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Warum Willi Weber nicht von der Familie Schumacher lassen kann

Der ehemalige Manager der Formel-1-Legende kritisiert, wie wenig über den Gesundheitszustand des Deutschen bekannt ist. Einmal mehr.

Gute alte Zeiten. Willi Weber und Michael Schumacher bei einer gemeinsamen Pressekonferenz 2009. Bild: Getty Images

Es ist ruhig um Michael Schumacher. Bedeutend ruhig um den siebenfachen Weltmeister, dem einst Millionen von Fans zujubelten. Seit seinem tragischen Skiunfall am 29. Dezember 2013 sind bald vier Jahre vergangen, und die Öffentlichkeit weiss fast gar nichts über seinen Gesundheitszustand. Der Deutsche wird von seiner Familie und seinem Management konsequent abgeschirmt.

Diese Ungewissheit frustriert nicht nur die Fans, sondern vor allem auch seinen ehemaligen Manager Willi Weber. In einem Interview mit der «tz» äusserte er sich kritisch gegenüber der Familie und der Funkstille gegenüber den Medien und Anhängern: «Ich finde es schade, dass Michaels Fans nichts über seinen Gesundheitszustand erfahren.» Und er fragt:«Warum sagt man ihnen nicht einfach die Wahrheit.»

Über 20 Jahre an seiner Seite

Die Funkstille in der Causa Schumacher quält Weber. Es ist nicht das erste Mal, dass der langjährige Vertraute und Weggefährte die Informationspolitik des Umfelds von Schumacher kritisiert. Bereits 2015 sagte er, dass er es bedenklich finde, dass man nichts von der Familie höre. «Man muss doch sagen, was ist, und kann das nicht ewig verheimlichen. Michael war ein Mann, der in der Öffentlichkeit stand. Dass man da nicht endlich Aufklärung betreibt, finde ich nicht gut. Das ist ja wie ein Versteckspiel.»

Im Gegensatz zu anderen wichtigen Personen, die Schumacher während seiner Karriere begleitet hatten (wie sein langjähriger Ingenieur Ross Brawn, der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo oder FIA-Präsident Jean Todt), weiss Weber nicht mehr als die Fans. Es bestand schon in den Jahren vor dem schlimmen Unfall kein Kontakt mehr zwischen dem ehemaligen Manager und der Familie Schumacher.

Trennung noch nicht verdaut

Dennoch scheint Schumachers Gesundheitszustand Weber am Herzen zu liegen. Er betreute den mittlerweile 48-Jährigen während mehr als 20 Jahren. Doch als der erfolgreichste Fahrer der Formel-1- Geschichte 2010 sein Comeback gab, war Sabine Kehm und nicht mehr Weber für sein Management zuständig. Er selbst betreute noch Merchandising und Sponsoring, doch sein Einfluss schwand kontinuierlich. Den endgültigen Bruch scheint er noch immer nicht verarbeitet zu haben.

Kehm und Weber waren nie die besten Freunde, deshalb kann man spekulieren, ob die neuen Attacken des 75-Jährigen die eines noch immer gekränkten und im Stolz verletzten Mannes sind – oder einfach die eines langjährigen Freundes. Er hat viel Zeit gebraucht, um das Schicksal seines ehemaligen Schützlings zu verarbeiten, und noch immer denkt er, dass Schumacher sich bald bei ihm melden wird. «Wenn ich allein zu Hause bin und das Telefon klingelt, habe ich oft das Gefühl, dass Michael dran ist und ganz locker wie früher sagt: ‹Willi, wie gehts?› Die Hoffnung stirbt zuletzt.» (sal)

Schon vor dem Unfall war ihm sein Privatleben heilig: Wie es Michael Schumacher geht, wissen nur wenige Eingeweihte. (21. September 2012)
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Keystone
Verhängnisvolle Leidenschaft: Schumacher liebte das Skifahren, nahm wie hier in Madonna di Campiglio auch an Rennen für Prominente teil. (12. Januar 2006)
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Keystone
Gut bewacht: Schumachers Haus am Genfersee. (9. September 2014)
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Keystone
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