Streetfighter» von Valencia. In der Schlussphase nutzte er den Reifenvorteil, um zuerst Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari und in der letzten Kurve vor dem Ziel auch noch Sébastien Buemi zu überholen. Dies notabene auf einem Kurs, auf dem Überholmanöver äussert schwierig zu realisieren sind.

Endlich Freude für den Patron

«Das Rennen da vorne auf Platz 3 war klasse, aber es war auch nicht einfach, denn ich hatte die ganze Zeit Jenson Button dicht hinter mir und musste ja auch mit meinen Reifen haushalten», berichtete Kobayashi überglücklich nach dem Rennen. Nach dem Boxenstopp hatte der Japaner nur vier Runden Zeit gehabt, die frischen Reifen vorteilhaft zu nutzen. Es sei natürlich ein Risiko gewesen, Alonso und Buemi zu überholen, so der 23-Jährige. «Wenn es nicht geklappt hätte und ich abgeflogen wäre, hätte ich ein echtes Problem gehabt».

Peter Sauber war auf seine beiden Fahrer nach dem Rennen selbstredend mächtig stolz: «Das Team und die Fahrer haben heute alles richtig gemacht. Pedro hat ein sehr solides Rennen gezeigt, Kamui war absolut grossartig.» Die Zeiten, die der Japaner auf Platz 3 liegend gefahren sei, hätten gezeigt, dass viel Potenzial im C29 stecke, meinte der 66-jährige Teamchef.

Nicht zufrieden mit seiner Leistung war derweil Buemi. Der Westschweizer trauerte nach zwei Fahrfehlern einer besseren Schlussklassierung nach: «Ich bin zufrieden, Punkte gewonnen zu haben, aber enttäuscht, dass es nicht mehr sind.»

si/fal

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